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Montag, 22. Januar 2018

Deutschjüdische Glückskinder von Michael Wolffsohn - Rezension



Der Autor erzählt „eine Weltgeschichte“ seiner Familie, wobei sich der Teil dieser Weltgeschichte, der in dem Buch erzählt wird, hauptsächlich in Deutschland und Israel abspielt, denn dort leben oder lebten die meisten Mitglieder der erweiterten Familie Wolffsohn. Dies macht es jedoch nicht weniger interessant.

In seiner kurzweiligen Art erzählt Michael Wolffsohn weit mehr als nur die nüchterne Geschichte in Zahlen und Fakten. Er stellt die Personen, über die er schreibt, so vor, dass sie dem Leser am Ende wie gute Bekannte vorkommen. Das Buch besteht eher aus vielen Geschichten als einer zusammenhängenden Geschichte und diese Geschichten werden auch nicht chronologisch, sondern nach Themen geordnet erzählt. Sie handeln von den Familien Wolffsohn und Saalheimer in Deutschland, ihrer Flucht fast in letzter Minute nach Britisch-Palästina (später Israel), ihrem Leben dort und der Rückkehr eines Teils der Familie nach Deutschland, wo der Großvater Karl Wolffsohn versuchte, seinen „arisierten“ Besitz zurückzubekommen. Aber nicht nur mit Nicht-Juden legten sich die Wolffsohns an, auch mit anderen Juden, vor allem dem jüdischen Establishment. Ab einem bestimmten Zeitpunkt immer vorneweg: der Autor selbst. Dabei setzt er sich durchaus selbstkritisch mit seinen früheren „Kämpfen“ auseinander. 

Nachdem man sich eingelesen hat – ich fand die fehlende Chronologie am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig – ist das Buch flüssig zu lesen und sehr unterhaltsam. Es eignet sich hervorragend als Lektüre zum Nachmittagstee (oder –kaffee). Ob es sich auch als Bettlektüre eignet, kann ich nicht sagen. Ich selbst habe zu viel zum Nachdenken darin gefunden, um es mir kurz vor dem Schlafengehen noch zuzumuten.

Sonntag, 20. April 2014

Taschen für die Freiheit


„For Freedom“ prangt in großen Buchstaben auf meiner neuesten Umhängetasche. Auf den ersten Blick scheint dies ebenso zur Verzierung der Tasche zu gehören wie die Knöpfe oder das Muster. Allerdings haben die Worte eine Bedeutung, denn diese Tasche ist etwas Besonderes. Sie wurde von Frauen in Kambodscha hergestellt, die vorher Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung geworden waren. Sie stellen unter dem Dach einer Hilfsorganisation Taschen und andere Accessoires her, wobei auch Wert auf Nachhaltigkeit und Fair Trade gelegt wird. Das Projekt nennt sich Sak Saum, was auf Deutsch „Würde“ bedeutet.

Ich hatte von Sak Saum in einer Ausgabe der christlichen Frauenzeitschrift „Lydia“ gelesen und war sofort angesprochen. Auf der englischsprachigen Website fand ich diese Tasche, in die ich mich augenblicklich verliebte und die ich mir bestellen wollte. Erst als es darum ging, die Lieferadresse anzugeben, merkte ich, dass man als einziges Land die USA angeben konnte. Dennoch – mit den entsprechenden Englischkenntnissen, etwas Geduld (die ganze Prozedur von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Lieferung dauerte 27 Tage), einem PayPal-Konto und dank der Freundlichkeit der Sak Saum-Mitarbeiter hauptsächlich in den USA bin ich dann doch noch an die Tasche gekommen :)


Hätte ich mich nicht schon unsterblich in diese Tasche verguckt, wäre ich einen anderen Weg gegangen. Auf der Website von Show Your Love bekommt man nämlich nicht nur deutschsprachige Informationen zu Sak Saum, sondern kann auch eine Auswahl der in Kambodscha hergestellten Taschen und Accessoires kaufen. Dort habe ich die Tasche bestellt, die Hermann von mir zum Geburtstag bekommen hat. Beide Taschen sind aus hochwertigem Material, hervorragend gearbeitet und auf jeden Fall ihren Preis wert!

Falls du dich nicht für eines der auf der Show Your Love-Website gerade angebotenen Dinge begeistern kannst, lohnt es sich, immer mal wieder vorbei zu schauen oder Fan auf der Facebook-Seite zu werden, da der Online-Shop öfter aktualisiert wird. Auf der Facebook-Seite erfährst du auch, wann und wo die Taschenparties stattfinden, die in unregelmäßigen Abständen veranstaltet werden. Es ist es im doppelten Sinne wert – erstens erwirbt man erstklassig gearbeitete Ware und zweitens hilft man damit den Menschen in Kambodscha, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so dass sie nicht mehr in die Gefahr geraten, aus Not zu Opfern von Ausbeutung zu werden.

   
(Video auf Englisch)

Montag, 18. November 2013

Es musste sein ...



Ich hatte es lange vor mir hergeschoben, denn schließlich kostet es ja Geld und das hätten wir gut anderweitig gebrauchen können. Aber es ging nicht mehr. Mein Körper rächt sich bei den „falschen“ Arbeiten wie z.B. Fußböden putzen regelmäßig mit extra heftigen Schmerzen (ein gewisser Schmerzlevel ist immer da, egal, was ich tue oder unterlasse). Es nutzt auch nichts, wenn man seine Fenster einigermaßen regelmäßig putzt (das erlaubt mir mein Körper) und dabei der Fußboden immer dreckiger wird. Okay, von außen sah unsere Wohnung dann immer noch gut aus ;) Leider nicht von innen.

Also musste eine Putzfrau her. Wir fragten im Bekanntenkreis herum und fanden schließlich jemanden, so dass unser Heim seit kurzem auch für Besuch wieder begehbar ist :)

Schon einige Zeit vorher hatte ich mich durch die Website der Minijob-Zentrale gelesen, weil wir unsere Putzhilfe ordentlich anmelden wollten. Weniger aus Angst, wegen der „Schwarzarbeiterin“ erwischt zu werden – ich habe noch nie gehört, dass das im privaten Bereich jemandem passiert wäre und ich habe in meinem Leben schon viel Schwarzarbeit gesehen – sondern aus moralischen Gründen. Ja, ich sehe schon einige Leser spöttisch grinsen. Schön doof, diese Moral, zumal sie ja auch etwas kostet. Das tut sie allerdings. Da sind einmal die Abgaben an die Minijob-Zentrale für Sozialversicherung der Haushaltshilfe – bekommt sie z.B. 100 Euro im Monat, bezahlt man etwas über 14 Euro an die Minijob-Zentrale, kann aber mehr als 22 Euro von der Steuer absetzen – und dann die Urlaubs- (4 Wochen) und Feiertags-Lohnfortzahlung, außerdem, wenn man Pech hat, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die man sich allerdings bis zu 80% erstatten lassen kann.

Selbst wer das alles einsieht und die Kosten tragen will, schreckt womöglich vor den Formalitäten zurück.

Aber …

Dafür ist die Haushaltshilfe unfallversichert, falls z.B. die Leiter, auf der sie gerade steht, um den Kronleuchter zu putzen, gerade dann beschließt, zusammenzubrechen.

Abgesehen davon ist es nun einmal moralisch und gesetzlich einwandfrei. In unserem Fall sowieso – als Christen sind wir gehalten, alle Gesetze zu befolgen, die nicht im Widerspruch zu Gottes Geboten stehen. Aber auch ohne diesen Glaubenshintergrund ist legal immer besser als illegal :)

Und wer sich vor komplizierten Regelungen und Formalitäten fürchtet, den kann ich beruhigen. Der Haushaltsscheck, also das Formular, das man ausfüllen muss, um eine Haushaltshilfe anzumelden, ist gerade einmal eine Seite lang und das, was man dort eintragen muss, beschränkt sich im Wesentlichen auf ein paar übliche persönliche Daten und eine Einzugsermächtigung, also keinerlei unbeantwortbare Fragen, wie man sie in so vielen Formularen findet, über denen man stundenlang grübeln muss. Arbeitsverträge gibt es ebenfalls als Vordrucke auf der Website. Bei Fragen und Unklarheiten jeder Art hilft die sehr gute Hotline der Minijob-Zentrale. Ich habe dort im Laufe der Zeit drei- oder viermal angerufen und nach meiner Erfahrung sind die Wartezeiten minimal. Meine Fragen konnten ebenfalls allesamt kompetent beantwortet werden. Nicht einmal eine Woche, nachdem wir den Haushaltsscheck abgeschickt hatten, kam schon die Bestätigung mit unserer Betriebsnummer. Die bleibt unsere, auch wenn die Putzhilfe wechseln sollte.

Es ist also alles ganz easy und es gibt wirklich keinen Grund, es nicht zu tun, es sei denn, man ist tatsächlich zu geizig für die geringe Zusatzabgabe!

Samstag, 3. August 2013

Wo der Mittag in den Abend mündet

Zu Beginn meiner Ehe mit einem Schwaben gab es bei uns häufig folgenden Dialog:

Ich: „Bist du heute Mittag zuhause?“ - Er: „Nein, ich habe um 15 Uhr einen Termin.“

Ja, so ist das hier im Ländle – den Nachmittag gibt es nicht, den erspart man sich. Stattdessen wird einem vormittags an der Discounter-Kasse „En schöne Middag!“ gewünscht, wobei die Kassiererin keineswegs nur die Zeit von zwölf bis zwei meint. Eine Ausnahme ist es natürlich, und das kommt bei uns in der Gemeinde öfter vor, da es durch die Bundeswehr viele „Reigschmeckte“ gibt, dass die Kassiererin aus einem anderen Teil Deutschlands (oder Europas) kommt. Dann ist die Welt wieder in Ordnung und der Nachmittag wieder da :)

Übrigens habe ich mir inzwischen angewöhnt, meinen Mann zu fragen, ob er ZUM MITTAGESSEN zuhause ist. Damit vermeide ich Missverständnisse, denn zu Mittag essen auch die Schwaben normalerweise nur um die Mittagszeit.

Montag, 6. August 2012

Diese Lebensretter ...

... werden bei uns im Dorf (oder vielmehr am Rand des Dorfes) ausgebildet:

Montag, 30. Juli 2012

Nur so am Rande

Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen. – Aus der Dienstanweisung an die DDR-Grenztruppen (gefunden im Chronik-Kalender)

Aber natürlich hat es nie einen Schießbefehl gegeben, das weiß jeder!

Montag, 23. Juli 2012

Schickst du jemandem eine Karte, schickt dir jemand eine Karte


Vor kurzem habe ich mal wieder etwas Interessantes im Internet entdeckt. Es nennt sich Postcrossing und macht sehr viel Spaß – nicht zuletzt, weil es erstens nicht nur im Internet stattfindet, sondern im „richtigen Leben“ und zweitens, weil es egal ist, wo man wohnt. Einen Briefkasten gibt es in Deutschland zumindest (noch) in jedem Kaff. Wir haben in unserem sogar mehrere :)

Prostcrossing geht so: man registriert sich (ist gratis), legt ein kleines Profil an und klickt dann auf „Send Postcard“ (ach ja, die Website ist auf Englisch, weil es eben eine weltweite Sache ist). Daraufhin bekommt man direkt auf der Website und per E-Mail die Profilinformationen eines anderen Teilnehmers irgendwo auf der Welt samt Adresse, sowie – ganz wichtig – eine ID-Nummer für die Postkarte.

Die meisten Leute geben an, was für Postkarten sie gerne hätten. Wenn man zufällig so eine hat, kann man die Wünsche erfüllen, ansonsten tut es auch eine andere Karte. Man sucht also eine aus und schreibt am besten als erstes groß und deutlich die Postkarten-ID darauf, denn ohne die kann der Empfänger nicht auf der Website eintragen, wenn sie angekommen ist. Dann schreibt man irgendwelche netten Sachen, die Adresse, Briefmarke drauf – für internationalen Versand auch eine Luftpostmarke – und ab geht die Post. Außer innerhalb Deutschlands (45ct) kostet eine Postkarte in alle Welt 75ct.

Am Anfang kann man bis zu fünf Postkarten gleichzeitig auf dem Weg haben. Meist muss man jedoch Geduld haben, bis sie ankommen. Ich habe am Anfang kurz hintereinander fünf Karten abgeschickt. Bis jetzt ist eine angekommen, die ich in die Niederlande geschickt hatte. Damit konnte ich eine weitere Karte abschicken und jemand hat meine Adresse bekommen, um mir eine Karte zu schicken. Diese Karte habe ich heute bereits bekommen (aus Finnland), während die erste Karte, die ich abgeschickt habe – nach Russland – noch immer nicht angekommen ist. Darauf muss ich aber wohl auch noch eine Weile warten.

Die meisten Länder der Welt sind bei Postcrossing mit Teilnehmern vertreten, wobei manche überrepräsentiert sind, während es in anderen kaum Teilnehmer gibt – manchmal aus naheliegenden Gründen. Aber ich hoffe, dass ich trotzdem irgendwann einmal Karten auch aus diesen Ländern bekomme :)

Montag, 4. Juni 2012

Wofür wir kämpfen von Tino und Antje Käßner - Rezension


Antje und Tino Käßner waren beide als Bundewehrsoldaten im Auslandseinsatz – sie in Bosnien, er in Afghanistan, wo er bei einem Selbstmordanschlag sein rechtes Bein verlor. Soweit die nüchterne Zusammenfassung der Geschichte.

Sie wird allerdings keineswegs nüchtern erzählt. Nicht nur das Autoren-Ehepaar, sondern auch Verwandte und Freunde erzählen ihre Geschichte um diese Ereignisse und berichten dabei offen über ihre Gefühle und Gedanken. Zu den Erzählern gehören auch ein Kamerad von Tino Käßner, der bei demselben Anschlag beide Beine verlor, und seine Frau.

Dem Leser wird ein tiefer Einblick gewährt in das, was die jeweils erzählenden Personen erlebt haben. Der Stil des Buches erschien mir am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber letztlich kommt es hier nur auf den Inhalt an – und der hat es in sich. Thematisiert wird auch immer wieder der Umgang der deutschen Gesellschaft mit den Soldaten, die im Auslandseinsatz sind oder waren und die nach ihrer Rückkehr kaum Anerkennung, manchmal sogar Verachtung erfahren, was nicht zuletzt an der häufig einseitigen Berichterstattung der Medien liegt.

Ein sehr empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt – in mehrfacher Hinsicht!

Mittwoch, 7. März 2012

Gestern Abend vor 25 Jahren



Hier in Deutschland erinnern sich vielleicht nicht mehr viele daran, dass am Abend des 6. März 1987 die Fähre „Herald Of Free Enterprise“ vor dem Hafen von Zeebrügge innerhalb kürzester Zeit auf die Seite kippte und 193 Menschen in den Tod riss. Das ist verständlich, denn unter den Toten waren meines Wissens keine Deutschen. Ich weiß lediglich von einer deutschen Überlebenden, deren Geschichte in unserer Zeitung stand, weil sie aus der weiteren Region stammte.

Mich hat die Sache damals ziemlich beschäftigt, denn immerhin war ich zu der Zeit schon mehrmals mit der Fähre über den Ärmelkanal gefahren – wenn auch meistens von Calais aus – und hatte gerade in dem Jahr vor, es erneut zu tun. Zuerst mit Familie und Wohnmobil für den Sommerurlaub und später im Jahr, um mein Studium am Pitman College in London zu beginnen.

Nun war es nicht so, dass ich deswegen Angst gehabt hätte, erneut eine Fähre zu besteigen – in dieser Hinsicht war meine größte Angst auch nach dem Unglück immer noch die vor der Seekrankheit ;) Aber ich konnte mir allzu lebhaft vorstellen, wie es sein musste, hilflos im kalten Wasser gefangen zu sein und Angst vor dem Ertrinken oder Erfrieren haben zu müssen. Ich überlegte, wie es die Überlebenden wohl geschafft hatten, aus dem Schiff, das ja auf der Seite lag, heraus zu kommen, und frage mich, wie viele von ihnen jemals wieder freiwillig mit so einem Schiff gefahren sind.

In Großbritannien und Belgien gab es gestern Gedenkveranstaltungen, von denen man allerdings nur lesen konnte, wenn man die Berichte darüber auf Google News suchte. In der St. Mary’s Church in Dover gibt es sogar ein Kirchenfenster zum Gedenken an die Opfer des Unglücks. 2004 habe ich es eher zufällig entdeckt bei einem Aufenthalt in Dover, während ich darauf wartete, dass die Fähre auslief, mit der ich fahren wollte.

Freitag, 8. Juli 2011

Wie wir sie liebten...

… als Kinder, die Sesamstraße :) Hier sind die beiden Teile der ersten Folge, die in Deutschland ausgestrahlt wurde:





Leider wurden später Susanne, Bob und Gordon und auch einige der Puppen durch Samson, Tiffy und Herrn von Bödefeld sowie ihre albernen menschlichen Freunde (Erwachsene im Kinderoutfit) ersetzt. Aus pädagogischen Gründen, vermute ich, denn die Drei aus der amerikanischen Sesamstraße waren als Erwachsene so etwas wie Autoritäten für Kinder. Anders die deutschen Sesamstraßler. Die benahmen sich kindischer als Kinder und das war wohl von den Machern so beabsichtigt – Erwachsene, die sich vor Kindern zum Affen machten, während die Kinder laut und rotzig die „Macht“ übernahmen (bestes Beispiel: „Rappelkiste“), waren damals in. Ich war zu der Zeit diesen Sendungen glücklicherweise schon entwachsen!

Sonntag, 19. Dezember 2010

Endspurt

Die Weihnachtsgeschenke sind alle eingepackt, die meisten Karten geschrieben, am Montag bringen wir die letzten Päckchen zur Post, die verschickt werden müssen. Die Koffer sind zum Teil gepackt, aber das wird sowieso bis zum letzten Tag dauern. Ich bin froh, wenn wir uns endlich ins Auto setzen und losfahren können, und noch froher, wenn wir erst einmal angekommen sind. Im letzten Jahr hatte uns das Navi einen langen Stau auf der Autobahn angekündigt und wir sind durch den tief verschneiten Westerwald gefahren. Das war auch ein schönes Erlebnis, so kommt man doch erst richtig in Weihnachtsstimmung ;)

Heute Abend haben wir laut Wetterbericht Eisregen zu erwarten, was mich weniger stören würde, wenn Hermann nicht einen beruflichen Termin hätte – er muss in einem Dorf im Donautal ein Konzert besuchen und die Straßen dorthin sind im Winter sowieso schon tückisch. Da kann es passieren, dass man nicht nur in einen Graben, sondern auch schon mal einen Abhang runterrutschen kann. Außerdem gibt es in der Gegend massenhaft Funklöcher, so dass man im Ernstfall unter Umständen nicht einmal per Handy Hilfe holen kann. Daher hoffe ich, dass die Wetterfrösche sich vertan haben und der Eisregen noch auf sich warten lässt – oder am besten gar nicht kommt.

Übrigens hatten wir heute Vormittag schon den Paketboten vor der Tür stehen, obwohl Sonntag ist. Aber so viele Leute verschickten Weihnachtspäckchen, dass die Post Sonderschichten fahren muss.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Vorweihnachtszeit

Gerade läuft „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Ersten. Dieses Mal nehme ich es mir auf DVD auf, denn mittags ist eigentlich keine Fernsehzeit für mich.

Die Weihnachtsgeschenke haben wir alle zusammen, ich muss sie nur noch einpacken und einige davon per Post verschicken. Ersteres werde ich innerhalb dieser Woche beim Klang von Weihnachtsliedern machen. Die Karten, die ich schreiben wollte, habe ich bereits alle fertig, Hermann muss seine allerdings noch schreiben (Adressen habe ich schon drauf geschrieben), aber er hat wie immer viel Arbeit. Leider kann man unsere Schrift zu gut auseinander halten und ich kann meine nicht verstellen ;) Allerdings hat er ja noch etwas Zeit, ich muss ihn nur immer wieder daran erinnern.

In dieser Woche werden wir endlich auch „offiziell“ Besitzer unserer Wohnung, in der wir schon seit drei Monaten wohnen ;) Es gab vorher noch einige komplizierte Formalitäten, die erledigt werden mussten, aber glücklicherweise hatten wir nicht sehr viel damit zu tun. Am Donnerstag wird also endlich der Kaufvertrag unterschrieben.

Packen muss ich irgendwann auch noch – unsere Koffer nämlich, da wir Weihnachten wie immer zu meiner Familie fahren. Seit ich so weit entfernt wohne, ist dies eigentlich das Beste an Weihnachten – Familie und Freunde wiederzusehen!

Dabei denke ich an diejenigen, denen dies leider nicht möglich ist, besonders an unsere Soldaten im Auslandseinsatz und an meine christlichen Glaubensgeschwister, die irgendwo auf der Welt wegen ihres Glaubens im Gefängnis oder im Arbeitslager sitzen. Ich denke auch an die Familien dieser Menschen, die in ständiger Angst um ihre Lieben leben müssen – auch zu Weihnachten.

Montag, 6. Dezember 2010

Bald ist es wieder soweit...



... und der schönste aller jemals gedrehten Märchenfilme wird in den dritten Programmen rauf und runter gesendet. Als er zum ersten Mal bei uns im Westen Deutschlands gezeigt wurde (1975) war ich neun Jahre alt und seitdem gehört er bei mir zum festen Weihnachtsprogramm. Die Sendezeiten für 2010 gibt es übrigens auf der Fansite.

Samstag, 8. Mai 2010

Tag der teilweisen Befreiung

Wie selbstverständlich redet man heutzutage in Deutschland vom 8. Mai 1945, also dem offiziellen Ende des 2. Weltkrieges, als "Tag der Befreiung". Dass dies unzweifelhaft, aber fast ausschließlich für die Menschen im Westen Deutschlands und Europas, sowie im Osten für die meisten Insassen der Konzentrationslager galt, zeigt das Buch „Tag der Befreiung?“ von Hubertus Knabe in eindrücklicher Weise.

Der Autor schildert, wie im Einflussgebiet der Sowjetunion ein Gewaltsystem nahtlos durch ein anderes ersetzt wurde. Auch Menschen, die das Ende des Nationalsozialismus herbeigesehnt und die sowjetischen Truppen willkommen geheißen hatten, wurden oft bitter enttäuscht. Jüdische Frauen, die während des Dritten Reiches untergetaucht waren und sich nach dem Einmarsch der "Russen" erneut verstecken mussten, um Vergewaltigungen zu entgehen, Kommunisten und Demokraten, die kurz nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern wieder dort landeten - zum Teil im selben Lager - sowie sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die zunächst von ihrer eigenen Regierung noch einmal eingesperrt und zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, gehörten zu den Menschen, die damals wie heute als "Befreite" galten.

Während sich die Westalliierten in ihrem Machtbereich um eine Aufarbeitung der NS-Verbrechen und ein gewisses Maß an Rechtsstaatlichkeit bemühten, sahen sie fast tatenlos zu, wie in der sowjetischen Zone bis in die fünfziger Jahre wahllos Menschen festgenommen, verschleppt, gefoltert und umgebracht wurden. Auch Kinder und Jugendliche wurden nicht verschont. Den Massenvergewaltigungen fielen nicht allein deutsche Frauen und Mädchen (bis ins Kindesalter) zum Opfer, sondern auch sowjetische Zwangsarbeiterinnen, die nach der Stalinschen Ideologie als „Verräter“ galten, da sie den Deutschen lebend in die Hände gefallen waren, statt sich umbringen zu lassen.

Das Buch räumt mit der von vielen gehegten Illusion auf, die Menschen im Osten wären tatsächlich "befreit" worden. Dass dies keineswegs so war, zeigen die zitierten Augenzeugenberichte und auch inzwischen zugänglich gemachte Dokumente der ehemaligen Sowjetunion mehr als deutlich. Bei Gedenkfeiern zum „Tag der Befreiung“ sollte daher auch dieser Menschen gedacht werden, an denen die Befreiung spurlos vorüberging und die lediglich vom Regen in die Traufe kamen!

Dienstag, 20. April 2010

Geht's noch?



Dieses Video hat es in sich - klar weiß man von den allgemeinen unqualifizierten Äußerungen der versammelten Gutmenschheit, die denkt, in der Welt würde Friede, Freude, Eierkuchen herrschen, solange die Bundeswehr und andere westliche Truppen diesen nicht stören, und dass es überhaupt nur diese westlichen Truppen sind, die überall Konflikte schaffen. Aber die Sprüche, die sich Soldatenfrauen offenbar anhören müssen (und aus den Kommentaren zu diesem Video zu schließen, scheinen diese Sprüche ein "Massenphänomen" zu sein), sind wirklich unglaublich!

Samstag, 17. April 2010

Ein besonderes Souvenir

Als wir am Ostermontagmittag im übervollen London in einem noch übervolleren Fast Food Imbiss saßen, setzten sich an den Tisch neben uns zwei Soldaten in Kampfuniform und ISAF-Abzeichen am Ärmel. Soweit nichts Besonderes. In Großbritannien können sich Soldaten in Uniform frei bewegen, ohne blöd angemacht und gar als „Mörder“ beschimpft zu werden. Allerdings fiel uns auf, dass sie merkwürdige kleine Eimer mit sich führten und das machte uns zwar neugierig, aber man fragt ja nicht ;) Als wir wenig später nach einem Rundgang durch das – natürlich ebenfalls übervolle – Nobelkaufhaus Harrod’s Richtung U-Bahn-Station gingen, stand dort auf einmal einer der Soldaten mit seinem Eimerchen. Dieses Mal sprachen wir ihn an und es stellte sich heraus, dass er zu den Coldstream Guards (besser bekannt als bärenfellbemützte Wachsoldaten) gehörte und für in Afghanistan verwundete Kameraden sammelte. Da wir gerne Menschen unterstützen, die ihre Gesundheit und sogar ihr Leben im Kampf gegen ideologisch gehirngewaschene Massenmörder und sonstige Menschenverächter riskieren, leisteten wir natürlich einen kleinen Beitrag. Und da man in Großbritannien fast immer etwas bekommt, wenn man für „offizielle“ gute Zwecke spendet, erhielten wir diese netten Gummiarmbänder :)

Ich frage mich allerdings, was sich deutsche Soldaten anhören müssten, die in Kampfuniform in einer deutschen Stadt mal nicht für Kriegsgräber aus vergangenen Zeiten, sondern für verwundete Kameraden in der Gegenwart sammeln würden. Immerhin haben „wir“ ja den Krieg angefangen, um Afghanistan zu erobern, nicht wahr? Und das, wo dieses Land doch vorher eine der am besten funktionierenden Demokratien der Welt war! Immerhin durften sich Frauen und Mädchen innerhalb der eigenen vier Wände unter den Taliban frei bewegen – so ziemlich zumindest. Darum sollten wir auch unsere Truppen sofort abziehen! Dadurch würde die Terrorgefahr hier in Deutschland reduziert, wir hätten wieder unsere Ruhe, die doch so schön war, solange wir (den Nazis sei Dank!) keine Truppen ins Ausland entsandt haben, damit wir nicht wieder als Kriegstreiber dastehen, während die Amerikaner und Briten für uns die Kastanien aus dem Feuer holen durften. So wollen wir es doch wieder haben! Und wen interessieren schon die Leute in Afghanistan – sollen die Taliban da doch machen, was sie wollen! Egal, wenn Mädchen nicht in die Schule und Frauen nicht zum Arzt gehen dürfen, Hauptsache, bei uns stehen alle Bezeichnungen in der weiblichen und der männlichen Form, das ist wichtig. Das ist nun mal deren Kultur und da darf man sich nicht einmischen. Wichtig ist nur, dass sie UNS in Ruhe lassen – wenn sie es denn tun…

Montag, 8. März 2010

Im Dschungel der Zahnmedizin

Es ist ja sicher nicht schlecht, wenn Zahnärzte sich auf bestimmte Bereiche spezialisieren, aber wenn man nicht weiß, zu welcher Sorte Fachzahnarzt man mit seinem Wehwehchen gehen soll, ist es schon blöd – und noch blöder, wenn die (Zahn-)Ärzte es selbst nicht wissen.

Am Freitag war ich wegen meiner ständigen Gesichtsschmerzen endlich mal beim Hausarzt (ich drücke mich vor so etwas immer gerne und warte, dass es von selbst verschwindet). Der äußerte den Verdacht, dass ich eine „Kiefergelenkarthralgie“ haben könnte (was wohl soviel heißt, dass mein Unterkiefer nicht richtig sitzt und so langsam Verschleißerscheinungen einsetzen) und schrieb mir eine Überweisung zum Kieferorthopäden. Also rief ich heute morgen in einer entsprechenden Praxis an, wo mir jedoch gesagt wurde, dass für diese Sache die Kieferchirurgie zuständig wäre (Kieferorthopäden haben eher mit schiefen Zähnen zu tun). Die nette Dame am Telefon nannte mir freundlicherweise einen entsprechenden Fachmann. Dort rief ich dann an, nur um zu erfahren, dass man so etwas dort nicht machen würde, dass es aber einen Zahnarzt am Ort gäbe, der sich darauf spezialisiert hätte - der allerdings in der Datenbank der Krankenkasse, bei der ich immer gerne nachschaue, lediglich als Zahnarzt, ohne irgendeinen besonderen Schwerpunkt, geführt wird. Bei ihm habe ich endlich einen Termin bekommen (wobei mir die Überweisung nichts nützt, da man beim Zahnarzt ohnehin noch einmal die Praxisgebühr bezahlen muss) und hoffe jetzt, dass er weiß, wie er mit meinem Problem umzugehen hat und dass er mich nicht wieder von Pontius zu Pilatus schickt. Außerdem hoffe ich natürlich inständig, dass ich nicht operiert werden muss – das will ich GAR NICHT!

Sonntag, 7. Februar 2010

Frühling...

… ist es jetzt wenigstens auf meinen Blogs, wenn schon der Winter sich nach wie vor standhaft weigert, die Biege zu machen ;)

Mittwoch, 3. Februar 2010

Honeckers Erben


Dieses Buch habe ich kürzlich gelesen und kann es nur jedem empfehlen, dem am Fortbestand unserer Demokratie etwas liegt. Auch wer diese Partei ohnehin nie für demokratisch gehalten hat und ihr einiges an reaktionärem Gehabe und Unverfrorenheit zutraut, kann immer noch Überraschungen erleben!

Hier eine der Rezensionen von der Amazon-Website:

Für jemanden wie mich, der am eigenen Leib und im familiären und persönlichen Umfeld das pervertierte Menschenbild und Politikverständnis der DDR-Machthaber erlebt hat, und als jemand, der sich bis heute fragt, wie es sein konnte, dass die in diesem Staat erzwungene Ideologie nach ihrem Sturz, trotz allem was sie an menschlichem Leid über Jahrzehnte produziert hat, politisch überleben und ihre Macht sogar wieder ausbauen konnte, ist dieses Buch von Herrn Knabe eine große Hilfe zur Neubestimmung des eigenen Standpunkts gewesen, denn es klärt den im Laufe der Jahre viel zu weich geratenen Blick auf eine Partei, die sich bis auf den heutigen Tag ihrer menschenverachtenden Geschichte nicht gestellt hat, sondern im Gegenteil, den unzähligen Opfern der Linksdiktatur in Deutschland und überall auf der Welt in beispielloser Selbstüberschätzung und Schamlosigkeit ins Gesicht lacht.

Knabe beleuchtet mit viel Sachkenntnis und beeindruckendem Faktenreichtum die nur all zu oft geschickt unter den Teppich gekehrten und hinter viel Kaderrethorik versteckten, antidemokratischen und linksrestaurativen Tendenzen der Linkspartei. Der Schreibstil ist in der Tat engagiert und zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, kann aber angesichts der Fülle aufgdeckter skandalöser Fakten nicht verwundern und bleibt angemessen.


Zum Inhalt


Insgesamt teilt der Autor das Thema in drei große Abschnitte ein: HERKUNFT, POLITIK und PERSONAL der Linkspartei.


Im ersten Abschnitt, zur Herkunft der Partei, zeichnet er einen geschichtlichen Abriss der Entwicklung der Partei von den Anfängen unter den Antidemokraten Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Ernst Thälmann, über die Bildung der SED nach dem 2. Weltkrieg, bis hin zu den Ereignissen der Wendezeit und des Hinüberrettens in die neue Zeit.


Abschnitt Nummer Zwei beschäftigt sich mit den politischen Strategien der Linkspartei von der Wendezeit bis in die jüngste Vergangenheit. Thematisiert werden unter anderem die Geldwäschemethoden zur Rettung des enormen SED-Parteivermögens, der Verlauf der politischen Eroberung des Westens sowie der fragwürdige Umgang mit Trotzkisten und Hardlinern innerhalb der Partei.


Im dritten Abschnitt schließlich geht Knabe auf die wichtigsten und auffälligsten Protagonisten der Partei auf Bundes- und Landesebene ein. Insbesondere auf deren politischen Belastungen aus DDR-Zeiten und ihr politisch oft zweifelhaftes Gebahren in der Nachwendezeit. Gerade dieser Abschnitt macht deutlich, wie viel handfeste SED bis heute in der Linkspartei steckt und ermüdet beinahe, angesichts der Menge an aufgezählten Personen und ihrer Geschichten.


Dass der Autor ein beachtenswertes Pensum an Recherche und Aktenforschung betrieben hat, wird auch im anschließenden, beinahe 50 Seiten umfassenden, klein bedruckten Quellen- und Literaturverzeichnis deutlich. Über 640 Fussnoten sind hier belegt. Das Buch eignet sich somit auch hervorragend als Einstiegslektüre in die Thematik.


Abschließend bleibt mir zu sagen, dass Hubertus Knabe mit seinem Buch einen äußerst wichtigen Beitrag zum Superwahljahr 2009 und darüber hinaus geliefert hat, da es den wohlerprobten, erschreckend wirksamen Verschleierungstaktiken der Linksdemagogen entgegenwirkt und allein durch die Vielzahl der aufgedeckten Fakten und Hintergründe überaus deutlich macht, warum die Linkspartei trotz aller Umbenennungen und geschichtlichen Verharmlosungsversuche eine Gefahr für die Freiheit bleibt.


Ich empfehle jedem, der mit der Linkspartei sympathisiert, sich vor einer anstehenden Wahl oder gar einem eventuellen Parteibeitritt dieses Buch durchzulesen. Er wird (selbst bei kritischer Betrachtung) ins Grübeln kommen.
(Rezensent: Kaleko)