Sonntag, 4. Juli 2010
Langsames Bloggen
Wie ihr vielleicht bemerkt habt, blogge ich zur Zeit nicht so viel. Dies hat zwei Gründe: erstens ist Sommer und da verliere ich immer etwas die Lust; zweitens schreibe ich gerade meinen ersten Roman und das nimmt natürlich viel Zeit und Kreativität in Anspruch. Also werde ich in größeren Abständen immer dann bloggen, wenn es etwas Neues gibt, über das ich schreiben möchte. Ich bitte euch also um Geduld. Falls ihr mich sucht, könnt ihr mich nach wie vor bei Twitter und Facebook finden ;)
Dienstag, 29. Juni 2010
Mittwoch, 23. Juni 2010
Der Tanz geht weiter
Wir mussten tatsächlich den Darlehensvertrag mit der einen Bank widerrufen. Dafür scheint es aber jetzt mit einer anderen Bank zu funktionieren, wenn auch zu etwas weniger günstigen Zinssätzen, dafür zu besseren Bedingungen. Außerdem haben wir jetzt wieder etwas Zeit, da es dieses Mal auf der Seite des Besitzers unserer Wohnung bzw. des Wohnblocks – der Gemeinde, in die wir ziehen werden – Verzögerungen gibt. Obwohl unser Architekt rechtzeitig einen Teilungsvorschlag für Haus und Grundstück vorgelegt und auch mit den zuständigen Leuten abgesprochen hatte, ist es irgendwie nicht gelungen, diesen Vorschlag am Montag dem Gemeinderat vorzulegen. Warum dies nicht geschehen ist, ist uns ein Rätsel. Die nächste Gemeinderatssitzung ist erst in vier Wochen, so dass wir jetzt schön Zeit haben, uns mit anderen Dingen als Renovierung und Umzug zu befassen :p Es wird wohl doch September werden – und wer weiß, wer als nächstes die Sache künstlich verzögert…
Freitag, 11. Juni 2010
Der Haus-Tanz
Unsere Hausverkauf-Wohnungskauf-Geschichte erinnert mich langsam an einen Tanz, nämlich einen wie Mr. Beveridge’s Maggot:
Man bewegt sich vor, zurück, seitwärts und im Kreis, und kommt auf diese Weise langsam vorwärts. So schön wie ein Tanz ist es allerdings nicht – jedenfalls nicht immer – und leider auch viel weniger berechenbar.
Am Mittwoch hatte ich noch ein gutes Telefongespräch mit unserem Architekten, das mich sehr zuversichtlich gemacht hat, was den Kauf unserer neuen Wohnung und die anschließende Renovierung angeht. Da ich ohnehin diese Woche Hausputz mache, bekam ich große Lust, einige Dekostücke gar nicht wieder aufzustellen, sondern schon mal zu verpacken.
Auch unser Hausverkauf geht jetzt in eine neue Runde. Das Haus wird zur Zeit bei Ohne Makler, Immobilienscout24 und Immonet angeboten. An dieser Stelle ein heißer Tipp für diejenigen unter euch, die eine Immobilie zum Verkauf anbieten möchten: die Einstellung in diesen drei und weiteren Datenbanken gibt es für etwas unter 100 Euro für immerhin drei Monate bei Ohne Makler.
Nur einen Tag später gab es dann prompt den nächsten Rückschlag: die Bank bestätigte uns, dass unsere Zwischenfinanzierung genehmigt sei. Ein paar Formalitäten seien dafür noch zu erledigen, die unsere Sicherheiten betreffen – und leider ist eine darunter, die wir beim besten Willen nicht erfüllen können (da es eben „nur“ um eine Formalität ging, und nicht um eine Vertragsbedingung als solche, wurde sie vor dem Vertragsabschluss nicht erwähnt, daher wussten wir davon nichts). Unser Finanzmakler hat sich trotz seines Urlaubs sofort darum gekümmert, dass wir eventuell daran vorbei kommen, aber die Bank lässt sich viel Zeit für ihre Antwort und uns zappeln – wie es aussieht, wenigstens bis Montag, denn jetzt ist ja erstmal Wochenende. Wenn wir Pech haben, müssen wir diesen Vertrag (der für uns sehr gut passend zum 30. Juni in Kraft träte) widerrufen und es wird ein ganz neuer aufgesetzt – was für uns vor allem wieder eine Verzögerung bedeuten würde. Natürlich ist mir jetzt erstmal die Lust vergangen, meinen Hausputz mit der Verpackung meiner Dekosachen zu verbinden, denn es könnte ja doch noch dauern…
Man bewegt sich vor, zurück, seitwärts und im Kreis, und kommt auf diese Weise langsam vorwärts. So schön wie ein Tanz ist es allerdings nicht – jedenfalls nicht immer – und leider auch viel weniger berechenbar.
Am Mittwoch hatte ich noch ein gutes Telefongespräch mit unserem Architekten, das mich sehr zuversichtlich gemacht hat, was den Kauf unserer neuen Wohnung und die anschließende Renovierung angeht. Da ich ohnehin diese Woche Hausputz mache, bekam ich große Lust, einige Dekostücke gar nicht wieder aufzustellen, sondern schon mal zu verpacken.
Auch unser Hausverkauf geht jetzt in eine neue Runde. Das Haus wird zur Zeit bei Ohne Makler, Immobilienscout24 und Immonet angeboten. An dieser Stelle ein heißer Tipp für diejenigen unter euch, die eine Immobilie zum Verkauf anbieten möchten: die Einstellung in diesen drei und weiteren Datenbanken gibt es für etwas unter 100 Euro für immerhin drei Monate bei Ohne Makler.
Nur einen Tag später gab es dann prompt den nächsten Rückschlag: die Bank bestätigte uns, dass unsere Zwischenfinanzierung genehmigt sei. Ein paar Formalitäten seien dafür noch zu erledigen, die unsere Sicherheiten betreffen – und leider ist eine darunter, die wir beim besten Willen nicht erfüllen können (da es eben „nur“ um eine Formalität ging, und nicht um eine Vertragsbedingung als solche, wurde sie vor dem Vertragsabschluss nicht erwähnt, daher wussten wir davon nichts). Unser Finanzmakler hat sich trotz seines Urlaubs sofort darum gekümmert, dass wir eventuell daran vorbei kommen, aber die Bank lässt sich viel Zeit für ihre Antwort und uns zappeln – wie es aussieht, wenigstens bis Montag, denn jetzt ist ja erstmal Wochenende. Wenn wir Pech haben, müssen wir diesen Vertrag (der für uns sehr gut passend zum 30. Juni in Kraft träte) widerrufen und es wird ein ganz neuer aufgesetzt – was für uns vor allem wieder eine Verzögerung bedeuten würde. Natürlich ist mir jetzt erstmal die Lust vergangen, meinen Hausputz mit der Verpackung meiner Dekosachen zu verbinden, denn es könnte ja doch noch dauern…
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Samstag, 5. Juni 2010
Nicht ganz so niedliche Kinder
Es gibt sie tatsächlich, die nicht ganz so niedlichen Kinder. Ziemlich deutlich wird das zum Beispiel leider häufig dann, wenn für solche Kinder wegen ihrer Bedürftigkeit Paten gesucht werden. Kleine niedliche Mädchen haben im allgemeinen die größten Chancen, die geringsten ältere Jungen. Aber eben auch Kinder, die optisch nicht so attraktiv sind, missmutig in die Kamera schauen und ähnliches, werden offensichtlich nicht so gerne genommen. Aus diesem Grund stelle ich hier zwei Jungen von der Diaconia-Website vor, die schon eine ganze Weile dort zu finden sind, ohne dass sich jemand ihrer erbarmt hat. Die Texte wurden von armenischen Mitarbeitern der Organisation verfasst, deshalb das etwas holprige Deutsch. Den kleinen Eduard würden wir am liebsten selbst nehmen, aber mit zur Zeit acht Patenkindern, von denen wir einem noch teilweise eine Therapie bezahlen, ist dies leider für uns nicht zu machen. Eine Patenschaft kostet übrigens nur 25 Euro im Monat pro Kind, und wenn man es recht bedenkt, ist das wirklich nicht viel…
Eduards Vater ist vor 4 Jahren an Magenkrankheit gestorben. Er hat sich jahrelang daran gelitten, zuerst ist er nie wegen Geldes zum Arzt gegangen, aber dann war es zu spät, die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Den Tod des Familienvaters hat die Familie wie ein Albtraum erlebt. Die Kinder vermissen ihn sehr und sprechen viel von ihm. Eduard braucht sehr die väterliche Fürsorge und Ratschläge. Die Mutter ist Arbeitslos. Die Oma bekommt eine kleine Rente, die kaum für das Brot reicht. Eduard hat noch eine Schwester. Die Familie wohnt in einem Wohnheim, wo sich keine menschenwürdigen Bedingungen existieren. Die Wohnung muss gründlich renoviert werden, aber dafür hat die Familie kein Geld. Die Oma leidet an Zuckerkrankheit und Insult und muss ständig Medikamente einnehmen. Eduard lernt in der 4. Klasse. Er lernt sehr gut, hat ein wenig Probleme mit Englisch, aber er ist sicher, dass er wieder schaffen wird. Eduards Mutter sagt, dass er sehr klug und zielstrebig ist und sie hofft sehr, dass ihr Sohn alle Hindernisse auf seinem Weg überkämpfen wird. Eduard hat Probleme mit den Augen und muss untersucht werden. Er will in der Zukunft wie sein Vater mutig und stark sein. Sein Vater war Freikämpfer im Berg Karabach und hat sich am Krieg teilgenommen. Ihre Patenschaft wird dem Eduard ein neues und sorgloses Leben schenken.
Wie andre Familien in unserem Programm, leidet die Familie Baghdasarjans an Not und Armut. Die Arbeitslosigkeit in Armenien zwingt viele Familienväter die Familie in Armenien zu lassen und nach einer Arbeitssuche nach Russland zu fliegen. Auch Roberts Vater ist nach der der Geburt des zweiten Kindes nach Russland geflogen. Die erste Zeit hat er ständig angerufen und interessierte sich , wie es seiner Familie geht, aber langsamer wurden die Anrufe noch seltener, aber bald wird schon ein Jahr, dass er sich nicht mehr meldet. Die Mutter der Kinder hat mit ihren zwei Kinder zu ihren Eltern umgezogen. Die Großeltern sind Rentner und die kleine Rente reicht nur für das tägliche Brot. Die Mutter der Kinder ist Buchhalterin von Beruf, aber sie kann noch nicht arbeiten, weil die Kinder zu klein sind. Robert ist ein schüchterner und freundlicher Knabe. Er mag am liebsten mit den Autos spielen und der kleinen Schwester Anjuta Märchen erzählen. Er mag auch dem Opa helfen, den Hammer fest in der Hand halten und stolz zuhören, wie der Opa ihn lobt. Robert will Fahrer werden. Ihre Patenschaft wird wesentlich die Sorgen der Familie erleichtern und den Kindern schöne Zukunft schenken.
Wer für eines der Kinder eine Patenschaft übernehmen möchte oder noch Fragen hat, bitte hier klicken: Kontakt Diaconia
Eduard, geboren im Oktober 2000
Eduards Vater ist vor 4 Jahren an Magenkrankheit gestorben. Er hat sich jahrelang daran gelitten, zuerst ist er nie wegen Geldes zum Arzt gegangen, aber dann war es zu spät, die Ärzte konnten ihn nicht mehr retten. Den Tod des Familienvaters hat die Familie wie ein Albtraum erlebt. Die Kinder vermissen ihn sehr und sprechen viel von ihm. Eduard braucht sehr die väterliche Fürsorge und Ratschläge. Die Mutter ist Arbeitslos. Die Oma bekommt eine kleine Rente, die kaum für das Brot reicht. Eduard hat noch eine Schwester. Die Familie wohnt in einem Wohnheim, wo sich keine menschenwürdigen Bedingungen existieren. Die Wohnung muss gründlich renoviert werden, aber dafür hat die Familie kein Geld. Die Oma leidet an Zuckerkrankheit und Insult und muss ständig Medikamente einnehmen. Eduard lernt in der 4. Klasse. Er lernt sehr gut, hat ein wenig Probleme mit Englisch, aber er ist sicher, dass er wieder schaffen wird. Eduards Mutter sagt, dass er sehr klug und zielstrebig ist und sie hofft sehr, dass ihr Sohn alle Hindernisse auf seinem Weg überkämpfen wird. Eduard hat Probleme mit den Augen und muss untersucht werden. Er will in der Zukunft wie sein Vater mutig und stark sein. Sein Vater war Freikämpfer im Berg Karabach und hat sich am Krieg teilgenommen. Ihre Patenschaft wird dem Eduard ein neues und sorgloses Leben schenken.Robert, geboren im September 2005
Wie andre Familien in unserem Programm, leidet die Familie Baghdasarjans an Not und Armut. Die Arbeitslosigkeit in Armenien zwingt viele Familienväter die Familie in Armenien zu lassen und nach einer Arbeitssuche nach Russland zu fliegen. Auch Roberts Vater ist nach der der Geburt des zweiten Kindes nach Russland geflogen. Die erste Zeit hat er ständig angerufen und interessierte sich , wie es seiner Familie geht, aber langsamer wurden die Anrufe noch seltener, aber bald wird schon ein Jahr, dass er sich nicht mehr meldet. Die Mutter der Kinder hat mit ihren zwei Kinder zu ihren Eltern umgezogen. Die Großeltern sind Rentner und die kleine Rente reicht nur für das tägliche Brot. Die Mutter der Kinder ist Buchhalterin von Beruf, aber sie kann noch nicht arbeiten, weil die Kinder zu klein sind. Robert ist ein schüchterner und freundlicher Knabe. Er mag am liebsten mit den Autos spielen und der kleinen Schwester Anjuta Märchen erzählen. Er mag auch dem Opa helfen, den Hammer fest in der Hand halten und stolz zuhören, wie der Opa ihn lobt. Robert will Fahrer werden. Ihre Patenschaft wird wesentlich die Sorgen der Familie erleichtern und den Kindern schöne Zukunft schenken.Wer für eines der Kinder eine Patenschaft übernehmen möchte oder noch Fragen hat, bitte hier klicken: Kontakt Diaconia
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Donnerstag, 27. Mai 2010
So langsam...
… nimmt der Wohnungskauf Gestalt an. Gestern haben wir die Unterlagen für den Kredit unterschrieben und persönlich zu unserem Finanzmakler gebracht, damit es schneller geht. Parallel soll in den nächsten Wochen alles so weit wie möglich vorbereitet werden, damit wir den Kaufvertrag unterschreiben, das Geld überweisen und danach zeitnah mit der Renovierung loslegen können. Am 21. Juni kommt der Gemeinderat unseres neuen Heimatortes zusammen, und da das Haus der Gemeinde gehört, müssen sie den Details (Teilungsplan, Kaufvertrag) zustimmen. Aber wir hoffen, dass danach alles schnell geht. Für Mitte August haben wir unseren nächsten Urlaub gebucht und bis dahin möchten wir gerne umgezogen sein. Es dauert ohnehin schon alles viel zu lange für unseren Geschmack!
Dienstag, 18. Mai 2010
Ein kleiner Schritt vor
Heute haben wir den umfangreichen Papierkram vollendet, der für den Antrag der Zwischenfinanzierung unserer neuen Wohnung nötig ist. Jetzt muss ein Vertrag ausklamüsert werden. Das lassen wir von unserer Seite den Finanzmakler machen, da wir eh keine Ahnung haben – er kann uns dann hinterher die Haken und Ösen erklären. Also heißt es für uns jetzt erstmal wieder Geduld haben und warten… - hoffentlich nicht lange!
Samstag, 8. Mai 2010
Tag der teilweisen Befreiung
Wie selbstverständlich redet man heutzutage in Deutschland vom 8. Mai 1945, also dem offiziellen Ende des 2. Weltkrieges, als "Tag der Befreiung". Dass dies unzweifelhaft, aber fast ausschließlich für die Menschen im Westen Deutschlands und Europas, sowie im Osten für die meisten Insassen der Konzentrationslager galt, zeigt das Buch „Tag der Befreiung?“ von Hubertus Knabe in eindrücklicher Weise.
Der Autor schildert, wie im Einflussgebiet der Sowjetunion ein Gewaltsystem nahtlos durch ein anderes ersetzt wurde. Auch Menschen, die das Ende des Nationalsozialismus herbeigesehnt und die sowjetischen Truppen willkommen geheißen hatten, wurden oft bitter enttäuscht. Jüdische Frauen, die während des Dritten Reiches untergetaucht waren und sich nach dem Einmarsch der "Russen" erneut verstecken mussten, um Vergewaltigungen zu entgehen, Kommunisten und Demokraten, die kurz nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern wieder dort landeten - zum Teil im selben Lager - sowie sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die zunächst von ihrer eigenen Regierung noch einmal eingesperrt und zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, gehörten zu den Menschen, die damals wie heute als "Befreite" galten.
Während sich die Westalliierten in ihrem Machtbereich um eine Aufarbeitung der NS-Verbrechen und ein gewisses Maß an Rechtsstaatlichkeit bemühten, sahen sie fast tatenlos zu, wie in der sowjetischen Zone bis in die fünfziger Jahre wahllos Menschen festgenommen, verschleppt, gefoltert und umgebracht wurden. Auch Kinder und Jugendliche wurden nicht verschont. Den Massenvergewaltigungen fielen nicht allein deutsche Frauen und Mädchen (bis ins Kindesalter) zum Opfer, sondern auch sowjetische Zwangsarbeiterinnen, die nach der Stalinschen Ideologie als „Verräter“ galten, da sie den Deutschen lebend in die Hände gefallen waren, statt sich umbringen zu lassen.
Das Buch räumt mit der von vielen gehegten Illusion auf, die Menschen im Osten wären tatsächlich "befreit" worden. Dass dies keineswegs so war, zeigen die zitierten Augenzeugenberichte und auch inzwischen zugänglich gemachte Dokumente der ehemaligen Sowjetunion mehr als deutlich. Bei Gedenkfeiern zum „Tag der Befreiung“ sollte daher auch dieser Menschen gedacht werden, an denen die Befreiung spurlos vorüberging und die lediglich vom Regen in die Traufe kamen!
Der Autor schildert, wie im Einflussgebiet der Sowjetunion ein Gewaltsystem nahtlos durch ein anderes ersetzt wurde. Auch Menschen, die das Ende des Nationalsozialismus herbeigesehnt und die sowjetischen Truppen willkommen geheißen hatten, wurden oft bitter enttäuscht. Jüdische Frauen, die während des Dritten Reiches untergetaucht waren und sich nach dem Einmarsch der "Russen" erneut verstecken mussten, um Vergewaltigungen zu entgehen, Kommunisten und Demokraten, die kurz nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern wieder dort landeten - zum Teil im selben Lager - sowie sowjetische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die zunächst von ihrer eigenen Regierung noch einmal eingesperrt und zur Zwangsarbeit verpflichtet wurden, gehörten zu den Menschen, die damals wie heute als "Befreite" galten.
Während sich die Westalliierten in ihrem Machtbereich um eine Aufarbeitung der NS-Verbrechen und ein gewisses Maß an Rechtsstaatlichkeit bemühten, sahen sie fast tatenlos zu, wie in der sowjetischen Zone bis in die fünfziger Jahre wahllos Menschen festgenommen, verschleppt, gefoltert und umgebracht wurden. Auch Kinder und Jugendliche wurden nicht verschont. Den Massenvergewaltigungen fielen nicht allein deutsche Frauen und Mädchen (bis ins Kindesalter) zum Opfer, sondern auch sowjetische Zwangsarbeiterinnen, die nach der Stalinschen Ideologie als „Verräter“ galten, da sie den Deutschen lebend in die Hände gefallen waren, statt sich umbringen zu lassen.
Das Buch räumt mit der von vielen gehegten Illusion auf, die Menschen im Osten wären tatsächlich "befreit" worden. Dass dies keineswegs so war, zeigen die zitierten Augenzeugenberichte und auch inzwischen zugänglich gemachte Dokumente der ehemaligen Sowjetunion mehr als deutlich. Bei Gedenkfeiern zum „Tag der Befreiung“ sollte daher auch dieser Menschen gedacht werden, an denen die Befreiung spurlos vorüberging und die lediglich vom Regen in die Traufe kamen!
Donnerstag, 6. Mai 2010
Einen Schritt zurück, einen vor
Unser potenzieller Käufer hat nun doch abgesagt, und sobald wir das wussten, haben wir uns um die Zwischenfinanzierung für unsere neue Wohnung gekümmert. Das müsste eigentlich innerhalb der nächsten 14 Tage über die Bühne gehen. Wir haben einen unabhängigen Vermittler damit beauftragt, der die Angebote nach den für uns günstigsten Konditionen überprüft. Es ist immer von Vorteil, wenn man jemanden hat, der in dieser Hinsicht zuverlässig und nicht nur auf Provision aus ist. Wenn die Finanzierung klar ist, werden wir uns so schnell wie möglich an den Kauf der Wohnung machen. Die Werbung für unser derzeitiges Domizil muss jetzt verstärkt fortgesetzt werden.
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