Samstag, 6. Oktober 2012
„Vielleicht nicht massentauglich“ – Interview mit der Autorin Simone Ehrhardt
Informationen über die Autorin …
Mein Name ist Simone Ehrhardt, ich bin 45 Jahre alt und komme aus Mannheim. Im Moment lebe ich mit meinem Mann in einem kleinen Ort im Rhein-Pfalz-Kreis. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht, in meinem Beruf gearbeitet und später ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, danach wieder gearbeitet. Inzwischen bin ich freiberufliche Autorin.
… und ihre Bücher
In den letzten Jahren schrieb ich hauptsächlich Krimis, aber auch einige Liebesromane und Kurzgeschichtensammlungen, z.B. mit Weihnachtsgeschichten. Es sind schon ziemlich viele Veröffentlichungen in verschiedenen Verlagen zusammengekommen. Regelmäßig veröffentliche ich bei SCM R. Brockhaus bzw. SCM Collection (die gehören zusammen). Eine kommende Publikation im nächsten März ist ein Thriller mit dem Titel „Die Angst im Spiegel“ beim bookshouse Verlag. Ich veröffentliche aber auch gelegentlich selbst bei BoD, so wie mein demnächst erscheinender Krimi „Mörderisch glänzet der Wald“. Unter dem Pseudonym Sara Winter möchte ich mich zukünftig mehr dem Liebesroman widmen.
Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?
Mit eigenen Texten fing ich schon als Teenie an. Die früheste Geschichte, die ich aufgehoben habe, drehte sich um Pferde. Worum auch sonst? Ich verschlang ja ein Pferdebuch nach dem anderen. Später begeisterte ich mich für Krimis und beschloss, selbst eine christliche Krimireihe anzufangen. 2006 erschien der erste Band davon, „Tote Pfarrer reden nicht“.
Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?
Leider kann ich nicht sagen, dass ich konsequent jeden Tag schreibe. Das hängt sehr davon ab, ob es einen Abgabetermin gibt oder etwa eine Idee, die mich so begeistert, dass ich sie unbedingt umsetzen will. Wenn ich schreibe, dann etwa vier Stunden am Stück, danach brauche ich eine längere Pause. Es ist ziemlich unmöglich für mich, zu schreiben, wenn ich an einem Tag andere Termine oder Verpflichtungen habe. Ich darf mir für die Schreibtage nichts anderes vornehmen, damit das klappt. Andere Unternehmungen lenken mich zu sehr ab, erschöpfen mich vielleicht, sodass mir kreatives Arbeiten im Anschluss sehr schwer fällt, und meistens habe ich auch das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, mit dem Schreiben anzufangen, wenn ich nicht ein paar Stunden dran bleiben kann. Das ist natürlich nicht richtig. Ich könnte auch produktiv sein, wenn ich nur eine oder zwei Stunden habe. Ich habe aber auch schon von anderen gehört, dass es ihnen so geht.
Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du sie von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?
Gewöhnlich habe ich zuerst den Anfang im Kopf. Ich weiß nicht, wieso, aber erste Sätze und Absätze fliegen mir einfach so zu. Vom Ende habe ich eine vage Vorstellung, wenn ich einen Roman beginne, auch von der Handlung, obwohl ich oft einfach anfange zu schreiben und dann später einen Plan entwickle, wo es genau hingehen soll, mit allen Zwischenstationen. Viele Schriftsteller machen sich riesige Pläne zuhause mit Karteikarten zu allem Möglichen oder entwickeln den kompletten Plot noch bevor sie den ersten Satz schreiben – so etwas habe ich bisher nicht getan. Ich lasse mich beim Schreiben gern auch selbst überraschen. Und ja, so bleibt den Figuren mehr Raum, sich zu entwickeln, wohin sie wollen. Gelegentlich merke ich, dass eine eingeschlagene Richtung nicht funktioniert, dann muss ich sie ändern. Das ist dann so, als würden die Charaktere tun, was sie wollen, aber eigentlich ist es nur das Gespür für ihre wachsende Persönlichkeit und was dazu passt und was nicht. Mitunter kann sich das Schreiben ohne einen allzu festen Fahrplan aber auch zäh gestalten, dann muss man den Figuren jedes Wort und jede Handlung abringen. Ich glaube, der Leser merkt davon bei der Lektüre nichts mehr. Das ist ein rein subjektiver Eindruck des Autors.
Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?
Bisher habe ich immer Spaß an dem gehabt, was ich schrieb, auch wenn es sich um Auftragsarbeiten handelte. Ich könnte mir auf Anhieb auch nichts vorstellen, was mir überhaupt keinen Spaß machen würde, weil ich so viel Verschiedenes schreibe. Ich möchte natürlich gern viele Leser erreichen, am liebsten mit dem, was mir auch gefällt. Man sagt ja immer, man soll das schreiben, was man selbst gern lesen würde. Aber vielleicht ist mein Geschmack auch nicht massentauglich. Ich glaube, ich mache keine Abstriche an meine Vorlieben oder Überzeugungen. Es gibt Bücher, die sind Garanten für einen Massenerfolg – wenn es um viel Sex geht, am besten verschiedene Praktiken an sich selbst ausprobiert, Krimis mit Gewalt an Kindern oder besonders eindrücklich geschilderten Gewaltszenen und solche Bücher. Es gibt sicher noch mehr Beispiele. Ich denke zwar oft, das ist eine billige Masche, um schnell Erfolg zu haben und das könnte ich auch, aber ich mache es trotzdem nicht. Solche Darstellungen widerstreben mir, das möchte ich nicht schreiben.
Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?
Im Moment arbeite ich an „Mörderisch glänzet der Wald“, einem Weihnachtskrimi. Das Cover gibt es leider noch nicht, es ist noch in Arbeit, aber der Krimi soll im November erscheinen, also schon sehr bald und noch pünktlich zur Weihnachtszeit. Zuletzt erschienen ist „Neue Schwester, neues Glück“ unter meinem Pseudonym Sara Winter. Es ist ein Liebesroman und er ist seit einem Monat auf dem Markt.
Hier findet man weitere Informationen über Simone Ehrhardts Bücher:
http://www.simone-ehrhardt.de
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1 Kommentar:
Interessantes Interview. Die Seite werde ich mir auf jeden Fall ansehen!
(Wir gönnen dir das schöne Wetter!) VG von Kirsten
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