Der Roman handelt von komplizierten Beziehungskisten erwachsener Menschen, die eigentlich nicht erwachsen sein wollen. Die Hauptperson Marie, eine Mittvierzigerin, die sich gerne auf jünger trimmt, macht bei den meisten Männern, mit denen sie zu tun hat – ihrem Liebhaber Paul, ihrem Schwager Chris und ihrem verstorbenen Vater - das „Peter Pan“-Syndrom aus, also die Weigerung, erwachsen zu werden. Dabei hält sie sich selbst für durchaus erwachsen, was eine grobe Fehleinschätzung ist. Auch Marie ist, ebenso wie ihre Schwester Julia und ihre Chefin Mona, in der Pubertät stecken geblieben. Wenn es brenzlig wird, flüchtet sie zu ihrer Mutter. Dabei ist sie selbst Mutter eines tatsächlich pubertierenden Sohnes und muss sich außerdem zeitweise um die Kinder von Julia kümmern. Aber für Paul wäre sie am liebsten ein Kind, was der sich nicht gefallen lässt – nicht zuletzt, weil er selbst noch mitten in der Pubertät steckt, obwohl er sich natürlich für ebenso erwachsen hält wie alle anderen Beteiligten.
„Ein Mann wie Papa“ ist eine sehr gelungene Geschichte über die dauerpubertierenden Erwachsenen der postmodernen Gesellschaft. Der Egoismus des Einzelnen, der von einer Partnerschaft vor allem selbst profitieren möchte, wenn nötig auch auf Kosten des anderen, wird von der Autorin so anschaulich dargestellt, dass man als Leser die Romanfiguren am liebsten ständig irgendwohin treten möchte. Zumindest mir ging es so. Allerdings erscheinen mir die Allüren der Protagonisten nicht – oder wenigstens nicht sonderlich – übertrieben. Die ewig pubertierenden Egomanen sind tatsächlich unter uns und sie sind gar nicht so selten.

2 Kommentare:
Ich bin total begeistert über deine tolle Rezension, vielen Dank!
Liebe Grüße Elsa
Das was du geschrieben hast, macht Lust auf Lesen.
Wie geht es dir? Ich grüße herzlich, Petra
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