Wenn mich jemand fragt, wo wir unseren nächsten Urlaub verbringen, sage ich „Südtirol“ – was stimmt, denn da werden wir demnächst hinfahren. Allerdings würde es mir nie in den Sinn kommen, zu sagen, wir führen nach Italien, obwohl das geographisch richtig ist, aber dann hätte ich das Gefühl, mein Gegenüber bekäme eine falsche Vorstellung von der Gegend, in die wir fahren. Wenn ich nach Wales reise, kann ich ebenso gut sagen, ich fahre nach Großbritannien, auch bei Elsass-Lothringen, das ja irgendwie noch so ein kleines bisschen deutsch ist, kommt mir das Wort „Frankreich“ leicht über die Lippen. Aber Südtirol und Italien? Das passt zusammen wie Bolognesesauce zu Eiscreme. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass in der Region alles, was irgendwie offiziell ist (Hinweisschilder usw.) zweisprachig daher kommt, ab und zu auch nur Italienisch. Noch nicht einmal die Erfahrung, dass wir damals als Kinder 100 Lire in den Kaugummiautomaten geworfen haben (worüber wir uns köstlich amüsierten, denn Lire war ja so etwas wie bei uns D-Mark und nicht etwa Pfennig, und 100 DM für ein Kaugummi war schon irgendwie eine lustige Vorstellung), konnte uns mental darauf einstellen, dass wir in Italien waren. Ich frage mich, ob es noch eine andere Region in Europa gibt, die so wenig zu dem Rest des Staates passt, zu dem sie offiziell gehört (mit Regionen, die außerhalb Europas liegen, aber zu einem europäischen Staat gehören, verhält es sich teilweise anders)! Ich bin zwar noch nicht überall gewesen, aber doch in ziemlich vielen Regionen zumindest West-Europas, trotzdem fällt mir keine ein. Südtirol unterscheidet sich jedenfalls in jeder Hinsicht vom Rest Italiens – wenn man vom „Erz“-Katholizismus absieht, der wirklich in ganz Italien herrscht, Südtirol eingeschlossen!
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Montag, 4. April 2011
Urlaub in... Italien???
Wenn mich jemand fragt, wo wir unseren nächsten Urlaub verbringen, sage ich „Südtirol“ – was stimmt, denn da werden wir demnächst hinfahren. Allerdings würde es mir nie in den Sinn kommen, zu sagen, wir führen nach Italien, obwohl das geographisch richtig ist, aber dann hätte ich das Gefühl, mein Gegenüber bekäme eine falsche Vorstellung von der Gegend, in die wir fahren. Wenn ich nach Wales reise, kann ich ebenso gut sagen, ich fahre nach Großbritannien, auch bei Elsass-Lothringen, das ja irgendwie noch so ein kleines bisschen deutsch ist, kommt mir das Wort „Frankreich“ leicht über die Lippen. Aber Südtirol und Italien? Das passt zusammen wie Bolognesesauce zu Eiscreme. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass in der Region alles, was irgendwie offiziell ist (Hinweisschilder usw.) zweisprachig daher kommt, ab und zu auch nur Italienisch. Noch nicht einmal die Erfahrung, dass wir damals als Kinder 100 Lire in den Kaugummiautomaten geworfen haben (worüber wir uns köstlich amüsierten, denn Lire war ja so etwas wie bei uns D-Mark und nicht etwa Pfennig, und 100 DM für ein Kaugummi war schon irgendwie eine lustige Vorstellung), konnte uns mental darauf einstellen, dass wir in Italien waren. Ich frage mich, ob es noch eine andere Region in Europa gibt, die so wenig zu dem Rest des Staates passt, zu dem sie offiziell gehört (mit Regionen, die außerhalb Europas liegen, aber zu einem europäischen Staat gehören, verhält es sich teilweise anders)! Ich bin zwar noch nicht überall gewesen, aber doch in ziemlich vielen Regionen zumindest West-Europas, trotzdem fällt mir keine ein. Südtirol unterscheidet sich jedenfalls in jeder Hinsicht vom Rest Italiens – wenn man vom „Erz“-Katholizismus absieht, der wirklich in ganz Italien herrscht, Südtirol eingeschlossen!
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Sonntag, 16. Januar 2011
Nostalgiereisen
Woran merkt man, dass man alt wird? Wohl unter anderem daran, dass man dem „Früher“ nachspürt, zum Beispiel durch Reisen an die Orte der Kindheit. Eigentlich war schon meine Reise nach London im letzten Jahr eine Art Nostalgiereise, obwohl ich schon erwachsen war, als ich neun Monate dort an einem College studierte, was mittlerweile auch schon 23 Jahre her ist. Dazu kommt, dass London eigentlich die „Heimatstadt meines Herzens“ ist und wenn ich mir einen Ort aussuchen könnte, an dem ich den Rest meines irdischen Lebens verbringen könnte, dann wäre es diese wunderbare verrückte Stadt, die man mit keiner einzigen Stadt in Deutschland vergleichen kann, in Europa allenfalls noch mit Paris, auch wenn Paris natürlich wieder ganz anders ist. Dorthin zieht mich zum Beispiel nichts, aber ich kann genauso gut verstehen, wenn Menschen, die dort einmal waren, sich immer wieder dorthin gezogen fühlen. Diese Megacities haben etwas Faszinierendes!
Im April dieses Jahres werde ich nun eine echte Nostalgiereise unternehmen und zwar nicht in eine Megacity, sondern in einen winzigen Ort in Südtirol namens Trens, in der Nähe von Sterzing. Dort werden wir im selben Gasthof wohnen, in dem ich schon als Kind mit meiner Familie (manchmal sind auch die Großeltern oder Onkel und Tanten mitgekommen) gewohnt habe, wenn wir dort waren. Viele schöne Erinnerungen verbinden sich alleine schon mit diesem Gasthof, der inzwischen ein Hotel geworden ist, weshalb ich nicht unbedingt dasselbe Flair wie früher erwarte. Geführt wird er jetzt von der nächsten Generation derselben Familie, nämlich von der damaligen Tochter des Hauses und ihrer Familie.

Das Foto zeigt mich an meinem 5. Geburtstag auf der Bank vor dem Gasthof. Genau genommen neben dem Erker, der damals zum Speisesaal gehörte und in dem mein Großvater seinen Stammplatz hatte, wenn er dort zu Gast war. Der Erker ist noch da, aber dort befindet sich wohl nicht mehr der Speisesaal, wenn ich recht informiert bin, und ob die Bank und der Tisch noch da sind, kann man leider auf keinem der Fotos auf der Website erkennen. Ich bin schon sehr gespannt, was ich noch wiedererkenne. Vieles wird sich verändert haben in den letzten etwa 40 Jahren, seit ich das letzte Mal dort war, da meine Eltern Mitte der 70er Jahre stolze Wohnmobil-Besitzer wurden. Seitdem war Schluss mit Trens und auch mit unserem anderen Lieblingsferienort Meldorf an der Nordsee. Als Kind habe ich mich an beiden Orten zuhause gefühlt, aber dieses Gefühl wird sich wohl bei dieser Reise nicht wieder einstellen, da mache ich mir keine Illusionen.
Im April dieses Jahres werde ich nun eine echte Nostalgiereise unternehmen und zwar nicht in eine Megacity, sondern in einen winzigen Ort in Südtirol namens Trens, in der Nähe von Sterzing. Dort werden wir im selben Gasthof wohnen, in dem ich schon als Kind mit meiner Familie (manchmal sind auch die Großeltern oder Onkel und Tanten mitgekommen) gewohnt habe, wenn wir dort waren. Viele schöne Erinnerungen verbinden sich alleine schon mit diesem Gasthof, der inzwischen ein Hotel geworden ist, weshalb ich nicht unbedingt dasselbe Flair wie früher erwarte. Geführt wird er jetzt von der nächsten Generation derselben Familie, nämlich von der damaligen Tochter des Hauses und ihrer Familie.

Das Foto zeigt mich an meinem 5. Geburtstag auf der Bank vor dem Gasthof. Genau genommen neben dem Erker, der damals zum Speisesaal gehörte und in dem mein Großvater seinen Stammplatz hatte, wenn er dort zu Gast war. Der Erker ist noch da, aber dort befindet sich wohl nicht mehr der Speisesaal, wenn ich recht informiert bin, und ob die Bank und der Tisch noch da sind, kann man leider auf keinem der Fotos auf der Website erkennen. Ich bin schon sehr gespannt, was ich noch wiedererkenne. Vieles wird sich verändert haben in den letzten etwa 40 Jahren, seit ich das letzte Mal dort war, da meine Eltern Mitte der 70er Jahre stolze Wohnmobil-Besitzer wurden. Seitdem war Schluss mit Trens und auch mit unserem anderen Lieblingsferienort Meldorf an der Nordsee. Als Kind habe ich mich an beiden Orten zuhause gefühlt, aber dieses Gefühl wird sich wohl bei dieser Reise nicht wieder einstellen, da mache ich mir keine Illusionen.
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