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Samstag, 3. August 2013

Wo der Mittag in den Abend mündet

Zu Beginn meiner Ehe mit einem Schwaben gab es bei uns häufig folgenden Dialog:

Ich: „Bist du heute Mittag zuhause?“ - Er: „Nein, ich habe um 15 Uhr einen Termin.“

Ja, so ist das hier im Ländle – den Nachmittag gibt es nicht, den erspart man sich. Stattdessen wird einem vormittags an der Discounter-Kasse „En schöne Middag!“ gewünscht, wobei die Kassiererin keineswegs nur die Zeit von zwölf bis zwei meint. Eine Ausnahme ist es natürlich, und das kommt bei uns in der Gemeinde öfter vor, da es durch die Bundeswehr viele „Reigschmeckte“ gibt, dass die Kassiererin aus einem anderen Teil Deutschlands (oder Europas) kommt. Dann ist die Welt wieder in Ordnung und der Nachmittag wieder da :)

Übrigens habe ich mir inzwischen angewöhnt, meinen Mann zu fragen, ob er ZUM MITTAGESSEN zuhause ist. Damit vermeide ich Missverständnisse, denn zu Mittag essen auch die Schwaben normalerweise nur um die Mittagszeit.

Freitag, 9. Dezember 2011

Das 1-Euro-pro-Tag Experiment

Es ist immer wieder beeindruckend, wie viel Geld für wohltätige Zwecke zusammenkommt, wenn Promis bei irgendeiner Fernseh-Spendengala zu Spenden aufrufen und womöglich auch noch selbst am Telefon sitzen. Auf einmal öffnen sich die Brieftaschen, die sonst das ganze Jahr über – außer vielleicht zu Weihnachten – verschlossen sind, sich dafür aber umso leichter öffnen, wenn es um Luxusgüter für den eigenen Bedarf geht.

Ganz unwillig scheinen viele Menschen zu sein, wenn es um regelmäßige Spenden geht, wie etwa für Kinderpatenschaften. Dabei sind die monatlichen Beiträge im Vergleich zum Nutzen eigentlich lächerlich. Für lediglich zwischen 25 und 35 Euro pro Monat versorgen die Patenschaftsorganisationen ein Kind mit allem Nötigen, das es braucht, um ein einigermaßen menschenwürdiges Leben zu führen. Es ist bemerkenswert, zu hören, welche gut situierten Leute eine solche Patenschaft nicht übernehmen, weil sie sich einbilden, dafür womöglich auf etwas verzichten zu müssen. In den seltensten Fällen ist dies jedoch der Fall.

Zum Beweis lade ich dich zu einem Experiment ein: stecke für einen oder zwei (oder auch mehrere) Monate jeden Tag einen Euro in eine Spardose und achte am Ende des Monats darauf, ob du tatsächlich wegen dieses einen Euro pro Tag auf irgendetwas verzichten musstest, das du DRINGEND gebraucht hättest. Falls das nicht der Fall ist, entscheide dich, was du mit dem Geld machen willst, das du ja übrig hast.



Hier eine kleine Entscheidungshilfe (ich persönlich kenne die Organisationen Diaconia und KiKo, die beide absolut seriös sind und sauber arbeiten):

Ayuda Directa (www.ayudadirecta.org - Ecuador)
Brot des Lebens (www.brot-des-lebens.org - Armenien, Bosnien, Rumänien)
Bulungi (www.bulungi.de - Uganda)
Compassion (www.compassion-de.org - verschiedene Länder)
Diaconia (www.diaconia.org – Armenien und Rumänien)
Friedensflecken (www.friedensflecken.de - Kinder christlicher Familien im Heiligen Land)
Funyula Vision (www.funyula-vision.com - Kenya)
GAiN (www.gain-germany.org – Uganda, Indien, Portugal, auch Frauenpatenschaften in Indien)
Isis Hilfsprojekte (www.isis-hilfsprojekte.de - Ägypten)
KiKo (www.kiko-ev.de – Programmpatenschaften für geistig behinderte Kinder in Kolumbien)
Kindernothilfe (www.kindernothilfe.de – verschiedene Länder)
Missionswerk Frohe Botschaft (www.mfb-info.de - Kenia, Ruanda, Uganda, auch Seniorenpatenschaften in Uganda)
ora Patenherz (www.patenherz.de - verschiedene Länder)
Plan (www.plan-deutschland.de – verschiedene Länder)
Projekthilfe Südostasien (www.projekthilfe-suedostasien.de - Burma und Vietnam)
SOS Kinderdörfer (www.sos-paten.de – verschiedene Länder)
Regenbogen-Atelier (www.waisenkinderperu.de.vu - Peru)
Vision für Afrika (www.visionforafrica-intl.org - Uganda)
World Vision (www.worldvision.de – verschiedene Länder)

Samstag, 22. Januar 2011

Zeigt her eure Handys

Doro möchte gerne unsere Handys sehen – hier ist also meines:


Nicht das modernste, aber da ich es nur zum Telefonieren und ab und zu als Wecker benutze, reicht das. Etwas Besonderes ist an meinem Handy allerdings: wie vermutlich bei allen nicht ganz antiken Handys stellt sich die Zeit automatisch ein und um, sowohl auf Sommer- und Winterzeit als auch auf unterschiedliche Zeitzonen. Bis zum Frühjahr 2009. Damals waren wir in Armenien und seitdem weigert sich das Handy standhaft, von der armenischen Sommerzeit Abschied zu nehmen. Inzwischen waren wir schon wieder in einer anderen Zeitzone, in London, hatten mehrmals den Wechsel von Sommer- und Winterzeit, aber es half alles nichts. Bei dem Handy meines Mannes (gleiches Modell) war es übrigens ganz genauso. Er hat es irgendwie geschafft, es manuell umzustellen, aber meines weigert sich standhaft, das zuzulassen. Was das wohl zu bedeuten hat…

Sonntag, 26. September 2010

Spaziergang und Müllpolitik

Nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat, ist heute wieder ein ziemlich sonniger Tag und ich habe heute morgen beim Hundespaziergang mit Yaris einen besonders schönen Spazierweg entdeckt. Schließlich muss ich meinen neuen Wohnort erstmal „erobern“ und dafür sind die täglichen Hundespaziergänge gar nicht schlecht. Außerdem habe ich einen zweiten Tütchenspender entdeckt, was bei Yaris‘ Verbrauch (zwei bis drei Häufchen = Tütchen pro Spaziergang) auch ganz nützlich ist.

Hier oben auf der Hochebene der Schwäbischen Alb (zwischen 750 und 800 Meter über dem Meeresspiegel, je nachdem, wo man sich befindet), ist es schon ziemlich herbstlich und die Bäume verlieren massenhaft Blätter. Dabei weht ein eisiger Wind, selbst wenn es eigentlich nicht so sehr kalt (also um die 10°C) ist. Heute morgen hätte ich jedenfalls besser daran getan, mir eine Mütze aufzusetzen. Aber die Luft ist schön trocken und frisch. Nicht umsonst war Stetten a.k.M. ja mal Luftkurort – zwischen den beiden Weltkriegen, als es hier kein Militär gab, hat man die Kasernengebäude dafür genutzt und Tuberkulosepatienten und andere Lungenkranke dort einquartiert. Ich bin zwar nicht lungenkrank, aber für meinen Kreislauf ist die Luft hier oben auf jeden Fall auch gut. Heute ist der erste Tag, an dem ich mich – sehr wahrscheinlich stressbedingt – nicht gut gefühlt habe (zum Vergleich: an meinem früheren Wohnort war ich dankbar für jeden Tag, an dem ich einigermaßen fit war), aber mein Blutdruck ist dabei ziemlich stabil geblieben und das ist schon viel wert.

Ach ja, noch einmal zur Müllpolitik des Landkreises Sigmaringen (siehe auch den vorherigen Blog-Beitrag): den Glasmüll muss man hier extra zum Recyclinghof bringen, der übrigens von hier aus – wir wohnen ziemlich nah am Zentrum – nicht zu Fuß zu erreichen ist. Wir haben ja ein Auto, aber ich frage mich, was diejenigen machen, die keines haben – vermutlich alles nur in Plastikflaschen kaufen, die kommen in den gelben Sack. Sehr umweltfreundliche Regelung!

Sonntag, 19. September 2010

Es ist geschafft!

Wir sind inzwischen umgezogen, und obwohl noch riesig viel zu tun ist (nicht zuletzt, weil wir auf einer halben Baustelle leben) und wir in den nächsten Wochen noch keine stabile Internetverbindung haben werden, möchte ich wenigstens ab und zu wieder bloggen. Sonntage sind gute Tage, um das Kistengewühle und Staubgeputze (das ohnehin ziemlich unnütz ist, solange die Baustelle noch besteht, da alles gleich wieder schmutzig wird) mal sein zu lassen.

Unser neuer Wohnort Stetten am kalten Markt gefällt mir sehr gut, trotz aller Unkenrufe wohlmeinender Bekannter, die uns gewarnt hatten, dass es hier immer kalt sei (was übrigens nicht stimmt, obwohl es hier schon jeweils ein oder zwei Grad kälter ist als in der Umgebung). Dafür scheint hier immer schon morgens die Sonne, während sie in Mühlheim an der Donau (das in einem Tal liegt) oft bis mittags vom Nebel verdeckt wird. Was ich auch genieße, ist die wesentlich bessere Infrastruktur – da ich kein Auto habe, bin ich auf gute und vielseitige Einkaufsmöglichkeiten in „Fußnähe“ angewiesen und die habe ich hier.

Was wir uns am Anfang gleich besorgen – sprich: kaufen – mussten, war eine Restmülltonne. Gelbe Säcke bekommt man gratis, Papiertonne wird gestellt, Biotonne gibt’s nicht. Die Restmülltonne muss man, wie gesagt, selbst kaufen und da man den Restmüll nach Gewicht bezahlt (weshalb wir uns im Baumarkt gleich mal einen Komposter besorgt haben), am besten mit Schloss, damit nicht jemand anderes seinen Müll dort einwirft. Also sind wir zur hiesigen Eisenhandlung gefahren, wo es auch diese Tonnen gibt. Dort werden unter anderem elektrische Gartengeräte und Handwerkszeug für mehrere 100 Euro pro Stück verkauft – was nicht etwa heißt, dass man dort EC- oder gar Kreditkarten akzeptiert! Nein, wir mussten für die etwa 125 Euro für die Tonne extra zur Sparkasse laufen, um Geld zu holen. Dann das nächste Problem – wir hatten einen zweitürigen Leihwagen (unser Auto war in der Werkstatt) und die Tonne passte dort nicht hinein. Also blieb mir nichts anderes übrig als mir die Tonne zu schnappen und sie zu Fuß hinter mir her zu schleifen. Zum Glück sind es von dort nur ein paar hundert Meter bis zu unserem Haus. Mir begegneten auf dem Weg mehrere Leute, die mich und meine Tonne aber nicht beachteten. Offensichtlich ist es normal, dass man hier seine Mülltonnen hinter sich herschleppt, wenn man neu zugezogen ist.

Übrigens suchen wir immer noch nette Nachbarn – wer Interesse hat oder jemanden kennt (ideal wäre das Ganze für eine große oder wachsende Familie, die sich normalerweise kein Eigenheim leisten kann), der kann auf „Eigene vier Wände“ mehr erfahren!

Mittwoch, 23. Juni 2010

Der Tanz geht weiter

Wir mussten tatsächlich den Darlehensvertrag mit der einen Bank widerrufen. Dafür scheint es aber jetzt mit einer anderen Bank zu funktionieren, wenn auch zu etwas weniger günstigen Zinssätzen, dafür zu besseren Bedingungen. Außerdem haben wir jetzt wieder etwas Zeit, da es dieses Mal auf der Seite des Besitzers unserer Wohnung bzw. des Wohnblocks – der Gemeinde, in die wir ziehen werden – Verzögerungen gibt. Obwohl unser Architekt rechtzeitig einen Teilungsvorschlag für Haus und Grundstück vorgelegt und auch mit den zuständigen Leuten abgesprochen hatte, ist es irgendwie nicht gelungen, diesen Vorschlag am Montag dem Gemeinderat vorzulegen. Warum dies nicht geschehen ist, ist uns ein Rätsel. Die nächste Gemeinderatssitzung ist erst in vier Wochen, so dass wir jetzt schön Zeit haben, uns mit anderen Dingen als Renovierung und Umzug zu befassen :p Es wird wohl doch September werden – und wer weiß, wer als nächstes die Sache künstlich verzögert…

Freitag, 11. Juni 2010

Der Haus-Tanz

Unsere Hausverkauf-Wohnungskauf-Geschichte erinnert mich langsam an einen Tanz, nämlich einen wie Mr. Beveridge’s Maggot:



Man bewegt sich vor, zurück, seitwärts und im Kreis, und kommt auf diese Weise langsam vorwärts. So schön wie ein Tanz ist es allerdings nicht – jedenfalls nicht immer – und leider auch viel weniger berechenbar.

Am Mittwoch hatte ich noch ein gutes Telefongespräch mit unserem Architekten, das mich sehr zuversichtlich gemacht hat, was den Kauf unserer neuen Wohnung und die anschließende Renovierung angeht. Da ich ohnehin diese Woche Hausputz mache, bekam ich große Lust, einige Dekostücke gar nicht wieder aufzustellen, sondern schon mal zu verpacken.

Auch unser Hausverkauf geht jetzt in eine neue Runde. Das Haus wird zur Zeit bei Ohne Makler, Immobilienscout24 und Immonet angeboten. An dieser Stelle ein heißer Tipp für diejenigen unter euch, die eine Immobilie zum Verkauf anbieten möchten: die Einstellung in diesen drei und weiteren Datenbanken gibt es für etwas unter 100 Euro für immerhin drei Monate bei Ohne Makler.

Nur einen Tag später gab es dann prompt den nächsten Rückschlag: die Bank bestätigte uns, dass unsere Zwischenfinanzierung genehmigt sei. Ein paar Formalitäten seien dafür noch zu erledigen, die unsere Sicherheiten betreffen – und leider ist eine darunter, die wir beim besten Willen nicht erfüllen können (da es eben „nur“ um eine Formalität ging, und nicht um eine Vertragsbedingung als solche, wurde sie vor dem Vertragsabschluss nicht erwähnt, daher wussten wir davon nichts). Unser Finanzmakler hat sich trotz seines Urlaubs sofort darum gekümmert, dass wir eventuell daran vorbei kommen, aber die Bank lässt sich viel Zeit für ihre Antwort und uns zappeln – wie es aussieht, wenigstens bis Montag, denn jetzt ist ja erstmal Wochenende. Wenn wir Pech haben, müssen wir diesen Vertrag (der für uns sehr gut passend zum 30. Juni in Kraft träte) widerrufen und es wird ein ganz neuer aufgesetzt – was für uns vor allem wieder eine Verzögerung bedeuten würde. Natürlich ist mir jetzt erstmal die Lust vergangen, meinen Hausputz mit der Verpackung meiner Dekosachen zu verbinden, denn es könnte ja doch noch dauern…

Dienstag, 20. April 2010

Geht's noch?



Dieses Video hat es in sich - klar weiß man von den allgemeinen unqualifizierten Äußerungen der versammelten Gutmenschheit, die denkt, in der Welt würde Friede, Freude, Eierkuchen herrschen, solange die Bundeswehr und andere westliche Truppen diesen nicht stören, und dass es überhaupt nur diese westlichen Truppen sind, die überall Konflikte schaffen. Aber die Sprüche, die sich Soldatenfrauen offenbar anhören müssen (und aus den Kommentaren zu diesem Video zu schließen, scheinen diese Sprüche ein "Massenphänomen" zu sein), sind wirklich unglaublich!

Montag, 8. März 2010

Im Dschungel der Zahnmedizin

Es ist ja sicher nicht schlecht, wenn Zahnärzte sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren, aber wenn man nicht weiß, zu welcher Sorte Fachzahnarzt man mit seinem Wehwehchen gehen soll, ist es schon blöd – und noch blöder, wenn die (Zahn-)Ärzte es selbst nicht wissen.

Am Freitag war ich wegen meiner ständigen Gesichtsschmerzen endlich mal beim Hausarzt (ich drücke mich vor so etwas immer gerne und warte, dass es von selbst verschwindet). Der äußerte den Verdacht, dass ich eine „Kiefergelenkarthralgie“ haben könnte (was wohl soviel heißt, dass mein Unterkiefer nicht richtig sitzt und so langsam Verschleißerscheinungen einsetzen) und schrieb mir eine Überweisung zum Kieferorthopäden. Also rief ich heute morgen in einer entsprechenden Praxis an, wo mir jedoch gesagt wurde, dass für diese Sache die Kieferchirurgie zuständig wäre (Kieferorthopäden haben eher mit schiefen Zähnen zu tun). Die nette Dame am Telefon nannte mir freundlicherweise einen entsprechenden Fachmann. Dort rief ich dann an, nur um zu erfahren, dass man so etwas dort nicht machen würde, dass es aber einen Zahnarzt am Ort gäbe, der sich darauf spezialisiert hätte - der allerdings in der Datenbank der Krankenkasse, bei der ich immer gerne nachschaue, lediglich als Zahnarzt, ohne irgendeinen besonderen Schwerpunkt, geführt wird. Bei ihm habe ich endlich einen Termin bekommen (wobei mir die Überweisung nichts nützt, da man beim Zahnarzt ohnehin noch einmal die Praxisgebühr bezahlen muss) und hoffe jetzt, dass er weiß, wie er mit meinem Problem umzugehen hat und dass er mich nicht wieder von Pontius zu Pilatus schickt. Außerdem hoffe ich natürlich inständig, dass ich nicht operiert werden muss – das will ich GAR NICHT!

Montag, 15. Februar 2010

Die persönliche Fee

Am Samstag stießen wir in unserer Tageszeitung auf folgende Anzeige:


Das Ganze erinnert mich an die Gute-Nacht-Geschichten aus meiner Kinderzeit, etwa an das Buch „Frühlingsgeschichten“ von Enid Blyton, in dem es von Feen, Elfen, Zwergen und ähnlichen Gestalten nur so wimmelt. So schön ich diese Geschichten fand, hätte mir doch schon damals niemand erzählen können, dass es sich um etwas anderes als Erfindungen handeln könnte. Ist es wirklich möglich, dass man erwachsene Menschen (denn an diese richtet sich die Anzeige ja wohl) dazu bringt, eine nicht gerade geringe Summe Geld dafür zu bezahlen, um ihre „persönliche Fee“ kennen zu lernen? Muss es ja wohl, denn sonst würde sich eine so große Anzeige (den unteren Teil mit den Kontaktdaten habe ich herausgeschnitten) wohl kaum lohnen. Übrigens habe ich noch nirgendwo gelesen, dass Alice für ihr Wunderland und die Pevensie-Kinder für Narnia Eintritt bezahlen mussten. Auch bei Enid Blyton war dies für die Menschenkinder nie nötig. Aber das sind eben tatsächlich Märchen und in der Realität ist die Begegnung mit Feen wohl nur gegen Bares zu haben…

Donnerstag, 21. Januar 2010

Das Phantom und die Servicewüste

Es begann vor einigen Wochen relativ harmlos. Die Postbotin klingelte und fragte etwas erstaunt, ob bei uns eine Ivona R. wohnen würde. Als wir verneinten, nahm sie das entsprechende Schreiben wieder mit. Eine Weile passierte gar nichts. Dann fand sich bei uns im Briefkasten ein Exemplar der Zeitschrift Bravo-Girl, für Ivona R. mit unserer Anschrift. Da der offensichtlich private Zusteller auf dem Aufkleber nicht genannt wurde, schrieb ich eine Mail an den Kundenservice des Bauerverlages, dessen Internetseite im Impressum der Zeitschrift als zuständig für Abonnements genannt wurde, mit der Mitteilung, dass Ivona R. nicht unter dieser Adresse wohnt, nie hier gewohnt hätte und wir auch keine Person dieses Namens kennen würden. Es kam keine Antwort, aber ich betrachtete das Ganze als erledigt. Heute war nun wieder eine Bravo-Girl im Briefkasten. Also riefen wir beim Kundenservice an (für 14 Cent aus dem deutschen Festnetz) und nach der in der Servicewüste Deutschland üblichen endlosen Warteschleife wurden wir zu einer Mitarbeiterin durchgestellt. Die hatte tatsächlich Ivona R. unter unserer Adresse in ihrem Computer, erklärte jedoch nur ziemlich unfreundlich, dass sie dafür nicht zuständig sei, sondern dass das über die … (vermutlich irgendeine Abo-Agentur) laufen würde, wobei sie selbst offensichtlich nicht gewillt war, unser Anliegen an die entsprechende Stelle weiterzuleiten. Wir haben dann aufgelegt.

Als nächstes kam ein Anruf bei der Verbraucherzentrale (1,75 Euro pro Minute) an die Reihe, um uns sozusagen rechtlich abzusichern. Die Dame riet uns, die Zeitschriften erstmal zu behalten und nicht wegzuwerfen. Möglicherweise kommt ja irgendwann ein Schreiben, auf dem dann vielleicht sogar mal draufsteht, an wen wir uns wenden können, damit diese Sendungen eingestellt werden.

Laut Google gibt es übrigens in der ganzen Web-Welt keine Person dieses Namens und ich frage mich, ob sie im richtigen Leben überhaupt existiert oder ob sich jemand einen Scherz erlaubt…