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Montag, 22. Januar 2018

Deutschjüdische Glückskinder von Michael Wolffsohn - Rezension



Der Autor erzählt „eine Weltgeschichte“ seiner Familie, wobei sich der Teil dieser Weltgeschichte, der in dem Buch erzählt wird, hauptsächlich in Deutschland und Israel abspielt, denn dort leben oder lebten die meisten Mitglieder der erweiterten Familie Wolffsohn. Dies macht es jedoch nicht weniger interessant.

In seiner kurzweiligen Art erzählt Michael Wolffsohn weit mehr als nur die nüchterne Geschichte in Zahlen und Fakten. Er stellt die Personen, über die er schreibt, so vor, dass sie dem Leser am Ende wie gute Bekannte vorkommen. Das Buch besteht eher aus vielen Geschichten als einer zusammenhängenden Geschichte und diese Geschichten werden auch nicht chronologisch, sondern nach Themen geordnet erzählt. Sie handeln von den Familien Wolffsohn und Saalheimer in Deutschland, ihrer Flucht fast in letzter Minute nach Britisch-Palästina (später Israel), ihrem Leben dort und der Rückkehr eines Teils der Familie nach Deutschland, wo der Großvater Karl Wolffsohn versuchte, seinen „arisierten“ Besitz zurückzubekommen. Aber nicht nur mit Nicht-Juden legten sich die Wolffsohns an, auch mit anderen Juden, vor allem dem jüdischen Establishment. Ab einem bestimmten Zeitpunkt immer vorneweg: der Autor selbst. Dabei setzt er sich durchaus selbstkritisch mit seinen früheren „Kämpfen“ auseinander. 

Nachdem man sich eingelesen hat – ich fand die fehlende Chronologie am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig – ist das Buch flüssig zu lesen und sehr unterhaltsam. Es eignet sich hervorragend als Lektüre zum Nachmittagstee (oder –kaffee). Ob es sich auch als Bettlektüre eignet, kann ich nicht sagen. Ich selbst habe zu viel zum Nachdenken darin gefunden, um es mir kurz vor dem Schlafengehen noch zuzumuten.

Montag, 11. Februar 2013

Lydia

Bisher hatte ich mich für diese christliche Frauenzeitschrift nie interessiert, und zwar genau deswegen – das Label „Frauenzeitschrift“ hatte mich abgeschreckt. Ich war immer standhaft der Meinung, Lydia wäre so etwas wie eine auf christlich gebürstete typische Zeitschrift für Frauen (Namen werde ich hier nicht nennen, aber ihr wisst schon, welche ich meine ;) ) – vielleicht etwas weniger Mode und Make-Up, dafür aber mehr Kochrezepte, Bastel- und Dekotipps, sowie ähnliche seichte Themen bis hin zum unvermeidlichen Diätratgeber und etwas zwischenmenschlichem Gesülze. Die Sorte Zeitschrift also, die ich beim Friseur oder im Arztwartezimmer regelmäßig in drei Minuten durch habe – falls ich sie überhaupt zur Hand nehme. Meistens suche ich dort unter den Zeitschriftenstapeln sofort nach Focus oder Spiegel. Abonniert haben wir das christliche Nachrichtenmagazin IdeaSpektrum. Das ist meine Zeitschriftenwelt – oder war es zumindest bisher.

Vor ein paar Wochen empfahl mir jemand die Autobiographie der Lydia-Initiatorin und Redaktionsleiterin Elisabeth Mittelstädt, „Größer als meine Träume“. Beim Lesen dieses beeindruckenden Buches wurde mir klar, dass eine solche Frau niemals eine typische Frauenzeitschrift ins Leben rufen würde, weil sie viel tiefer denkt und empfindet, und auch viel zu viel durchgemacht hat, um sich hauptberuflich mit den Nebensächlichkeiten des Lebens aufzuhalten. Ich wurde neugierig. Also habe ich mir ein Probeexemplar der Lydia bestellt.

Schon beim Durchblättern wurde mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Lydia ist eine durch und durch untypische Frauenzeitschrift. Zumindest in dem Exemplar, das ich bekam, gab es keinerlei Mode- und Diättipps, und nur jeweils eine Seite Rezepte und Deko zum Selbermachen. Stattdessen ist die Zeitschrift voll von Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen und über die man nachdenken kann – auch im Hinblick auf das eigene Leben. In jeder Geschichte sieht man Gottes Wirken, auch oder gerade wenn es um harte Kämpfe im Leben geht. Daneben gibt es auch Ratschläge, wie man mit bestimmten Situationen im Leben umgehen kann. Es ist kaum möglich, diese Zeitschrift in einem Zug durchzulesen, dazu ist sie zu anspruchsvoll und die Artikel zu wertvoll. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausgabe!

Samstag, 24. November 2012

Ein Lesebuch für Mathemuffel?

Mathe war für mich immer ein Schulfach des Grauens. Eigentlich fing es schon in der Grundschule mit Rechnen an – Zahlen waren und sind für mich „tote Materie“ (Gott sei Dank für Taschenrechner!) und es fiel mir so ebenso schwer, das kleine Einmaleins zu lernen wie ein Gedicht auf Chinesisch, einer Sprache, die ich nicht verstehe. Nur, dass Letzteres niemand von mir verlangt hat.

Entsprechend schwierig war auch später das Rechnen mit Formeln für mich. Ich konnte sie zwar mit Mühe auswendig lernen, aber verstanden habe ich sie nie. Und ob sie uns jemals von den Lehrern erklärt wurden, weiß ich nicht mehr – vielleicht, ich will niemandem Unrecht tun. Wenn, dann vermutlich so, dass ich als „visueller Lerner“ es nicht verstehen konnte. Vor Klassenarbeiten habe ich mir die Formeln oft irgendwo versteckt hingeschrieben, um sie nicht zu vergessen, zumal ich sowieso regelmäßig ein Blackout hatte, wenn es an Prüfungen jeder Art ging. Wie ich durch die Schule gekommen bin und mein Abi geschafft habe, weiß ich nicht – irgendwie hat es funktioniert.


Als ich von dem eBook Magica Mathematica von Franziska Wolf hörte, war ich entsprechend neugierig, aber auch skeptisch. In eine Geschichte eingebunden, sollte Matheschwächlingen wie mir erklärt werden, was es mit geometrischen Formeln auf sich hat – und das auch noch so, dass wir es verstehen. Nun war ich in Geometrie zwar nicht ganz so schlecht wie in anderen mathematischen Disziplinen, aber das lag keineswegs an der Verständlichkeit der Formeln, sondern daran, dass man alles schön nachmessen und damit etwas tricksen konnte. Also war ich gespannt, ob ich anhand der Erklärungen in dem Buch irgendetwas verstehen würde. Und ich war überzeugt, dass es anstrengend sein würde, das Buch – zumindest den „Erklärteil“ – zu lesen, denn mit weniger als drei Wiederholungen wäre es sicher nicht getan, bis die Erklärungen mich erreichen würden.

Umso überraschter war ich, dass es mir gelang, durch einmaliges entspanntes Lesen bei Tee und Kuchen das Wesen der Formeln zu begreifen. Ich hätte noch tiefer einsteigen und die von der Autorin beschriebenen Papierfaltübungen machen können, aber auch ohne das weiß ich jetzt, wieso zum Beispiel die Formel für die Berechnung der Fläche eines Dreiecks oder eines Vierecks gerade so und nicht anders lautet. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir jemals vorher jemand (in der Schule schon gar nicht) erklärt hat, woher die Zahl π stammt und wieso man gerade sie nimmt, um den Umfang eines Kreises zu berechnen.

Mein Fazit: ein sehr gelungenes Buch für Leseratten mit Matheschwäche.

Montag, 12. November 2012

"Abtauchen in fremde Welten" - Interview mit der Autorin Brigitte Tholen


Informationen über die Autorin ...

Brigitte Tholen ist geborene Westfälin, lebt mittlerweile in Ostfriesland, ihrer Wahlheimat. Bereits in der Schule las sie alles, was ihr in die Finger kam. Sie liebte die Sprache, spielte mit Worten und schrieb kleine Geschichten.

In Düsseldorf arbeitete sie als Sekretärin, zog für 3 Jahre nach Marbella, kehrte zurück nach Düsseldorf. Als sie die Chance bekam im Irak auf einer englischsprachigen Baustelle zu arbeiten, überlegte sie nicht lange. 3 ½ Jahre blieb sie dort, bevor sie nach Ostfriesland kam und hier ihren späteren Mann heiratete. Mit ihm befuhr sie Deutschlands Wasserstraßen mit dem eigenen Binnenschiff, auf dem sie ernsthafter zu schreiben begann.

... und ihre Bücher

Sie veröffentlichte 2 Kriminalromane und einen Fantasy-Roman beim Gipfelbuch-Verlag, sowie mehrere Kurzgeschichten in Anthologien, zuletzt als Herausgeberin und Autorin. Ihre Kurzgeschichten wurden in Zeitungen und Zeitschriften-Verlagen veröffentlicht. 2011 gab sie ihre ersten E-Books heraus.

Im Oktober 2011 das 1. Buch „Schuld“ mit mehreren Kurzgeschichten. Es folgte „Schatten“, „Verborgen“, ebenfalls Kurzgeschichten. Der Verlag „Droemer & Knaur, übernahm den Vertrieb ihrer E-Books „Der Reeder“ (Kriminalroman) und „Verrat“ (Kriminalgeschichten).

Vor einigen Monaten erschien dann ihr neuester Kriminalroman „Flügelschlag der Angst“, der von ihr zunächst als E-Book und vor einigen Wochen auch als Printbuch beim Mysteria-Verlag veröffentlicht wurde.

Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?

Wie viele Autorinnen, habe auch ich schon früh mit dem Schreiben begonnen. Zunächst nur für mich, für Freunde und Bekannte. Ich liebe das Abtauchen in fremde Welten, liebe rätselhafte und geheimnisvolle Geschichten. In meiner Freizeit las und lese ich überwiegend Kriminalromane. Als ich zur Ruhe kam, begann ich mich mehr mit dem Handwerk Schreiben zu beschäftigen. Ich besuchte Seminare, lernte das Kreative Schreiben und tauschte mich mit Gleichgesinnten in Schreibgruppen aus, um konstruktive Kritiken zu bekommen.

Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?

Drei oder vier Stunden am Tag, damit meine ich aber auch das Ausarbeiten des Plots, die Recherche, die Überarbeitung. Es hat sich so ergeben, dass ich gegen 20 Uhr beginne und dann bis Mitternacht schreibe. Allerdings gibt es da auch Pausen. Zwischendurch, wenn es überhaupt nicht laufen will, twittere ich oder werbe bei Facebook für meine Bücher. Leider gibt es manchmal auch Schreibblockaden, das sind Zeiten, an denen ich glaube, dass alles was ich schreibe nur für den Papierkorb taugt. Dann habe ich das Gefühl, nie wieder eine Geschichte oder einen Roman beginnen oder weiter schreiben zu können.

Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du die Geschichte von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?

Der ungefähre Plot muss in meinem Kopf fertig sein, bevor ich ihn dann ins Reine auf meinem Computer schreibe. Bei einem Roman erstelle ich auch ein Step-Outline, damit ich weiß, was in jedem einzelnen Kapitel passieren soll. Allerdings ändert sich beim Schreiben noch einiges, weil die Figuren sich verselbständigen, einen anderen Weg einschlagen als geplant. Es ist eine spannende Sache, neue Möglichkeiten und Ideen entstehen dadurch. Allerdings das Ende bleibt wie geplant.

Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?

Ich schreibe überwiegend Kriminalgeschichten, vielleicht weil ich sie selber gerne lese. Ich liebe Ostfriesland und meine Geschichten und Romane spielen fast alle auch in diesem Landstrich. Wenn ich die Vermarktung dabei im Auge hätte, würde ich wahrscheinlich auf den jeweiligen Trendzug springen und Vampir- oder Gothic-Romane schreiben.

Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?

Zurzeit schreibe ich an einem neuen Kriminalroman. Auch hier ist der Schauplatz wieder „Dannerfehn“ in Ostfriesland. Diesmal werden Hauptkommissar Kröger und Uta aus dem Roman „Flügelschlag der Angst“ einen weiteren Mörder fassen müssen. Allerdings wird der Roman wahrscheinlich erst Anfang des nächsten Jahres fertig sein. Ein Cover ist noch nicht vorhanden.

Hier findet man weitere Informationen über Brigitte Tholens Bücher:

http://www.kimberry.eu

Dienstag, 23. Oktober 2012

"Mich faszinieren Menschen" - Interview mit der Autorin Elsa Rieger


Informationen über die Autorin ... 

Elsa Rieger, Wien, Jahrgang 1950, arbeite im Hauptberuf als Atemtrainerin. Nach Schauspielausbildung und Buchhandelslehre war ich in der Inspizienz und Abendregie des Theater der Courage beschäftigt.

... und ihre Bücher

Mich faszinieren Menschen. Wie sie lieben, leiden, wie sie Konflikte lösen oder darin untergehen. Oft spielt die Psychologie eine Rolle in meinem Romanen und Geschichten. Ich habe Romane, zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte, zum Teil veröffentlicht als e-books und Taschenbuch.

Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?

Ich begann mit Lyrik und Kurzprosa 1989. Dazu gekommen bin ich durch eine Lebenskrise, da platzte der Knoten und ich stellte fest, dass Schreiben eine tolle Wirkung auf meine Entwicklung hatte.

Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?

Ich schreibe ungefähr 4 Stunden täglich.

Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du die Geschichte von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?

Bei Geschichten lasse ich mich gern von den Mitwirkenden an der Hand nehmen. Bei Romanen mache ich mir eine genaue Plotline, um mich nicht zu verzetteln. Dass sich dann in Kleinigkeiten etwas ändern kann, weil die Protagonisten sich unvorhergesehen entwickeln, ist ok, aber der Hauptstrang sollte so bleiben, wie ich mir das ausgedacht habe. Klappt auch.

Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?

Ich schreibe ausschließlich über Themen, die mich selbst faszinieren. Ich wäre sicher viel erfolgreicher, würde ich Mainstream schreiben, also über Vampire, Dämonen, Serienkiller und dergleichen. Das ist aber nicht mein Wunsch, ich bin auch nicht in der Lage dazu, nach Publikumsgeschmack zu schreiben, um besser vermarktet werden zu können.

Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht? 

Eben habe ich meinen neuen Roman vollendet: Helene sucht eine große Zehe und findet die Wirklichkeit.

Hier findet man weitere Informationen über Elsa Riegers Bücher:

http://www.elsarieger.at/

Samstag, 6. Oktober 2012

„Vielleicht nicht massentauglich“ – Interview mit der Autorin Simone Ehrhardt


Informationen über die Autorin …

Mein Name ist Simone Ehrhardt, ich bin 45 Jahre alt und komme aus Mannheim. Im Moment lebe ich mit meinem Mann in einem kleinen Ort im Rhein-Pfalz-Kreis. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht, in meinem Beruf gearbeitet und später ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, danach wieder gearbeitet. Inzwischen bin ich freiberufliche Autorin.

… und ihre Bücher

In den letzten Jahren schrieb ich hauptsächlich Krimis, aber auch einige Liebesromane und Kurzgeschichtensammlungen, z.B. mit Weihnachtsgeschichten. Es sind schon ziemlich viele Veröffentlichungen in verschiedenen Verlagen zusammengekommen. Regelmäßig veröffentliche ich bei SCM R. Brockhaus bzw. SCM Collection (die gehören zusammen). Eine kommende Publikation im nächsten März ist ein Thriller mit dem Titel „Die Angst im Spiegel“ beim bookshouse Verlag. Ich veröffentliche aber auch gelegentlich selbst bei BoD, so wie mein demnächst erscheinender Krimi „Mörderisch glänzet der Wald“. Unter dem Pseudonym Sara Winter möchte ich mich zukünftig mehr dem Liebesroman widmen.

Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?

Mit eigenen Texten fing ich schon als Teenie an. Die früheste Geschichte, die ich aufgehoben habe, drehte sich um Pferde. Worum auch sonst? Ich verschlang ja ein Pferdebuch nach dem anderen. Später begeisterte ich mich für Krimis und beschloss, selbst eine christliche Krimireihe anzufangen. 2006 erschien der erste Band davon, „Tote Pfarrer reden nicht“.

Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?

Leider kann ich nicht sagen, dass ich konsequent jeden Tag schreibe. Das hängt sehr davon ab, ob es einen Abgabetermin gibt oder etwa eine Idee, die mich so begeistert, dass ich sie unbedingt umsetzen will. Wenn ich schreibe, dann etwa vier Stunden am Stück, danach brauche ich eine längere Pause. Es ist ziemlich unmöglich für mich, zu schreiben, wenn ich an einem Tag andere Termine oder Verpflichtungen habe. Ich darf mir für die Schreibtage nichts anderes vornehmen, damit das klappt. Andere Unternehmungen lenken mich zu sehr ab, erschöpfen mich vielleicht, sodass mir kreatives Arbeiten im Anschluss sehr schwer fällt, und meistens habe ich auch das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, mit dem Schreiben anzufangen, wenn ich nicht ein paar Stunden dran bleiben kann. Das ist natürlich nicht richtig. Ich könnte auch produktiv sein, wenn ich nur eine oder zwei Stunden habe. Ich habe aber auch schon von anderen gehört, dass es ihnen so geht.

Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du sie von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?

Gewöhnlich habe ich zuerst den Anfang im Kopf. Ich weiß nicht, wieso, aber erste Sätze und Absätze fliegen mir einfach so zu. Vom Ende habe ich eine vage Vorstellung, wenn ich einen Roman beginne, auch von der Handlung, obwohl ich oft einfach anfange zu schreiben und dann später einen Plan entwickle, wo es genau hingehen soll, mit allen Zwischenstationen. Viele Schriftsteller machen sich riesige Pläne zuhause mit Karteikarten zu allem Möglichen oder entwickeln den kompletten Plot noch bevor sie den ersten Satz schreiben – so etwas habe ich bisher nicht getan. Ich lasse mich beim Schreiben gern auch selbst überraschen. Und ja, so bleibt den Figuren mehr Raum, sich zu entwickeln, wohin sie wollen. Gelegentlich merke ich, dass eine eingeschlagene Richtung nicht funktioniert, dann muss ich sie ändern. Das ist dann so, als würden die Charaktere tun, was sie wollen, aber eigentlich ist es nur das Gespür für ihre wachsende Persönlichkeit und was dazu passt und was nicht. Mitunter kann sich das Schreiben ohne einen allzu festen Fahrplan aber auch zäh gestalten, dann muss man den Figuren jedes Wort und jede Handlung abringen. Ich glaube, der Leser merkt davon bei der Lektüre nichts mehr. Das ist ein rein subjektiver Eindruck des Autors.

Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?

Bisher habe ich immer Spaß an dem gehabt, was ich schrieb, auch wenn es sich um Auftragsarbeiten handelte. Ich könnte mir auf Anhieb auch nichts vorstellen, was mir überhaupt keinen Spaß machen würde, weil ich so viel Verschiedenes schreibe. Ich möchte natürlich gern viele Leser erreichen, am liebsten mit dem, was mir auch gefällt. Man sagt ja immer, man soll das schreiben, was man selbst gern lesen würde. Aber vielleicht ist mein Geschmack auch nicht massentauglich. Ich glaube, ich mache keine Abstriche an meine Vorlieben oder Überzeugungen. Es gibt Bücher, die sind Garanten für einen Massenerfolg – wenn es um viel Sex geht, am besten verschiedene Praktiken an sich selbst ausprobiert, Krimis mit Gewalt an Kindern oder besonders eindrücklich geschilderten Gewaltszenen und solche Bücher. Es gibt sicher noch mehr Beispiele. Ich denke zwar oft, das ist eine billige Masche, um schnell Erfolg zu haben und das könnte ich auch, aber ich mache es trotzdem nicht. Solche Darstellungen widerstreben mir, das möchte ich nicht schreiben.

Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?

Im Moment arbeite ich an „Mörderisch glänzet der Wald“, einem Weihnachtskrimi. Das Cover gibt es leider noch nicht, es ist noch in Arbeit, aber der Krimi soll im November erscheinen, also schon sehr bald und noch pünktlich zur Weihnachtszeit. Zuletzt erschienen ist „Neue Schwester, neues Glück“ unter meinem Pseudonym Sara Winter. Es ist ein Liebesroman und er ist seit einem Monat auf dem Markt.

Hier findet man weitere Informationen über Simone Ehrhardts Bücher:  
http://www.simone-ehrhardt.de

Mittwoch, 20. Juni 2012

Eva schläft von Francesca Melandri - Rezension


In dem Roman geht es um die Lebensgeschichte von Gerda Huber und ihrer Tochter Eva. Die Geschichte der beiden Frauen und ihrer Familie bildet den Rahmen für ein wesentlich interessanteres und spannenderes Thema: die Geschichte Südtirols und seiner Bewohner.

Die Autorin springt mit jedem neuen Kapitel von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder zurück. Die Kapitel der Gegenwart beschreiben in der ersten Person Evas Bahnreise in den Süden Italiens, wo sie einen Mann treffen möchte, der einmal der Liebhaber ihrer Mutter war und den sie als ihren Ziehvater betrachtete, bis er aus „Staats- und Familienräson“ die beiden verließ. Dabei erinnert sie sich an Ereignisse aus ihrer Kindheit. Die Kapitel der Vergangenheit sind dagegen in der dritten Person verfasst und beginnen im Jahr 1919, als Südtirol von den Siegermächten des ersten Weltkriegs an Italien gegeben wurde und die Unterdrückung der deutschsprachigen Minderheit und die Zwangsitalianisierung begann. Schonungslos und keineswegs einseitig beschreibt die Autorin, die selbst Italienerin ist, aber in Südtirol aufwuchs, anhand der Geschichte der Familie Huber und anderer Personen, wie man versuchte, mit diesen Zwangsmaßnahmen umzugehen – oder ihnen zu entgehen.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben und spannend zu lesen, wobei ich persönlich die Gegenwartskapitel, die jedoch im Verlauf des Buches glücklicherweise immer kürzer werden, fast als überflüssig empfand. Sie wirkten auf mich wie unwillkommene Werbeunterbrechungen während eines spannenden Films – auch wenn sie streckenweise ganz kurzweilig sind, wartet man doch nur darauf, dass es mit dem eigentlichen Film weitergeht. Dabei haben die Beschreibungen der Mitreisenden und der Landschaft durchaus ihren Unterhaltungswert. Das Thema der erfolgreichen Geschäftsfrau mit ihrem verkorksten Liebesleben inklusive unvermeidlichem verheiratetem Dauerliebhaber und in heutigen Geschichten fast ebenso unvermeidlichem homosexuellem „besten Freund“ (in diesem Fall ist es ein Cousin) ist jedoch zu ausgelutscht, als dass es noch interessant wäre.

Dagegen läuft die Autorin in den Kapiteln über die Vergangenheit zur Höchstform auf. Die Geschichte der jungen Gerda und ihrer Familie wird immer wieder unmittelbar von der Geschichte Südtirols beeinflusst. Gerdas Vater, ein Waisenjunge, der bedingt durch die italienischen Misshandlungen erst zu einem Kollaborateur der italienischen Faschisten, dann zu einem Anhänger der deutschen Nazis und in der Folge zum Außenseiter wird und später kaum Verantwortung für seine Familie übernimmt, prägt schließlich auch das Leben seiner Tochter – spätestens als er sie, noch minderjährig, fortschickt, um in einem Hotel zu arbeiten. Die jungen weiblichen Hilfskräfte in der Gastronomie wurden nicht ohne Grund als „Matratzen“ bezeichnet und letztlich endet auch Gerda mit einem Kind, dessen Vater, der Sohn eines ehemals armen Bauern, der zum Hotelbesitzer und Skiliftbetreiber aufgestiegen ist, von seinem Vater daran gehindert wird, sie zu heiraten. Von ihrem eigenen Vater wird sie endgültig vor die Tür gesetzt. Gleichzeitig betätigt sich einer ihrer Brüder als Terrorist, der versucht, die Italiener mit Gewalt aus Südtirol zu vertreiben. Ihr italienischer Liebhaber, der Polizist Vito, darf sie schließlich genau aus diesem Grund nicht heiraten.

Diese Kapitel des Romans, die den Hauptteil ausmachen, sind fesselnd geschrieben und man ist nach jedem Kapitel gespannt, wie es weitergeht. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, das durch eine klare Sprache besticht und es daher dem Leser erspart, sich mit einem „nobelpreisverdächtigen“ Stil herumzuschlagen, was das Lesen sehr angenehm macht.

Montag, 4. Juni 2012

Wofür wir kämpfen von Tino und Antje Käßner - Rezension


Antje und Tino Käßner waren beide als Bundewehrsoldaten im Auslandseinsatz – sie in Bosnien, er in Afghanistan, wo er bei einem Selbstmordanschlag sein rechtes Bein verlor. Soweit die nüchterne Zusammenfassung der Geschichte.

Sie wird allerdings keineswegs nüchtern erzählt. Nicht nur das Autoren-Ehepaar, sondern auch Verwandte und Freunde erzählen ihre Geschichte um diese Ereignisse und berichten dabei offen über ihre Gefühle und Gedanken. Zu den Erzählern gehören auch ein Kamerad von Tino Käßner, der bei demselben Anschlag beide Beine verlor, und seine Frau.

Dem Leser wird ein tiefer Einblick gewährt in das, was die jeweils erzählenden Personen erlebt haben. Der Stil des Buches erschien mir am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber letztlich kommt es hier nur auf den Inhalt an – und der hat es in sich. Thematisiert wird auch immer wieder der Umgang der deutschen Gesellschaft mit den Soldaten, die im Auslandseinsatz sind oder waren und die nach ihrer Rückkehr kaum Anerkennung, manchmal sogar Verachtung erfahren, was nicht zuletzt an der häufig einseitigen Berichterstattung der Medien liegt.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt – in mehrfacher Hinsicht!

Mittwoch, 1. Februar 2012

Des Rätsels Lösung...



Nachdem ich noch einmal drei Kapitel hintereinander statt nur einer Passage meines Romans eingegeben hatte, kam schließlich heraus, dass ich wie Melinda Nadj Abonji schreibe - das kam dreimal heraus. Es passt vermutlich besser, denn 1. ist sie nicht so bekannt, 2. eine Frau und 3. etwa in meinem Alter. Allerdings hat sie schon ein paar Preise gewonnen und eine Seite bei Wikipedia - dafür muss ich mich noch etwas ins Zeug legen ;)

Ich schreibe wie...



... sagt die FAZ. Als Text habe ich einen Ausschnitt aus meinem ersten Roman "Briefe aus Kensington" eingegeben.

Allerdings frage ich mich, warum ich dann nicht so erfolgreich bin wie Peter Handke! Ist doch irgendwie ungerecht, wenn ich genauso schreiben kann!

Den Link zum Test habe ich übrigens bei Lila gefunden.

Montag, 21. November 2011

"Ein Mann wie Papa" von Elsa Rieger - Rezension

Der Roman handelt von komplizierten Beziehungskisten erwachsener Menschen, die eigentlich nicht erwachsen sein wollen. Die Hauptperson Marie, eine Mittvierzigerin, die sich gerne auf jünger trimmt, macht bei den meisten Männern, mit denen sie zu tun hat – ihrem Liebhaber Paul, ihrem Schwager Chris und ihrem verstorbenen Vater - das „Peter Pan“-Syndrom aus, also die Weigerung, erwachsen zu werden. Dabei hält sie sich selbst für durchaus erwachsen, was eine grobe Fehleinschätzung ist. Auch Marie ist, ebenso wie ihre Schwester Julia und ihre Chefin Mona, in der Pubertät stecken geblieben. Wenn es brenzlig wird, flüchtet sie zu ihrer Mutter. Dabei ist sie selbst Mutter eines tatsächlich pubertierenden Sohnes und muss sich außerdem zeitweise um die Kinder von Julia kümmern. Aber für Paul wäre sie am liebsten ein Kind, was der sich nicht gefallen lässt – nicht zuletzt, weil er selbst noch mitten in der Pubertät steckt, obwohl er sich natürlich für ebenso erwachsen hält wie alle anderen Beteiligten.

Ein Mann wie Papa“ ist eine sehr gelungene Geschichte über die dauerpubertierenden Erwachsenen der postmodernen Gesellschaft. Der Egoismus des Einzelnen, der von einer Partnerschaft vor allem selbst profitieren möchte, wenn nötig auch auf Kosten des anderen, wird von der Autorin so anschaulich dargestellt, dass man als Leser die Romanfiguren am liebsten ständig irgendwohin treten möchte. Zumindest mir ging es so. Allerdings erscheinen mir die Allüren der Protagonisten nicht – oder wenigstens nicht sonderlich – übertrieben. Die ewig pubertierenden Egomanen sind tatsächlich unter uns und sie sind gar nicht so selten.

Donnerstag, 8. September 2011

Das Ende des Sommers

Er ist zwar noch nicht ganz weg – und eigentlich ist ja die Frage, ob man überhaupt wirklich von „Sommer“ reden kann, allenfalls von „Teilzeitsommer“ – aber an der immer eher einsetzenden Dunkelheit und den sich langsam verfärbenden Blättern merkt man schon, dass er nicht mehr lange bleiben wird. Damit beginnt für mich auch wieder die Zeit der Bloggerei. Ich habe zwar offiziell keine Blogpause gemacht, aber irgendwie hatte ich während der letzten Zeit keine Lust – ich geb’s ja zu! Allerdings habe ich deswegen kürzlich schon eine „Beschwerde“ bekommen ;)

Was bei mir in den letzten Monaten passiert ist:

1. Habe ich ein neues Buch veröffentlicht, und das ist zum ersten Mal auch in verschiedenen Online-Shops als E-Book erschienen, unter anderem bei iTunes und Amazon Kindle, aber natürlich auch als Print-Ausgabe.

2. Haben wir seit Ende August einen neuen Hund, genau genommen einen Zwergpinscher. Er heißt Flash Gordon ist der Großneffe von Yaris, der bereits seit fast drei Jahren bei uns lebt. Bilder der beiden Süßen kann man auf ihrer Fanseite bei Facebook anschauen – und man darf natürlich auch „Fan“ werden ;)

3. Ist unser Haus mal wieder eine Baustelle – dieses Mal allerdings glücklicherweise außerhalb unserer Wohnung. Unsere zukünftigen Nachbarn sind dabei, ihre Haushälfte gründlich umzubauen und außerdem draußen eine Menge Dinge zu tun, die uns ebenfalls nützen. Der Schmutz und der Lärm machen uns nicht das Mindeste aus – lästig sind immer nur Handwerker in der eigenen Wohnung (finde ich jedenfalls, da fühle ich mich immer in meiner Privatsphäre gestört), obwohl das natürlich leider auch manchmal nötig ist.

Okay, ich denke das reicht für heute – bis demnächst ;)

Montag, 9. Mai 2011

Seit einigen Tagen...


… ist mein neuer Roman zu haben. „Das Haus der Großmutter“ ist eine Geschichte, die traurig anfängt und glücklich endet. Darum geht es:

Nach dem Unfalltod ihrer Eltern und Geschwister werden Miriam und ihr jüngster Bruder Samuel von der Großmutter aufgenommen. Als diese einige Jahre später stirbt, drängt ihr Sohn auf den Verkauf ihres Hauses. Miriam sieht keine Möglichkeit, es zu verhindern, und findet sich damit ab. Doch die Geldgier des Onkels, eine geheimnisvolle Entdeckung auf dem Dachboden und die überraschende Begegnung auf einem Kreuzfahrtschiff scheinen das Unmögliche möglich zu machen…

Erhältlich ist er unter anderem bei Amazon und mit etwas Glück auch bei meinem Preisausschreiben.

Sonntag, 20. Februar 2011

Das Wetter

Nachdem wir jetzt schon eine ganze Weile so etwas wie Frühling hatten, ist seit heute der Winter zurück. Irgendwann heute Nacht hat es angefangen zu schneien (ziemlich nassen Schnee, mit dem wahrscheinlich nicht einmal die Wintersportfans etwas anfangen können) und das tut es immer noch. Ich bin wenigstens in unserer schönen warmen Wohnung, aber dafür werde ich gleich meinen Ehemann auftauen müssen, denn der muss heute den ganzen Tag draußen arbeiten. Als Lokaljournalist ist er bei einem Narrentreffen – das ist die hiesige Bezeichnung für einen Karnevalsumzug. Der Ärmste! Werde gleich schon mal den Holzofen anschmeißen, heißes Badewasser einlassen und Tee kochen.

Ich verkrieche mich dafür in den Roman, den ich gerade schreibe. Da ist es nämlich im Moment Sommer und meine Hauptpersonen befinden sich auf einer Kreuzfahrt. Ich krame dabei ganz tief in den Erinnerungen an unsere eigene Kreuzfahrt im Herbst letzten Jahres und das macht viel Spaß :) Und es lenkt vom Wetter draußen ab!

Sonntag, 6. Februar 2011

Kreuzende Bücher und ein neues Patenkind


BookCrossing.com...

Seit Mitte Januar bin ich Mitglied bei BookCrossing und habe auch schon einige Bücher registriert. Eines davon hatte ich per Post an eine Freundin verschickt, ein anderes am Freitagabend „in die Wildnis entlassen“. So heißt das bei BookCrossing, wenn man ein Buch einfach irgendwo liegen lässt – entsprechend markiert und, falls man es draußen „entlässt“, natürlich in einer Plastikfolie oder ähnlichem - und darauf hofft, dass es jemand nicht nur mitnimmt, sondern seinen Fund auch auf der BookCrossing-Website meldet. Für mein Buch gab es noch keine Rückmeldung, aber ich hoffe auf einen der vielen Sonntagnachmittagsspaziergänger, die das Buch von der Bank, auf der es liegt, mitnehmen. Wenn es jemand nur mitnimmt, ist das natürlich auch okay, aber netter wäre es natürlich, dieser Jemand würde sich auch melden.

Zum zweiten Mal, seit wir Kinderpatenschaften in Armenien übernommen haben, bekamen wir nun schon die gute Nachricht, dass es der Familie eines Kindes finanziell so viel besser geht, dass sie unsere Hilfe nicht mehr benötigen. Das ist natürlich viel besser, als wenn ein Kind aus der Patenschaft entlassen werden muss, weil es zu alt ist – wobei man bei Diaconia in dieser Hinsicht durchaus flexibel ist. Es ist den Paten überlassen, ob sie ein Kind, sofern es noch Hilfe braucht, zum Beispiel durch eine Ausbildung oder ein Studium begleiten. Aber irgendwann ist eben doch Schluss.


Mit diesem erfreulichen Bericht bekamen wir den Vorschlag für ein neues Patenkind. Astghik ist zwölf Jahre alt, hat eine zerebrale Bewegungsstörung und Augenprobleme. Ihr Vater hat die Mutter schon vor der Geburt des Kindes verlassen und ist seitdem nicht wieder aufgetaucht. Allerdings kann sie wenigstens zur Schule gehen, was in einem Land wie Armenien längst nicht allen Kindern mit Behinderung vergönnt ist. So hat sie wenigstens eine Chance, später einmal eine Ausbildung zu machen und für sich selbst sorgen zu können.

Sonntag, 5. Dezember 2010

2. Advent



Den Sonntag habe ich nun zu meinem Blogtag erkoren. In der Woche habe ich zu viel zu tun, aber die Sonntage halte ich mir bewusst frei. Vielleicht schreibe ich irgendwann einmal etwas zwischendurch, aber zumindest einmal in der Woche sollte hier etwas Neues stehen, das habe ich mir vorgenommen.

Da jetzt die meisten Arbeiten an unserer neuen Wohnung vollendet sind, habe ich mit der Grundreinigung begonnen. Solange immer noch Handwerker Dreck gemacht haben, nicht nur mit ihren Tätigkeiten, sondern – vor allem, seit draußen Schnee liegt – auch mit ihren Schuhen, habe ich immer nur so weit sauber gemacht, dass es einigermaßen manierlich aussah. Für Sisyphos-Arbeit habe ich nun wirklich nichts übrig, dazu ist mir meine Zeit zu schade!

Eigentlich würde ich sowieso am liebsten die meisten Stunden des Tages an meinem neuen Roman schreiben, aber so lange ich keinen Bestseller produziere, der es mir ermöglichen würde, eine Putzfrau zu engagieren, muss ich die Hausarbeit leider selbst machen.

Sonntag, 21. November 2010

And the winner is...

... Sanne vom Blog "Tageslesereisen"! Herzlichen Glückwunsch :)

Mittwoch, 10. November 2010

Buch zu gewinnen!


Ein Exemplar meines Romans „Briefe aus Kensington“ wartet hier neben meinem Computer darauf, an eine(n) von euch verschickt zu werden (auf Wunsch signiert) :) Wer an der Verlosung teilnehmen möchte, braucht nur eine Frage zu beantworten:

Wie groß ist Melanie?

Heißer Tipp: die Antwort erfährt man, wenn man auf der Amazon.de Website auf „Blick ins Buch“ klickt – in dem dort veröffentlichten Text steht es. Im Übrigen können natürlich auch diejenigen mitmachen, die das Buch schon gelesen haben, man kann ja immer noch ein Exemplar verschenken ;)

Bitte benutzt nicht die Kommentarfunktion, sondern schreibt mir eine E-Mail an postATdrbstrohmenger.net oder eine PN über Facebook oder Twitter. Einsendeschluss ist der 20. November 2010, am 21. wird ausgelost und öffentlich bekannt gegeben, wer gewonnen hat. Der Gewinner wird außerdem persönlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Erfolg :)

Freitag, 29. Oktober 2010

Bücher, Bücher, Bücher

Ich bin eine nachlässige Bloggerin, was aber in erster Linie immer noch an unserem Umzug liegt. Hätte nicht gedacht, dass sich das so hinzieht. Zur Zeit (und das wird noch eine Weile dauern) besteht meine Hauptbeschäftigung darin, unsere Bibliothek einzuräumen, sprich, Kisten mit Unmengen von Büchern aus dem Keller zu holen, die Bücher auszupacken, zu sortieren und in die Regale zu stellen. Eine schöne, aber sehr zeitaufwändige und anstrengende Arbeit.

Vor kurzem ist mein eigener erster Roman „Briefe aus Kensington“ erschienen. Von einigen Leuten weiß ich, dass sie das Buch schon bestellt haben. Leider dauert es etwas, bis sie ihre Exemplare bekommen und noch länger, bis sie sie gelesen haben. Ich bin schon sehr gespannt auf Feedbacks.

Freitag, 6. August 2010

Es ist offiziell...

Unser Haus ist verkauft und wir ziehen Mitte September um.

Mein Roman ist fertig, ich muss ihn nur noch überarbeiten. Veröffentlichen werde ich ihn aber wohl erst nach unserem Umzug, da ich vorher zu viel zu tun habe.