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Sonntag, 20. April 2014

Taschen für die Freiheit


„For Freedom“ prangt in großen Buchstaben auf meiner neuesten Umhängetasche. Auf den ersten Blick scheint dies ebenso zur Verzierung der Tasche zu gehören wie die Knöpfe oder das Muster. Allerdings haben die Worte eine Bedeutung, denn diese Tasche ist etwas Besonderes. Sie wurde von Frauen in Kambodscha hergestellt, die vorher Opfer von Menschenhandel und Ausbeutung geworden waren. Sie stellen unter dem Dach einer Hilfsorganisation Taschen und andere Accessoires her, wobei auch Wert auf Nachhaltigkeit und Fair Trade gelegt wird. Das Projekt nennt sich Sak Saum, was auf Deutsch „Würde“ bedeutet.

Ich hatte von Sak Saum in einer Ausgabe der christlichen Frauenzeitschrift „Lydia“ gelesen und war sofort angesprochen. Auf der englischsprachigen Website fand ich diese Tasche, in die ich mich augenblicklich verliebte und die ich mir bestellen wollte. Erst als es darum ging, die Lieferadresse anzugeben, merkte ich, dass man als einziges Land die USA angeben konnte. Dennoch – mit den entsprechenden Englischkenntnissen, etwas Geduld (die ganze Prozedur von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Lieferung dauerte 27 Tage), einem PayPal-Konto und dank der Freundlichkeit der Sak Saum-Mitarbeiter hauptsächlich in den USA bin ich dann doch noch an die Tasche gekommen :)


Hätte ich mich nicht schon unsterblich in diese Tasche verguckt, wäre ich einen anderen Weg gegangen. Auf der Website von Show Your Love bekommt man nämlich nicht nur deutschsprachige Informationen zu Sak Saum, sondern kann auch eine Auswahl der in Kambodscha hergestellten Taschen und Accessoires kaufen. Dort habe ich die Tasche bestellt, die Hermann von mir zum Geburtstag bekommen hat. Beide Taschen sind aus hochwertigem Material, hervorragend gearbeitet und auf jeden Fall ihren Preis wert!

Falls du dich nicht für eines der auf der Show Your Love-Website gerade angebotenen Dinge begeistern kannst, lohnt es sich, immer mal wieder vorbei zu schauen oder Fan auf der Facebook-Seite zu werden, da der Online-Shop öfter aktualisiert wird. Auf der Facebook-Seite erfährst du auch, wann und wo die Taschenparties stattfinden, die in unregelmäßigen Abständen veranstaltet werden. Es ist es im doppelten Sinne wert – erstens erwirbt man erstklassig gearbeitete Ware und zweitens hilft man damit den Menschen in Kambodscha, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, so dass sie nicht mehr in die Gefahr geraten, aus Not zu Opfern von Ausbeutung zu werden.

   
(Video auf Englisch)

Freitag, 8. Juli 2011

Wie wir sie liebten...

… als Kinder, die Sesamstraße :) Hier sind die beiden Teile der ersten Folge, die in Deutschland ausgestrahlt wurde:





Leider wurden später Susanne, Bob und Gordon und auch einige der Puppen durch Samson, Tiffy und Herrn von Bödefeld sowie ihre albernen menschlichen Freunde (Erwachsene im Kinderoutfit) ersetzt. Aus pädagogischen Gründen, vermute ich, denn die Drei aus der amerikanischen Sesamstraße waren als Erwachsene so etwas wie Autoritäten für Kinder. Anders die deutschen Sesamstraßler. Die benahmen sich kindischer als Kinder und das war wohl von den Machern so beabsichtigt – Erwachsene, die sich vor Kindern zum Affen machten, während die Kinder laut und rotzig die „Macht“ übernahmen (bestes Beispiel: „Rappelkiste“), waren damals in. Ich war zu der Zeit diesen Sendungen glücklicherweise schon entwachsen!

Samstag, 17. April 2010

Ein besonderes Souvenir

Als wir am Ostermontagmittag im übervollen London in einem noch übervolleren Fast Food Imbiss saßen, setzten sich an den Tisch neben uns zwei Soldaten in Kampfuniform und ISAF-Abzeichen am Ärmel. Soweit nichts Besonderes. In Großbritannien können sich Soldaten in Uniform frei bewegen, ohne blöd angemacht und gar als „Mörder“ beschimpft zu werden. Allerdings fiel uns auf, dass sie merkwürdige kleine Eimer mit sich führten und das machte uns zwar neugierig, aber man fragt ja nicht ;) Als wir wenig später nach einem Rundgang durch das – natürlich ebenfalls übervolle – Nobelkaufhaus Harrod’s Richtung U-Bahn-Station gingen, stand dort auf einmal einer der Soldaten mit seinem Eimerchen. Dieses Mal sprachen wir ihn an und es stellte sich heraus, dass er zu den Coldstream Guards (besser bekannt als bärenfellbemützte Wachsoldaten) gehörte und für in Afghanistan verwundete Kameraden sammelte. Da wir gerne Menschen unterstützen, die ihre Gesundheit und sogar ihr Leben im Kampf gegen ideologisch gehirngewaschene Massenmörder und sonstige Menschenverächter riskieren, leisteten wir natürlich einen kleinen Beitrag. Und da man in Großbritannien fast immer etwas bekommt, wenn man für „offizielle“ gute Zwecke spendet, erhielten wir diese netten Gummiarmbänder :)

Ich frage mich allerdings, was sich deutsche Soldaten anhören müssten, die in Kampfuniform in einer deutschen Stadt mal nicht für Kriegsgräber aus vergangenen Zeiten, sondern für verwundete Kameraden in der Gegenwart sammeln würden. Immerhin haben „wir“ ja den Krieg angefangen, um Afghanistan zu erobern, nicht wahr? Und das, wo dieses Land doch vorher eine der am besten funktionierenden Demokratien der Welt war! Immerhin durften sich Frauen und Mädchen innerhalb der eigenen vier Wände unter den Taliban frei bewegen – so ziemlich zumindest. Darum sollten wir auch unsere Truppen sofort abziehen! Dadurch würde die Terrorgefahr hier in Deutschland reduziert, wir hätten wieder unsere Ruhe, die doch so schön war, solange wir (den Nazis sei Dank!) keine Truppen ins Ausland entsandt haben, damit wir nicht wieder als Kriegstreiber dastehen, während die Amerikaner und Briten für uns die Kastanien aus dem Feuer holen durften. So wollen wir es doch wieder haben! Und wen interessieren schon die Leute in Afghanistan – sollen die Taliban da doch machen, was sie wollen! Egal, wenn Mädchen nicht in die Schule und Frauen nicht zum Arzt gehen dürfen, Hauptsache, bei uns stehen alle Bezeichnungen in der weiblichen und der männlichen Form, das ist wichtig. Das ist nun mal deren Kultur und da darf man sich nicht einmischen. Wichtig ist nur, dass sie UNS in Ruhe lassen – wenn sie es denn tun…

Sonntag, 14. Juni 2009

Positiv denken!

Mir fällt immer wieder auf, dass viele (die meisten?) Menschen gewissermaßen auf „hohem Niveau“ jammern. Sie schimpfen über Kleinigkeiten, sie sind ständig unzufrieden. Sie regen sich auf, wenn mal ein paar Kinder irgendwo etwas laut sind oder weil ihrer Meinung nach der Supermarkt nicht lange genug geöffnet hat, weil das Wetter schlecht ist – und das ist immer irgendwie schlecht – oder das Fernsehprogramm. Ein großes Thema ist natürlich Geld und was man sich davon leisten kann. Merkwürdigerweise gilt auch hier die Regel, dass man grundsätzlich auf die schaut, die sich mehr leisten können als man selbst oder man schaut sich gleich die Waren in Katalogen und Kaufhäusern an und sieht, was man alles gerne hätte und sich nicht leisten kann. Man geht selbstverständlich zum Arzt und wenn man Pech hat, ist gerade die Praxisgebühr fällig oder man muss lange warten. Dann wäre man gerne Privatpatient - wobei die sicher auch irgendetwas finden, worüber sie unzufrieden sein können!

Da muss man sich doch fragen, warum das so ist. Warum schauen die meisten Menschen immer auf die, denen es – vermeintlich – besser geht? Warum schaut man nicht auf diejenigen, die weniger haben als man selbst? Auch wer darauf angewiesen ist, im Supermarkt Lebensmittel der jeweiligen „Hausmarken“ zu kaufen (eine Sache, die ich übrigens auch tue), weil er sich teurere Markenprodukte nicht leisten kann, der gehört zu der Minderheit (!) von Menschen auf der Welt, die genug zu essen haben! Und wer lange beim Arzt warten und Praxisgebühr bezahlen muss, dem geht es immer noch besser als der Mehrheit(!) der Weltbevölkerung, die gar keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben, weil es sie dort nicht gibt oder weil man sie vollständig selbst bezahlen muss und sie sich deshalb schlicht nicht leisten kann (und dies ist nicht nur in Ländern der sogenannten Dritten Welt der Fall, sondern zum Teil auch in den USA!). Wer ein kleines Auto besitzt und / oder einen Computer, seine Kinder in die Schule schicken kann und in einer trockenen warmen Wohnung (wie klein auch immer) wohnen darf, gehört zu den wohlhabendsten Menschen der Welt!

Ich persönlich habe es mir angewöhnt, mir bei jeder aufkommenden Unzufriedenheit klar zu machen wie gut es mir – trotz gelegentlicher finanzieller Engpässe – geht. Das bringt mich zum Beispiel dazu, dankbar zu sein, dass ich genug zu essen habe, statt mich darüber zu ärgern, dass meine Lieblingseissorte („Tiramisu“ von Langnese *schleck*) wohl die nächste Zeit außerhalb unseres Budgets liegt. Ich ärgere mich nicht über meine gesundheitlichen Beschwerden, sondern freue mich, dass nichts davon Anzeichen einer schlimmen Krankheit ist. Was das lange Warten beim Arzt angeht – mir ist es einmal passiert, dass ich mich in einer Radiologiepraxis trotz meines Termins lange gedulden musste, bis ich an der Reihe war. Als der Arzt dann endlich zu mir kam, entschuldigte er sich damit, dass er gerade einer Patientin schonend hätte mitteilen müssen, dass sie Krebs hat, und dass es deshalb so lange gedauert hätte. Statt mich zu ärgern, war ich nur froh, dass ich nicht in der Haut dieser armen Frau steckte, und dafür hätte ich gerne noch länger gewartet!