Freitag, 7. August 2015

Ausflug ins Mittelalter


Nicht weit von meinem derzeitigen Wohnort entfernt befindet sich das Mittelalter. Mitten auf der grünen Wiese oder besser im grünen Wald in der Nähe der Kleinstadt Meßkirch entsteht eine Klosterstadt nach einem Plan aus dem 9. Jahrhundert – und (weitestgehend zumindest) mit den Handwerksmethoden aus dieser Zeit.


Das Projekt existiert noch nicht sehr lange und wer jetzt dorthin kommt, sieht noch nicht viel von der zu erbauenden Stadt selbst – aber trotzdem eine Menge. Entlang eines Rundweges sind Hütten entstanden, in denen fleißig gearbeitet wird. Einige der Handwerker und Helfer sind fest angestellt, zum Teil handelt es sich um Langzeitarbeitslose, andere sind eine Zeitlang als Freiwillige dort tätig. Alle tragen mittelalterliche Kleidung und arbeiten mit entsprechenden Methoden, was oft sehr mühsam ist.






Für die Besucher, Kinder eingeschlossen, ist es außerordentlich interessant und man bekommt Lust, mitzumachen. Zumindest möchte man immer wiederkommen, um zu sehen, wie aus den Hütten so langsam eine Stadt und aus der kleinen, bisher halbfertigen Kirche ein Kloster entsteht.







Informationen rund um die Baustelle gibt es auf www.campus-galli.de

Dienstag, 31. März 2015

Bitte helft unseren Patenkindern!

Dass die Wohnverhältnisse der meisten unserer armenischen Patenkinder – mit Ausnahme des einen Jungen, der im Dorf der Hoffnung lebt – nicht die Besten sind, war uns natürlich immer klar. Unsere beiden ersten Patenkinder Diana und Gharib hat es jedoch besonders hart getroffen – vor allem, seit unter dem Haus der Familie eine U-Bahn-Trasse verläuft, so dass die fahrenden Züge das Haus erschüttern. Die Folge sind unter anderem Risse und geplatzte Rohre. Daher bittet die Organisation Diaconia, über die auch die Patenschaften laufen, um Spenden, damit der Familie eine Hausrenovierung finanziert werden kann. Hier ist der Bericht aus dem Diaconia-Report, den ich in den Blog übernommen habe, da man ihn nicht direkt verlinken kann:



Inflation, Arbeitslosigkeit und weitere politische Faktoren führten dazu, dass die soziale Situation der Bevölkerung in Armenien sich in den vergangenen Monaten dramatisch verschlechtert hat. Viele Menschen wissen nicht, wie es weitergehen soll.

So ergeht es auch Familie Sargsian, deren vier Kinder im Patenschaftsprogramm von Diaconia sind. Vater Hratschja ist psychisch krank. Er wurde 1988 Augenzeuge des verheerenden Erdbebens in der Stadt Spitak und musste mit ansehen, wie sein Onkel mit seinen Kindern unter den Trümmern verschüttet wurde. Inzwischen geht es Hratschja etwas besser. Er und seine zweite Frau Susanna haben vier Kinder, das fünfte ist unterwegs.

Die Familie lebt in Hratschjas marodem Elternhaus. Die tragenden Balken sind morsch, und die Wände sind von zahlreichen Rissen durchzogen, seit eine U-Bahnlinie direkt unter ihrem Haus verläuft. „Jedes Mal, wenn ein Zug kommt, wird das ganze Haus erschüttert“, erzählt Susanna. Das aussenliegende Bad funktioniert schon lange nicht mehr: Die Rohre sind geplatzt, und eine neue Wasserleitung können sie sich nicht leisten. Die Eingangstür fehlt völlig.

Aufgrund dieser schlechten Wohnbedingungen wurden die Söhne Gharib (14) und Erwand (12) in einem staatlichen Internat untergebracht. Dort wurden sie gut betreut und schliefen in trockenen Betten. Aber sie vermissten ihre Familie. Ihre Noten wurden schlechter, und sie kränkelten. Hratschja und Susanna holten sie zurück nach Hause. „Die Kinder schämen sich, die Schule zu besuchen. Sie müssen oft schmutzige Kleidung tragen, weil ich keine Möglichkeit habe, ihre Sachen zu waschen. Deshalb werden sie von ihren Schulkameraden gehänselt“, berichtet Susanna. Die Familie besitzt keine Waschmaschine, keinen Kühlschrank, keinen Herd.

Im Haushalt leben auch Hratschjas 79-jährige schwerkranke Mutter und seine 54-jährige Schwester, die unter psychischen Störungen leidet. Niemand in der Familie hat eine Arbeit. Das Geld reicht oft nicht einmal für das Nötigste. Tochter Diana macht eine Ausbildung zur Hebamme. Die Studiengebühr wurde von Diaconia bezahlt. Doch ein Praktikum kann die junge Frau, obwohl gefordert, nicht machen – die Transportkosten sind zu hoch. Wir möchten mit Ihrer Hilfe das Haus der Familie renovieren, die Wasserleitung erneuern lassen, eine Waschmaschine und weitere Gebrauchsgegenstände kaufen und die Ausbildung der Kinder sichern. Bitte helfen Sie dieser Familie durch Gaben und Gebete.


Da wir selbst bereits unsere Patenkinder in Armenien getroffen und auch Hilfsprojekte von Diaconia besucht haben, können wir garantieren, dass Spenden 100%ig ankommen!

Die Spendenkonten findet ihr hier, online spenden über Postcard (Schweiz) oder PayPal könnt ihr hier. Bitte gebt als Verwendungszweck unbedingt „Projekt 3026 – Hausrenovierung Hratschja“ an. Vielen lieben Dank!!!

Dienstag, 2. September 2014

Briefe aus Armenien


Wie ich schon in meinem letzten Blog-Beitrag erwähnte, freuen wir uns immer, wenn wir Briefe von unseren Patenkindern in Armenien bekommen. Das Gleiche gilt für Berichte über die Kinder, die wir erhalten. Einige der Kinder schreiben regelmäßig, andere weniger regelmäßig und manchmal bekommen wir auch Post von anderen Familienmitgliedern. Von Zeit zu Zeit liegen Fotos bei oder sogar selbstgemachte Geschenke.


Einige Fakten:

Die Kinder sind zwischen elf und sechzehn Jahre alt.

Vier von ihnen wachsen ohne Väter auf, weil diese die Familien verlassen haben.

Fünf von ihnen leben mit einer chronischen Krankheit und / oder einer Behinderung. Wenigstens drei von ihnen haben chronisch kranke Eltern. Dies in einem Land, in dem man alle Kosten für medizinische oder therapeutische Behandlungen selbst tragen muss . Für die Patenkinder ist auch die medizinische Grundversorgung gratis.

Die Eltern von fünfen sind arbeitslos. Die Eltern der anderen drei verdienen zu wenig, um ihre Familien ernähren zu können.

Einer von ihnen besucht keine Schule, da es keine oder zu wenige Schulen für stark mehrfach behinderte Kinder gibt.

Auf der anderen Seite besuchen zwei zur Zeit ein College und sind entschlossen, das Beste aus dieser Chance zu machen. Mit Gottes Hilfe haben wir für eines von ihnen die Ausbildungsgebühr übernommen. Die meisten anderen strengen sich in der Schule sehr an, obwohl es unter den gegebenen Bedingungen schwierig für sie ist.


Während der letzten Jahre, seit wir begonnen haben, Kinderpatenschaften zu übernehmen, haben wir gemerkt, dass so eine Patenschaft weit mehr bedeutet, als nur Geld zu überweisen auf der einen Seite und lebenswichtige Güter und Dienstleistungen zu empfangen auf der anderen. Es entstehen Beziehungen, die mit jedem Brief und jedem Bericht enger werden.


„Die Armut sagte mir: ich bin hoffnungslos, ich bin ein Nichts, und ich glaubte das.“ – Richmond, ehemaliges Patenkind über Compassion

Viele Menschen wären in der Lage, eine Kinderpatenschaft zu übernehmen, aber längst nicht alle tun es. Niemand muss acht Kinder auf einmal nehmen – das sind nur einige wenige von uns, die eine besondere Berufung haben. Nimm nur eines! Es kostet etwa 30 Euro pro Monat, was wirklich nicht viel ist, wenn man darüber nachdenkt. Überlege einmal, was du an einem Abend ausgibst, wenn du Essen oder in die Disco gehst, oder wieviel Geld du an einem einzigen Shopping-Wochenende für Klamotten verpulverst, die womöglich hinterher nur im Schrank hängen!

Es gibt ein paar bekannte Organisationen wie Compassion, Plan, SOS-Kinderdörfer und World Vision, sowie mehrere kleinere wie Diaconia, über die wir unsere Patenkinder haben. Jede diese Organisationen verfügt über eine lange Liste von Kindern, die dringend Hilfe brauchen, du hast also die große Auswahl, was Geschlecht, Alter und Herkunft des Kindes angeht. Auf der World Vision-Website kannst du dir sogar zeigen lassen, welche Kinder am selben Tag wie du Geburtstag haben, und für diese eine Patenschaft übernehmen. Aber welches Kind du dir auch immer aussuchst, es ist es wert! Du kannst die Welt verändern – zumindest für ein Kind!


Mittwoch, 30. April 2014

Dringend neue Paten gesucht!

Update: Der Junge hat inzwischen eine Patin gefunden, aber viele Kinder suchen nach wie vor Paten. Wenn ihr also eine Patenschaft in Erwägung zieht - am Ende dieses Blog-Beitrages findet ihr Kontaktdaten :)
 

Heute morgen bekamen wir mal wieder einen Umschlag mit einem Stapel Briefe von einigen unserer Patenkinder bzw. deren Eltern in Armenien. Es bereitet uns immer große Freude, zu lesen, wie es ihnen geht und was sie uns zu sagen haben – normalerweise. Heute war allerdings ein Hilferuf eines unserer Patenjungen dabei, der schrieb, dass sein jüngerer Bruder (er wird in diesem Jahr 11 Jahre alt) seine Paten verloren hat. Dies bedeutet für den Jungen, dass er nicht nur keine Lebensmittelpakete mit Grundnahrungsmitteln, sondern auch keine Kleidung, keine Schulsachen und keine medizinische Versorgung mehr bekommt.


Wir sind seit 2007 Paten von zweien der Kinder aus der Familie und durften sie, ihre Großmutter, den Vater und auch den jüngeren Bruder 2009 in Jerewan kennenlernen. Die Familie besteht aus vier Erwachsenen (Großmutter, Eltern, Tante), die alle zu alt, zu krank oder zu behindert sind, um auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt in Armenien eine Chance zu haben, und vier Kindern. Der Vater, der früher für alle finanziell gesorgt hat, ist seit einigen Jahren ebenfalls durch einen Unfall Invalide. Die Familie lebt von Alters- und Invalidenrenten, die vorne und hinten nicht zum Leben reichen. Sie wohnen in einem maroden Haus, in dem Schimmel und Feuchtigkeit an der Tagesordnung sind. Bei Regen kommt Wasser durch das undichte Dach.

Die Kinder sind also auf die monatliche Hilfe durch Paten dringend angewiesen, damit wenigstens ihre Grundbedürfnisse befriedigt werden können. Wir haben insgesamt zur Zeit acht Patenkinder bei Diaconia und konnten uns vor Ort überzeugen, dass das Geld wirklich ankommt. Es würde uns sehr freuen, wenn jemand, der dies liest, bereit wäre, die Patenschaft für den Jungen für 30 Euro im Monat zu übernehmen. Er ist wie gesagt nicht mehr ganz so klein, das heißt, die Patenschaft würde nur noch etwa über acht bis neun Jahre laufen. Falls ihr Interesse habt, könnt ihr euch gerne an mich oder direkt an Michaela Kuhlmann (deutschland@diaconia.org oder Tel. 0 77 61 55 32 973) bei Diaconia wenden.

Sonntag, 20. April 2014

Taschen für die Freiheit


„For Freedom“ prangt in großen Buchstaben auf meiner neuesten Umhängetasche. Auf den ersten Blick scheint dies ebenso zur Verzierung der Tasche zu gehören wie die Knöpfe oder das Muster. Allerdings haben die Worte eine Bedeutung, denn diese Tasche ist etwas Besonderes. Sie wurde von Frauen in Kambodscha hergestellt, die vorher Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung geworden waren. Sie stellen unter dem Dach einer Hilfsorganisation Taschen und andere Accessoires her, wobei auch Wert auf Nachhaltigkeit und Fair Trade gelegt wird. Das Projekt nennt sich Sak Saum, was auf Deutsch „Würde“ bedeutet.

Ich hatte von Sak Saum in einer Ausgabe der christlichen Frauenzeitschrift „Lydia“ gelesen und war sofort angesprochen. Auf der englischsprachigen Website fand ich diese Tasche, in die ich mich augenblicklich verliebte und die ich mir bestellen wollte. Erst als es darum ging, die Lieferadresse anzugeben, merkte ich, dass man als einziges Land die USA angeben konnte. Dennoch – mit den entsprechenden Englischkenntnissen, etwas Geduld (die ganze Prozedur von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Lieferung dauerte 27 Tage), einem PayPal-Konto und dank der Freundlichkeit der Sak Saum-Mitarbeiter hauptsächlich in den USA bin ich dann doch noch an die Tasche gekommen :)


Hätte ich mich nicht schon unsterblich in diese Tasche verguckt, wäre ich einen anderen Weg gegangen. Auf der Website von Show Your Love bekommt man nämlich nicht nur deutschsprachige Informationen zu Sak Saum, sondern kann auch eine Auswahl der in Kambodscha hergestellten Taschen und Accessoires kaufen. Dort habe ich die Tasche bestellt, die Hermann von mir zum Geburtstag bekommen hat. Beide Taschen sind aus hochwertigem Material, hervorragend gearbeitet und auf jeden Fall ihren Preis wert!

Falls du dich nicht für eines der auf der Show Your Love-Website gerade angebotenen Dinge begeistern kannst, lohnt es sich, immer mal wieder vorbei zu schauen oder Fan auf der Facebook-Seite zu werden, da der Online-Shop öfter aktualisiert wird. Auf der Facebook-Seite erfährst du auch, wann und wo die Taschenparties stattfinden, die in unregelmäßigen Abständen veranstaltet werden. Es ist es im doppelten Sinne wert – erstens erwirbt man erstklassig gearbeitete Ware und zweitens hilft man damit den Menschen in Kambodscha, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so dass sie nicht mehr in die Gefahr geraten, aus Not zu Opfern von Ausbeutung zu werden.

   
(Video auf Englisch)

Montag, 18. November 2013

Es musste sein ...



Ich hatte es lange vor mir hergeschoben, denn schließlich kostet es ja Geld und das hätten wir gut anderweitig gebrauchen können. Aber es ging nicht mehr. Mein Körper rächt sich bei den „falschen“ Arbeiten wie z.B. Fußböden putzen regelmäßig mit extra heftigen Schmerzen (ein gewisser Schmerzlevel ist immer da, egal, was ich tue oder unterlasse). Es nutzt auch nichts, wenn man seine Fenster einigermaßen regelmäßig putzt (das erlaubt mir mein Körper) und dabei der Fußboden immer dreckiger wird. Okay, von außen sah unsere Wohnung dann immer noch gut aus ;) Leider nicht von innen.

Also musste eine Putzfrau her. Wir fragten im Bekanntenkreis herum und fanden schließlich jemanden, so dass unser Heim seit kurzem auch für Besuch wieder begehbar ist :)

Schon einige Zeit vorher hatte ich mich durch die Website der Minijob-Zentrale gelesen, weil wir unsere Putzhilfe ordentlich anmelden wollten. Weniger aus Angst, wegen der „Schwarzarbeiterin“ erwischt zu werden – ich habe noch nie gehört, dass das im privaten Bereich jemandem passiert wäre und ich habe in meinem Leben schon viel Schwarzarbeit gesehen – sondern aus moralischen Gründen. Ja, ich sehe schon einige Leser spöttisch grinsen. Schön doof, diese Moral, zumal sie ja auch etwas kostet. Das tut sie allerdings. Da sind einmal die Abgaben an die Minijob-Zentrale für Sozialversicherung der Haushaltshilfe – bekommt sie z.B. 100 Euro im Monat, bezahlt man etwas über 14 Euro an die Minijob-Zentrale, kann aber mehr als 22 Euro von der Steuer absetzen – und dann die Urlaubs- (4 Wochen) und Feiertags-Lohnfortzahlung, außerdem, wenn man Pech hat, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die man sich allerdings bis zu 80% erstatten lassen kann.

Selbst wer das alles einsieht und die Kosten tragen will, schreckt womöglich vor den Formalitäten zurück.

Aber …

Dafür ist die Haushaltshilfe unfallversichert, falls z.B. die Leiter, auf der sie gerade steht, um den Kronleuchter zu putzen, gerade dann beschließt, zusammenzubrechen.

Abgesehen davon ist es nun einmal moralisch und gesetzlich einwandfrei. In unserem Fall sowieso – als Christen sind wir gehalten, alle Gesetze zu befolgen, die nicht im Widerspruch zu Gottes Geboten stehen. Aber auch ohne diesen Glaubenshintergrund ist legal immer besser als illegal :)

Und wer sich vor komplizierten Regelungen und Formalitäten fürchtet, den kann ich beruhigen. Der Haushaltsscheck, also das Formular, das man ausfüllen muss, um eine Haushaltshilfe anzumelden, ist gerade einmal eine Seite lang und das, was man dort eintragen muss, beschränkt sich im Wesentlichen auf ein paar übliche persönliche Daten und eine Einzugsermächtigung, also keinerlei unbeantwortbare Fragen, wie man sie in so vielen Formularen findet, über denen man stundenlang grübeln muss. Arbeitsverträge gibt es ebenfalls als Vordrucke auf der Website. Bei Fragen und Unklarheiten jeder Art hilft die sehr gute Hotline der Minijob-Zentrale. Ich habe dort im Laufe der Zeit drei- oder viermal angerufen und nach meiner Erfahrung sind die Wartezeiten minimal. Meine Fragen konnten ebenfalls allesamt kompetent beantwortet werden. Nicht einmal eine Woche, nachdem wir den Haushaltsscheck abgeschickt hatten, kam schon die Bestätigung mit unserer Betriebsnummer. Die bleibt unsere, auch wenn die Putzhilfe wechseln sollte.

Es ist also alles ganz easy und es gibt wirklich keinen Grund, es nicht zu tun, es sei denn, man ist tatsächlich zu geizig für die geringe Zusatzabgabe!

Samstag, 3. August 2013

Wo der Mittag in den Abend mündet

Zu Beginn meiner Ehe mit einem Schwaben gab es bei uns häufig folgenden Dialog:

Ich: „Bist du heute Mittag zuhause?“ - Er: „Nein, ich habe um 15 Uhr einen Termin.“

Ja, so ist das hier im Ländle – den Nachmittag gibt es nicht, den erspart man sich. Stattdessen wird einem vormittags an der Discounter-Kasse „En schöne Middag!“ gewünscht, wobei die Kassiererin keineswegs nur die Zeit von zwölf bis zwei meint. Eine Ausnahme ist es natürlich, und das kommt bei uns in der Gemeinde öfter vor, da es durch die Bundeswehr viele „Reigschmeckte“ gibt, dass die Kassiererin aus einem anderen Teil Deutschlands (oder Europas) kommt. Dann ist die Welt wieder in Ordnung und der Nachmittag wieder da :)

Übrigens habe ich mir inzwischen angewöhnt, meinen Mann zu fragen, ob er ZUM MITTAGESSEN zuhause ist. Damit vermeide ich Missverständnisse, denn zu Mittag essen auch die Schwaben normalerweise nur um die Mittagszeit.

Montag, 10. Juni 2013

Fundstück

... aus meiner heutigen Bibellese:

Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. Doch niemand kann sein Leben kaufen und Gott ein Lösegeld geben. Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, man muss für immer darauf verzichten. 

 [...]

Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: "Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!", so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, die niemals mehr das Licht erblicken.

Der Mensch, in seiner Pracht: Hat er nicht Einsicht, geht er zugrunde wie das Vieh.

Psalm 49, 7-9; 17-21 NeÜ

Samstag, 30. März 2013

Frühling in London

Dieses Video habe ich gerade auf YouTube gefunden – etwas Gänsehautgefühl für alle London-Fans :)