Bisher hatte ich mich für diese christliche Frauenzeitschrift nie interessiert, und zwar genau deswegen – das Label „Frauenzeitschrift“ hatte mich abgeschreckt. Ich war immer standhaft der Meinung, Lydia wäre so etwas wie eine auf christlich gebürstete typische Zeitschrift für Frauen (Namen werde ich hier nicht nennen, aber ihr wisst schon, welche ich meine ;) ) – vielleicht etwas weniger Mode und Make-Up, dafür aber mehr Kochrezepte, Bastel- und Dekotipps, sowie ähnliche seichte Themen bis hin zum unvermeidlichen Diätratgeber und etwas zwischenmenschlichem Gesülze. Die Sorte Zeitschrift also, die ich beim Friseur oder im Arztwartezimmer regelmäßig in drei Minuten durch habe – falls ich sie überhaupt zur Hand nehme. Meistens suche ich dort unter den Zeitschriftenstapeln sofort nach Focus oder Spiegel. Abonniert haben wir das christliche Nachrichtenmagazin IdeaSpektrum. Das ist meine Zeitschriftenwelt – oder war es zumindest bisher.
Vor ein paar Wochen empfahl mir jemand die Autobiographie der Lydia-Initiatorin und Redaktionsleiterin Elisabeth Mittelstädt, „Größer als meine Träume“. Beim Lesen dieses beeindruckenden Buches wurde mir klar, dass eine solche Frau niemals eine typische Frauenzeitschrift ins Leben rufen würde, weil sie viel tiefer denkt und empfindet, und auch viel zu viel durchgemacht hat, um sich hauptberuflich mit den Nebensächlichkeiten des Lebens aufzuhalten. Ich wurde neugierig. Also habe ich mir ein Probeexemplar der Lydia bestellt.
Schon beim Durchblättern wurde mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Lydia ist eine durch und durch untypische Frauenzeitschrift. Zumindest in dem Exemplar, das ich bekam, gab es keinerlei Mode- und Diättipps, und nur jeweils eine Seite Rezepte und Deko zum Selbermachen. Stattdessen ist die Zeitschrift voll von Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen und über die man nachdenken kann – auch im Hinblick auf das eigene Leben. In jeder Geschichte sieht man Gottes Wirken, auch oder gerade wenn es um harte Kämpfe im Leben geht. Daneben gibt es auch Ratschläge, wie man mit bestimmten Situationen im Leben umgehen kann. Es ist kaum möglich, diese Zeitschrift in einem Zug durchzulesen, dazu ist sie zu anspruchsvoll und die Artikel zu wertvoll. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausgabe!
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