Dienstag, 2. September 2014

Briefe aus Armenien


Wie ich schon in meinem letzten Blog-Beitrag erwähnte, freuen wir uns immer, wenn wir Briefe von unseren Patenkindern in Armenien bekommen. Das Gleiche gilt für Berichte über die Kinder, die wir erhalten. Einige der Kinder schreiben regelmäßig, andere weniger regelmäßig und manchmal bekommen wir auch Post von anderen Familienmitgliedern. Von Zeit zu Zeit liegen Fotos bei oder sogar selbstgemachte Geschenke.


Einige Fakten:

Die Kinder sind zwischen elf und sechzehn Jahre alt.

Vier von ihnen wachsen ohne Väter auf, weil diese die Familien verlassen haben.

Fünf von ihnen leben mit einer chronischen Krankheit und / oder einer Behinderung. Wenigstens drei von ihnen haben chronisch kranke Eltern. Dies in einem Land, in dem man alle Kosten für medizinische oder therapeutische Behandlungen selbst tragen muss . Für die Patenkinder ist auch die medizinische Grundversorgung gratis.

Die Eltern von fünfen sind arbeitslos. Die Eltern der anderen drei verdienen zu wenig, um ihre Familien ernähren zu können.

Einer von ihnen besucht keine Schule, da es keine oder zu wenige Schulen für stark mehrfach behinderte Kinder gibt.

Auf der anderen Seite besuchen zwei zur Zeit ein College und sind entschlossen, das Beste aus dieser Chance zu machen. Mit Gottes Hilfe haben wir für eines von ihnen die Ausbildungsgebühr übernommen. Die meisten anderen strengen sich in der Schule sehr an, obwohl es unter den gegebenen Bedingungen schwierig für sie ist.


Während der letzten Jahre, seit wir begonnen haben, Kinderpatenschaften zu übernehmen, haben wir gemerkt, dass so eine Patenschaft weit mehr bedeutet, als nur Geld zu überweisen auf der einen Seite und lebenswichtige Güter und Dienstleistungen zu empfangen auf der anderen. Es entstehen Beziehungen, die mit jedem Brief und jedem Bericht enger werden.


„Die Armut sagte mir: ich bin hoffnungslos, ich bin ein Nichts, und ich glaubte das.“ – Richmond, ehemaliges Patenkind über Compassion

Viele Menschen wären in der Lage, eine Kinderpatenschaft zu übernehmen, aber längst nicht alle tun es. Niemand muss acht Kinder auf einmal nehmen – das sind nur einige wenige von uns, die eine besondere Berufung haben. Nimm nur eines! Es kostet etwa 30 Euro pro Monat, was wirklich nicht viel ist, wenn man darüber nachdenkt. Überlege einmal, was du an einem Abend ausgibst, wenn du Essen oder in die Disco gehst, oder wieviel Geld du an einem einzigen Shopping-Wochenende für Klamotten verpulverst, die womöglich hinterher nur im Schrank hängen!

Es gibt ein paar bekannte Organisationen wie Compassion, Plan, SOS-Kinderdörfer und World Vision, sowie mehrere kleinere wie Diaconia, über die wir unsere Patenkinder haben. Jede diese Organisationen verfügt über eine lange Liste von Kindern, die dringend Hilfe brauchen, du hast also die große Auswahl, was Geschlecht, Alter und Herkunft des Kindes angeht. Auf der World Vision-Website kannst du dir sogar zeigen lassen, welche Kinder am selben Tag wie du Geburtstag haben, und für diese eine Patenschaft übernehmen. Aber welches Kind du dir auch immer aussuchst, es ist es wert! Du kannst die Welt verändern – zumindest für ein Kind!


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