Samstag, 5. Juni 2010

Nicht ganz so niedliche Kinder

Es gibt sie tatsächlich, die nicht ganz so niedlichen Kinder. Ziemlich deutlich wird das zum Beispiel leider häufig dann, wenn für solche Kinder wegen ihrer Bedürftigkeit Paten gesucht werden. Kleine niedliche Mädchen haben im allgemeinen die größten Chancen, die geringsten ältere Jungen. Aber eben auch Kinder, die optisch nicht so attraktiv sind, missmutig in die Kamera schauen und ähnliches, werden offensichtlich nicht so gerne genommen. Aus diesem Grund stelle ich hier zwei Jungen von der Diaconia-Website vor, die schon eine ganze Weile dort zu finden sind, ohne dass sich jemand ihrer erbarmt hat. Die Texte wurden von armenischen Mitarbeitern der Organisation verfasst, deshalb das etwas holprige Deutsch. Den kleinen Eduard würden wir am liebsten selbst nehmen, aber mit zur Zeit acht Patenkindern, von denen wir einem noch teilweise eine Therapie bezahlen, ist dies leider für uns nicht zu machen. Eine Patenschaft kostet übrigens nur 25 Euro im Monat pro Kind, und wenn man es recht bedenkt, ist das wirklich nicht viel…

Eduard, geboren im Oktober 2000

Eduards Vater ist vor 4 Jahren an Magenkrankheit gestorben. Er hat sich jahrelang daran gelitten, zuerst ist er nie wegen Geldes zum Arzt gegangen, aber dann war es zu spät, die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Den Tod des Familienvaters hat die Familie wie ein Albtraum erlebt. Die Kinder vermissen ihn sehr und sprechen viel von ihm. Eduard braucht sehr die väterliche Fürsorge und Ratschläge. Die Mutter ist Arbeitslos. Die Oma bekommt eine kleine Rente, die kaum für das Brot reicht. Eduard hat noch eine Schwester. Die Familie wohnt in einem Wohnheim, wo sich keine menschenwürdigen Bedingungen existieren. Die Wohnung muss gründlich renoviert werden, aber dafür hat die Familie kein Geld. Die Oma leidet an Zuckerkrankheit und Insult und muss ständig Medikamente einnehmen. Eduard lernt in der 4. Klasse. Er lernt sehr gut, hat ein wenig Probleme mit Englisch, aber er ist sicher, dass er wieder schaffen wird. Eduards Mutter sagt, dass er sehr klug und zielstrebig ist und sie hofft sehr, dass ihr Sohn alle Hindernisse auf seinem Weg überkämpfen wird. Eduard hat Probleme mit den Augen und muss untersucht werden. Er will in der Zukunft wie sein Vater mutig und stark sein. Sein Vater war Freikämpfer im Berg Karabach und hat sich am Krieg teilgenommen. Ihre Patenschaft wird dem Eduard ein neues und sorgloses Leben schenken.


Robert, geboren im September 2005

Wie andre Familien in unserem Programm, leidet die Familie Baghdasarjans an Not und Armut. Die Arbeitslosigkeit in Armenien zwingt viele Familienväter die Familie in Armenien zu lassen und nach einer Arbeitssuche nach Russland zu fliegen. Auch Roberts Vater ist nach der der Geburt des zweiten Kindes nach Russland geflogen. Die erste Zeit hat er ständig angerufen und interessierte sich , wie es seiner Familie geht, aber langsamer wurden die Anrufe noch seltener, aber bald wird schon ein Jahr, dass er sich nicht mehr meldet. Die Mutter der Kinder hat mit ihren zwei Kinder zu ihren Eltern umgezogen. Die Großeltern sind Rentner und die kleine Rente reicht nur für das tägliche Brot. Die Mutter der Kinder ist Buchhalterin von Beruf, aber sie kann noch nicht arbeiten, weil die Kinder zu klein sind. Robert ist ein schüchterner und freundlicher Knabe. Er mag am liebsten mit den Autos spielen und der kleinen Schwester Anjuta Märchen erzählen. Er mag auch dem Opa helfen, den Hammer fest in der Hand halten und stolz zuhören, wie der Opa ihn lobt. Robert will Fahrer werden. Ihre Patenschaft wird wesentlich die Sorgen der Familie erleichtern und den Kindern schöne Zukunft schenken.

Wer für eines der Kinder eine Patenschaft übernehmen möchte oder noch Fragen hat, bitte hier klicken: Kontakt Diaconia

2 Kommentare:

barbara hat gesagt…

vor vielen Jahren hatte ich auch mal eine Patenschaft übernommen, habe jeden Monat 50 DM überwiesen. Ab und zu fragte ich, wie es meinem Patenkind ginge. Nach einem halben Jahr bekam ich einen Zweizeiler und ein Foto. Nach einem Jahr habe ich die Patenschaft gekündigt.
Bleibt zu hoffen, dass die Organisation, über die du berichtest, da etwas sorgfältiger ist.

Barbara hat gesagt…

Wir bekommen über jedes Kind einmal im Jahr einen Bericht mit Foto, manchmal auch Zwischenberichte. Außerdem bekommen wir von den meisten Kindern (oder deren Eltern) ab und zu Briefe. Im letzten Jahr haben wir Armenien besucht und unsere Patenkinder persönlich getroffen. Da konnten wir uns überzeugen, dass die Hilfe wirklich ankommt. Wenn man über irgendetwas unsicher ist und Fragen hat, kann man bei Diaconia anrufen; sie bemühen sich sehr um Transparenz in jeder Hinsicht.

Schade, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast, aber leider sind nicht alle Organisationen so seriös :(