Sonntag, 26. September 2010

Spaziergang und Müllpolitik

Nachdem es gestern den ganzen Tag geregnet hat, ist heute wieder ein ziemlich sonniger Tag und ich habe heute morgen beim Hundespaziergang mit Yaris einen besonders schönen Spazierweg entdeckt. Schließlich muss ich meinen neuen Wohnort erstmal „erobern“ und dafür sind die täglichen Hundespaziergänge gar nicht schlecht. Außerdem habe ich einen zweiten Tütchenspender entdeckt, was bei Yaris‘ Verbrauch (zwei bis drei Häufchen = Tütchen pro Spaziergang) auch ganz nützlich ist.

Hier oben auf der Hochebene der Schwäbischen Alb (zwischen 750 und 800 Meter über dem Meeresspiegel, je nachdem, wo man sich befindet), ist es schon ziemlich herbstlich und die Bäume verlieren massenhaft Blätter. Dabei weht ein eisiger Wind, selbst wenn es eigentlich nicht so sehr kalt (also um die 10°C) ist. Heute morgen hätte ich jedenfalls besser daran getan, mir eine Mütze aufzusetzen. Aber die Luft ist schön trocken und frisch. Nicht umsonst war Stetten a.k.M. ja mal Luftkurort – zwischen den beiden Weltkriegen, als es hier kein Militär gab, hat man die Kasernengebäude dafür genutzt und Tuberkulosepatienten und andere Lungenkranke dort einquartiert. Ich bin zwar nicht lungenkrank, aber für meinen Kreislauf ist die Luft hier oben auf jeden Fall auch gut. Heute ist der erste Tag, an dem ich mich – sehr wahrscheinlich stressbedingt – nicht gut gefühlt habe (zum Vergleich: an meinem früheren Wohnort war ich dankbar für jeden Tag, an dem ich einigermaßen fit war), aber mein Blutdruck ist dabei ziemlich stabil geblieben und das ist schon viel wert.

Ach ja, noch einmal zur Müllpolitik des Landkreises Sigmaringen (siehe auch den vorherigen Blog-Beitrag): den Glasmüll muss man hier extra zum Recyclinghof bringen, der übrigens von hier aus – wir wohnen ziemlich nah am Zentrum – nicht zu Fuß zu erreichen ist. Wir haben ja ein Auto, aber ich frage mich, was diejenigen machen, die keines haben – vermutlich alles nur in Plastikflaschen kaufen, die kommen in den gelben Sack. Sehr umweltfreundliche Regelung!

Sonntag, 19. September 2010

Es ist geschafft!

Wir sind inzwischen umgezogen, und obwohl noch riesig viel zu tun ist (nicht zuletzt, weil wir auf einer halben Baustelle leben) und wir in den nächsten Wochen noch keine stabile Internetverbindung haben werden, möchte ich wenigstens ab und zu wieder bloggen. Sonntage sind gute Tage, um das Kistengewühle und Staubgeputze (das ohnehin ziemlich unnütz ist, solange die Baustelle noch besteht, da alles gleich wieder schmutzig wird) mal sein zu lassen.

Unser neuer Wohnort Stetten am kalten Markt gefällt mir sehr gut, trotz aller Unkenrufe wohlmeinender Bekannter, die uns gewarnt hatten, dass es hier immer kalt sei (was übrigens nicht stimmt, obwohl es hier schon jeweils ein oder zwei Grad kälter ist als in der Umgebung). Dafür scheint hier immer schon morgens die Sonne, während sie in Mühlheim an der Donau (das in einem Tal liegt) oft bis mittags vom Nebel verdeckt wird. Was ich auch genieße, ist die wesentlich bessere Infrastruktur – da ich kein Auto habe, bin ich auf gute und vielseitige Einkaufsmöglichkeiten in „Fußnähe“ angewiesen und die habe ich hier.

Was wir uns am Anfang gleich besorgen – sprich: kaufen – mussten, war eine Restmülltonne. Gelbe Säcke bekommt man gratis, Papiertonne wird gestellt, Biotonne gibt’s nicht. Die Restmülltonne muss man, wie gesagt, selbst kaufen und da man den Restmüll nach Gewicht bezahlt (weshalb wir uns im Baumarkt gleich mal einen Komposter besorgt haben), am besten mit Schloss, damit nicht jemand anderes seinen Müll dort einwirft. Also sind wir zur hiesigen Eisenhandlung gefahren, wo es auch diese Tonnen gibt. Dort werden unter anderem elektrische Gartengeräte und Handwerkszeug für mehrere 100 Euro pro Stück verkauft – was nicht etwa heißt, dass man dort EC- oder gar Kreditkarten akzeptiert! Nein, wir mussten für die etwa 125 Euro für die Tonne extra zur Sparkasse laufen, um Geld zu holen. Dann das nächste Problem – wir hatten einen zweitürigen Leihwagen (unser Auto war in der Werkstatt) und die Tonne passte dort nicht hinein. Also blieb mir nichts anderes übrig als mir die Tonne zu schnappen und sie zu Fuß hinter mir her zu schleifen. Zum Glück sind es von dort nur ein paar hundert Meter bis zu unserem Haus. Mir begegneten auf dem Weg mehrere Leute, die mich und meine Tonne aber nicht beachteten. Offensichtlich ist es normal, dass man hier seine Mülltonnen hinter sich herschleppt, wenn man neu zugezogen ist.

Übrigens suchen wir immer noch nette Nachbarn – wer Interesse hat oder jemanden kennt (ideal wäre das Ganze für eine große oder wachsende Familie, die sich normalerweise kein Eigenheim leisten kann), der kann auf „Eigene vier Wände“ mehr erfahren!