Sonntag, 16. Januar 2011

Nostalgiereisen

Woran merkt man, dass man alt wird? Wohl unter anderem daran, dass man dem „Früher“ nachspürt, zum Beispiel durch Reisen an die Orte der Kindheit. Eigentlich war schon meine Reise nach London im letzten Jahr eine Art Nostalgiereise, obwohl ich schon erwachsen war, als ich neun Monate dort an einem College studierte, was mittlerweile auch schon 23 Jahre her ist. Dazu kommt, dass London eigentlich die „Heimatstadt meines Herzens“ ist und wenn ich mir einen Ort aussuchen könnte, an dem ich den Rest meines irdischen Lebens verbringen könnte, dann wäre es diese wunderbare verrückte Stadt, die man mit keiner einzigen Stadt in Deutschland vergleichen kann, in Europa allenfalls noch mit Paris, auch wenn Paris natürlich wieder ganz anders ist. Dorthin zieht mich zum Beispiel nichts, aber ich kann genauso gut verstehen, wenn Menschen, die dort einmal waren, sich immer wieder dorthin gezogen fühlen. Diese Megacities haben etwas Faszinierendes!

Im April dieses Jahres werde ich nun eine echte Nostalgiereise unternehmen und zwar nicht in eine Megacity, sondern in einen winzigen Ort in Südtirol namens Trens, in der Nähe von Sterzing. Dort werden wir im selben Gasthof wohnen, in dem ich schon als Kind mit meiner Familie (manchmal sind auch die Großeltern oder Onkel und Tanten mitgekommen) gewohnt habe, wenn wir dort waren. Viele schöne Erinnerungen verbinden sich alleine schon mit diesem Gasthof, der inzwischen ein Hotel geworden ist, weshalb ich nicht unbedingt dasselbe Flair wie früher erwarte. Geführt wird er jetzt von der nächsten Generation derselben Familie, nämlich von der damaligen Tochter des Hauses und ihrer Familie.


Das Foto zeigt mich an meinem 5. Geburtstag auf der Bank vor dem Gasthof. Genau genommen neben dem Erker, der damals zum Speisesaal gehörte und in dem mein Großvater seinen Stammplatz hatte, wenn er dort zu Gast war. Der Erker ist noch da, aber dort befindet sich wohl nicht mehr der Speisesaal, wenn ich recht informiert bin, und ob die Bank und der Tisch noch da sind, kann man leider auf keinem der Fotos auf der Website erkennen. Ich bin schon sehr gespannt, was ich noch wiedererkenne. Vieles wird sich verändert haben in den letzten etwa 40 Jahren, seit ich das letzte Mal dort war, da meine Eltern Mitte der 70er Jahre stolze Wohnmobil-Besitzer wurden. Seitdem war Schluss mit Trens und auch mit unserem anderen Lieblingsferienort Meldorf an der Nordsee. Als Kind habe ich mich an beiden Orten zuhause gefühlt, aber dieses Gefühl wird sich wohl bei dieser Reise nicht wieder einstellen, da mache ich mir keine Illusionen.

3 Kommentare:

Katinka hat gesagt…

Hallo Barbara,
ja stimmt, daran merkt man wirklich, dass man älter wird....

Diese Reise wird bestimmt total schön! Vor allem, weil sie für Dich mit so vielen Erinnerungen verbunden ist.

Liebe Grüße
Katinka

Simone hat gesagt…

So etwas habe ich auch gemacht, im vorletzten Herbst habe ich meinen Mann ins Tannheimer Tal geschleppt, wo ich so viele Ferien meiner Kindheit verbracht habe (auf Ski und in Wanderschuhen). Ich bin zu zwei Schlussfolgerungen gekommen: Hochgebirge ist nicht wirklich meins und mir ist es dort inzwischen zu voll. Insofern war es doch gut, dort noch einmal Urlaub zu machen. Ich weiß jetzt, wie es in der Gegenwart dort ist, ich weiß, dass das für mich abgeschlossen ist, und ich kann meine Kindheitserinnerungen genießen, ohne mir sagen zu müssen, dass dort doch alles besser wäre. :-) Außerdem habe ich großen Respekt vor den körperlichen Leistungen meiner Kindheit bekommen, denn ich glaube, ich bin damals wesentlich leichter die Berge raufgekommen. ;-)

Kirsten hat gesagt…

das Bild ist wirklich niedlich. Ich persönlich finde es schön, die Orte der Kindheit nochmal aufzusuchen. Dinge zu sehen, die man als Kind zuletzt berührt hat, da kann einem allerdings auch sehr wehmütig um Herz werden...