Montag, 18. November 2013

Es musste sein ...



Ich hatte es lange vor mir hergeschoben, denn schließlich kostet es ja Geld und das hätten wir gut anderweitig gebrauchen können. Aber es ging nicht mehr. Mein Körper rächt sich bei den „falschen“ Arbeiten wie z.B. Fußböden putzen regelmäßig mit extra heftigen Schmerzen (ein gewisser Schmerzlevel ist immer da, egal, was ich tue oder unterlasse). Es nutzt auch nichts, wenn man seine Fenster einigermaßen regelmäßig putzt (das erlaubt mir mein Körper) und dabei der Fußboden immer dreckiger wird. Okay, von außen sah unsere Wohnung dann immer noch gut aus ;) Leider nicht von innen.

Also musste eine Putzfrau her. Wir fragten im Bekanntenkreis herum und fanden schließlich jemanden, so dass unser Heim seit kurzem auch für Besuch wieder begehbar ist :)

Schon einige Zeit vorher hatte ich mich durch die Website der Minijob-Zentrale gelesen, weil wir unsere Putzhilfe ordentlich anmelden wollten. Weniger aus Angst, wegen der „Schwarzarbeiterin“ erwischt zu werden – ich habe noch nie gehört, dass das im privaten Bereich jemandem passiert wäre und ich habe in meinem Leben schon viel Schwarzarbeit gesehen – sondern aus moralischen Gründen. Ja, ich sehe schon einige Leser spöttisch grinsen. Schön doof, diese Moral, zumal sie ja auch etwas kostet. Das tut sie allerdings. Da sind einmal die Abgaben an die Minijob-Zentrale für Sozialversicherung der Haushaltshilfe – bekommt sie z.B. 100 Euro im Monat, bezahlt man etwas über 14 Euro an die Minijob-Zentrale, kann aber mehr als 22 Euro von der Steuer absetzen – und dann die Urlaubs- (4 Wochen) und Feiertags-Lohnfortzahlung, außerdem, wenn man Pech hat, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die man sich allerdings bis zu 80% erstatten lassen kann.

Selbst wer das alles einsieht und die Kosten tragen will, schreckt womöglich vor den Formalitäten zurück.

Aber …

Dafür ist die Haushaltshilfe unfallversichert, falls z.B. die Leiter, auf der sie gerade steht, um den Kronleuchter zu putzen, gerade dann beschließt, zusammenzubrechen.

Abgesehen davon ist es nun einmal moralisch und gesetzlich einwandfrei. In unserem Fall sowieso – als Christen sind wir gehalten, alle Gesetze zu befolgen, die nicht im Widerspruch zu Gottes Geboten stehen. Aber auch ohne diesen Glaubenshintergrund ist legal immer besser als illegal :)

Und wer sich vor komplizierten Regelungen und Formalitäten fürchtet, den kann ich beruhigen. Der Haushaltsscheck, also das Formular, das man ausfüllen muss, um eine Haushaltshilfe anzumelden, ist gerade einmal eine Seite lang und das, was man dort eintragen muss, beschränkt sich im Wesentlichen auf ein paar übliche persönliche Daten und eine Einzugsermächtigung, also keinerlei unbeantwortbare Fragen, wie man sie in so vielen Formularen findet, über denen man stundenlang grübeln muss. Arbeitsverträge gibt es ebenfalls als Vordrucke auf der Website. Bei Fragen und Unklarheiten jeder Art hilft die sehr gute Hotline der Minijob-Zentrale. Ich habe dort im Laufe der Zeit drei- oder viermal angerufen und nach meiner Erfahrung sind die Wartezeiten minimal. Meine Fragen konnten ebenfalls allesamt kompetent beantwortet werden. Nicht einmal eine Woche, nachdem wir den Haushaltsscheck abgeschickt hatten, kam schon die Bestätigung mit unserer Betriebsnummer. Die bleibt unsere, auch wenn die Putzhilfe wechseln sollte.

Es ist also alles ganz easy und es gibt wirklich keinen Grund, es nicht zu tun, es sei denn, man ist tatsächlich zu geizig für die geringe Zusatzabgabe!

Samstag, 3. August 2013

Wo der Mittag in den Abend mündet

Zu Beginn meiner Ehe mit einem Schwaben gab es bei uns häufig folgenden Dialog:

Ich: „Bist du heute Mittag zuhause?“ - Er: „Nein, ich habe um 15 Uhr einen Termin.“

Ja, so ist das hier im Ländle – den Nachmittag gibt es nicht, den erspart man sich. Stattdessen wird einem vormittags an der Discounter-Kasse „En schöne Middag!“ gewünscht, wobei die Kassiererin keineswegs nur die Zeit von zwölf bis zwei meint. Eine Ausnahme ist es natürlich, und das kommt bei uns in der Gemeinde öfter vor, da es durch die Bundeswehr viele „Reigschmeckte“ gibt, dass die Kassiererin aus einem anderen Teil Deutschlands (oder Europas) kommt. Dann ist die Welt wieder in Ordnung und der Nachmittag wieder da :)

Übrigens habe ich mir inzwischen angewöhnt, meinen Mann zu fragen, ob er ZUM MITTAGESSEN zuhause ist. Damit vermeide ich Missverständnisse, denn zu Mittag essen auch die Schwaben normalerweise nur um die Mittagszeit.

Montag, 10. Juni 2013

Fundstück

... aus meiner heutigen Bibellese:

Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. Doch niemand kann sein Leben kaufen und Gott ein Lösegeld geben. Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, man muss für immer darauf verzichten. 

 [...]

Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: "Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!", so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, die niemals mehr das Licht erblicken.

Der Mensch, in seiner Pracht: Hat er nicht Einsicht, geht er zugrunde wie das Vieh.

Psalm 49, 7-9; 17-21 NeÜ

Samstag, 30. März 2013

Frühling in London

Dieses Video habe ich gerade auf YouTube gefunden – etwas Gänsehautgefühl für alle London-Fans :)


Montag, 11. Februar 2013

Lydia

Bisher hatte ich mich für diese christliche Frauenzeitschrift nie interessiert, und zwar genau deswegen – das Label „Frauenzeitschrift“ hatte mich abgeschreckt. Ich war immer standhaft der Meinung, Lydia wäre so etwas wie eine auf christlich gebürstete typische Zeitschrift für Frauen (Namen werde ich hier nicht nennen, aber ihr wisst schon, welche ich meine ;) ) – vielleicht etwas weniger Mode und Make-Up, dafür aber mehr Kochrezepte, Bastel- und Dekotipps, sowie ähnliche seichte Themen bis hin zum unvermeidlichen Diätratgeber und etwas zwischenmenschlichem Gesülze. Die Sorte Zeitschrift also, die ich beim Friseur oder im Arztwartezimmer regelmäßig in drei Minuten durch habe – falls ich sie überhaupt zur Hand nehme. Meistens suche ich dort unter den Zeitschriftenstapeln sofort nach Focus oder Spiegel. Abonniert haben wir das christliche Nachrichtenmagazin IdeaSpektrum. Das ist meine Zeitschriftenwelt – oder war es zumindest bisher.

Vor ein paar Wochen empfahl mir jemand die Autobiographie der Lydia-Initiatorin und Redaktionsleiterin Elisabeth Mittelstädt, „Größer als meine Träume“. Beim Lesen dieses beeindruckenden Buches wurde mir klar, dass eine solche Frau niemals eine typische Frauenzeitschrift ins Leben rufen würde, weil sie viel tiefer denkt und empfindet, und auch viel zu viel durchgemacht hat, um sich hauptberuflich mit den Nebensächlichkeiten des Lebens aufzuhalten. Ich wurde neugierig. Also habe ich mir ein Probeexemplar der Lydia bestellt.

Schon beim Durchblättern wurde mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Lydia ist eine durch und durch untypische Frauenzeitschrift. Zumindest in dem Exemplar, das ich bekam, gab es keinerlei Mode- und Diättipps, und nur jeweils eine Seite Rezepte und Deko zum Selbermachen. Stattdessen ist die Zeitschrift voll von Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen und über die man nachdenken kann – auch im Hinblick auf das eigene Leben. In jeder Geschichte sieht man Gottes Wirken, auch oder gerade wenn es um harte Kämpfe im Leben geht. Daneben gibt es auch Ratschläge, wie man mit bestimmten Situationen im Leben umgehen kann. Es ist kaum möglich, diese Zeitschrift in einem Zug durchzulesen, dazu ist sie zu anspruchsvoll und die Artikel zu wertvoll. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausgabe!

Freitag, 25. Januar 2013

Nichts

Schon so lange habe ich in diesem Blog nichts mehr geschrieben. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer eine schlechte Tagebuchschreiberin war. Nach ein paar Seiten habe ich regelmäßig aufgegeben, weil mir mein Alltag zu langweilig und nichtssagend vorkam, als dass er es wert wäre, nur ein Wort über ihn zu verlieren.

Jetzt gerade sehe ich mich um, auf das, was ich von meinem Sofaplatz im Wohnzimmer, wo ich mit meinem Laptop sitze, sehen kann, und frage mich, worüber es sich lohnen würde zu schreiben. Den Schnee, der draußen vor dem Fenster niederrieselt? Die Uhr mit Westminsterschlag, bei dem ich oft mitsumme? Unsere ewig streitenden Wellensittiche? Die Hunde, die neben mir auf dem Sofa liegen? Den halbfertig gestrickten knallrosa Wollschal, der wie so viele Schals, die ich stricke, in eine Kiste mit Kleidern für Bedürftige kommt? Oder meine Sudoku-Blätter, die ich so gerne abends während der Werbepausen bearbeite, wenn ich amerikanische Krimis anschaue? Das ist alles so normal und alltäglich, dass ich eigentlich gar nichts darüber schreiben kann.