Zu Beginn meiner Ehe mit einem Schwaben gab es bei uns häufig folgenden Dialog:
Ich: „Bist du heute Mittag zuhause?“ - Er: „Nein, ich habe um 15 Uhr einen Termin.“
Ja, so ist das hier im Ländle – den Nachmittag gibt es nicht, den erspart man sich. Stattdessen wird einem vormittags an der Discounter-Kasse „En schöne Middag!“ gewünscht, wobei die Kassiererin keineswegs nur die Zeit von zwölf bis zwei meint. Eine Ausnahme ist es natürlich, und das kommt bei uns in der Gemeinde öfter vor, da es durch die Bundeswehr viele „Reigschmeckte“ gibt, dass die Kassiererin aus einem anderen Teil Deutschlands (oder Europas) kommt. Dann ist die Welt wieder in Ordnung und der Nachmittag wieder da :)
Übrigens habe ich mir inzwischen angewöhnt, meinen Mann zu fragen, ob er ZUM MITTAGESSEN zuhause ist. Damit vermeide ich Missverständnisse, denn zu Mittag essen auch die Schwaben normalerweise nur um die Mittagszeit.
Samstag, 3. August 2013
Montag, 10. Juni 2013
Fundstück
... aus meiner heutigen Bibellese:
Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. Doch niemand kann sein Leben kaufen und Gott ein Lösegeld geben. Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, man muss für immer darauf verzichten.
[...]
Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: "Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!", so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, die niemals mehr das Licht erblicken.
Der Mensch, in seiner Pracht: Hat er nicht Einsicht, geht er zugrunde wie das Vieh.
Psalm 49, 7-9; 17-21 NeÜ
Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. Doch niemand kann sein Leben kaufen und Gott ein Lösegeld geben. Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, man muss für immer darauf verzichten.
[...]
Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: "Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!", so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, die niemals mehr das Licht erblicken.
Der Mensch, in seiner Pracht: Hat er nicht Einsicht, geht er zugrunde wie das Vieh.
Psalm 49, 7-9; 17-21 NeÜ
Samstag, 30. März 2013
Frühling in London
Dieses Video habe ich gerade auf YouTube gefunden – etwas Gänsehautgefühl für alle London-Fans :)
Montag, 11. Februar 2013
Lydia
Bisher hatte ich mich für diese christliche Frauenzeitschrift nie interessiert, und zwar genau deswegen – das Label „Frauenzeitschrift“ hatte mich abgeschreckt. Ich war immer standhaft der Meinung, Lydia wäre so etwas wie eine auf christlich gebürstete typische Zeitschrift für Frauen (Namen werde ich hier nicht nennen, aber ihr wisst schon, welche ich meine ;) ) – vielleicht etwas weniger Mode und Make-Up, dafür aber mehr Kochrezepte, Bastel- und Dekotipps, sowie ähnliche seichte Themen bis hin zum unvermeidlichen Diätratgeber und etwas zwischenmenschlichem Gesülze. Die Sorte Zeitschrift also, die ich beim Friseur oder im Arztwartezimmer regelmäßig in drei Minuten durch habe – falls ich sie überhaupt zur Hand nehme. Meistens suche ich dort unter den Zeitschriftenstapeln sofort nach Focus oder Spiegel. Abonniert haben wir das christliche Nachrichtenmagazin IdeaSpektrum. Das ist meine Zeitschriftenwelt – oder war es zumindest bisher.
Vor ein paar Wochen empfahl mir jemand die Autobiographie der Lydia-Initiatorin und Redaktionsleiterin Elisabeth Mittelstädt, „Größer als meine Träume“. Beim Lesen dieses beeindruckenden Buches wurde mir klar, dass eine solche Frau niemals eine typische Frauenzeitschrift ins Leben rufen würde, weil sie viel tiefer denkt und empfindet, und auch viel zu viel durchgemacht hat, um sich hauptberuflich mit den Nebensächlichkeiten des Lebens aufzuhalten. Ich wurde neugierig. Also habe ich mir ein Probeexemplar der Lydia bestellt.
Schon beim Durchblättern wurde mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Lydia ist eine durch und durch untypische Frauenzeitschrift. Zumindest in dem Exemplar, das ich bekam, gab es keinerlei Mode- und Diättipps, und nur jeweils eine Seite Rezepte und Deko zum Selbermachen. Stattdessen ist die Zeitschrift voll von Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen und über die man nachdenken kann – auch im Hinblick auf das eigene Leben. In jeder Geschichte sieht man Gottes Wirken, auch oder gerade wenn es um harte Kämpfe im Leben geht. Daneben gibt es auch Ratschläge, wie man mit bestimmten Situationen im Leben umgehen kann. Es ist kaum möglich, diese Zeitschrift in einem Zug durchzulesen, dazu ist sie zu anspruchsvoll und die Artikel zu wertvoll. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausgabe!
Vor ein paar Wochen empfahl mir jemand die Autobiographie der Lydia-Initiatorin und Redaktionsleiterin Elisabeth Mittelstädt, „Größer als meine Träume“. Beim Lesen dieses beeindruckenden Buches wurde mir klar, dass eine solche Frau niemals eine typische Frauenzeitschrift ins Leben rufen würde, weil sie viel tiefer denkt und empfindet, und auch viel zu viel durchgemacht hat, um sich hauptberuflich mit den Nebensächlichkeiten des Lebens aufzuhalten. Ich wurde neugierig. Also habe ich mir ein Probeexemplar der Lydia bestellt.
Schon beim Durchblättern wurde mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Lydia ist eine durch und durch untypische Frauenzeitschrift. Zumindest in dem Exemplar, das ich bekam, gab es keinerlei Mode- und Diättipps, und nur jeweils eine Seite Rezepte und Deko zum Selbermachen. Stattdessen ist die Zeitschrift voll von Lebensgeschichten, die unter die Haut gehen und über die man nachdenken kann – auch im Hinblick auf das eigene Leben. In jeder Geschichte sieht man Gottes Wirken, auch oder gerade wenn es um harte Kämpfe im Leben geht. Daneben gibt es auch Ratschläge, wie man mit bestimmten Situationen im Leben umgehen kann. Es ist kaum möglich, diese Zeitschrift in einem Zug durchzulesen, dazu ist sie zu anspruchsvoll und die Artikel zu wertvoll. Ich freue mich jedenfalls schon auf die nächste Ausgabe!
Freitag, 25. Januar 2013
Nichts
Schon so lange habe ich in diesem Blog nichts mehr geschrieben. Dazu muss ich sagen, dass ich schon immer eine schlechte Tagebuchschreiberin war. Nach ein paar Seiten habe ich regelmäßig aufgegeben, weil mir mein Alltag zu langweilig und nichtssagend vorkam, als dass er es wert wäre, nur ein Wort über ihn zu verlieren.
Jetzt gerade sehe ich mich um, auf das, was ich von meinem Sofaplatz im Wohnzimmer, wo ich mit meinem Laptop sitze, sehen kann, und frage mich, worüber es sich lohnen würde zu schreiben. Den Schnee, der draußen vor dem Fenster niederrieselt? Die Uhr mit Westminsterschlag, bei dem ich oft mitsumme? Unsere ewig streitenden Wellensittiche? Die Hunde, die neben mir auf dem Sofa liegen? Den halbfertig gestrickten knallrosa Wollschal, der wie so viele Schals, die ich stricke, in eine Kiste mit Kleidern für Bedürftige kommt? Oder meine Sudoku-Blätter, die ich so gerne abends während der Werbepausen bearbeite, wenn ich amerikanische Krimis anschaue? Das ist alles so normal und alltäglich, dass ich eigentlich gar nichts darüber schreiben kann.
Jetzt gerade sehe ich mich um, auf das, was ich von meinem Sofaplatz im Wohnzimmer, wo ich mit meinem Laptop sitze, sehen kann, und frage mich, worüber es sich lohnen würde zu schreiben. Den Schnee, der draußen vor dem Fenster niederrieselt? Die Uhr mit Westminsterschlag, bei dem ich oft mitsumme? Unsere ewig streitenden Wellensittiche? Die Hunde, die neben mir auf dem Sofa liegen? Den halbfertig gestrickten knallrosa Wollschal, der wie so viele Schals, die ich stricke, in eine Kiste mit Kleidern für Bedürftige kommt? Oder meine Sudoku-Blätter, die ich so gerne abends während der Werbepausen bearbeite, wenn ich amerikanische Krimis anschaue? Das ist alles so normal und alltäglich, dass ich eigentlich gar nichts darüber schreiben kann.
Samstag, 24. November 2012
Ein Lesebuch für Mathemuffel?
Mathe war für mich immer ein Schulfach des Grauens. Eigentlich fing es schon in der Grundschule mit Rechnen an – Zahlen waren und sind für mich „tote Materie“ (Gott sei Dank für Taschenrechner!) und es fiel mir so ebenso schwer, das kleine Einmaleins zu lernen wie ein Gedicht auf Chinesisch, einer Sprache, die ich nicht verstehe. Nur, dass Letzteres niemand von mir verlangt hat.
Entsprechend schwierig war auch später das Rechnen mit Formeln für mich. Ich konnte sie zwar mit Mühe auswendig lernen, aber verstanden habe ich sie nie. Und ob sie uns jemals von den Lehrern erklärt wurden, weiß ich nicht mehr – vielleicht, ich will niemandem Unrecht tun. Wenn, dann vermutlich so, dass ich als „visueller Lerner“ es nicht verstehen konnte. Vor Klassenarbeiten habe ich mir die Formeln oft irgendwo versteckt hingeschrieben, um sie nicht zu vergessen, zumal ich sowieso regelmäßig ein Blackout hatte, wenn es an Prüfungen jeder Art ging. Wie ich durch die Schule gekommen bin und mein Abi geschafft habe, weiß ich nicht – irgendwie hat es funktioniert.
Als ich von dem eBook Magica Mathematica von Franziska Wolf hörte, war ich entsprechend neugierig, aber auch skeptisch. In eine Geschichte eingebunden, sollte Matheschwächlingen wie mir erklärt werden, was es mit geometrischen Formeln auf sich hat – und das auch noch so, dass wir es verstehen. Nun war ich in Geometrie zwar nicht ganz so schlecht wie in anderen mathematischen Disziplinen, aber das lag keineswegs an der Verständlichkeit der Formeln, sondern daran, dass man alles schön nachmessen und damit etwas tricksen konnte. Also war ich gespannt, ob ich anhand der Erklärungen in dem Buch irgendetwas verstehen würde. Und ich war überzeugt, dass es anstrengend sein würde, das Buch – zumindest den „Erklärteil“ – zu lesen, denn mit weniger als drei Wiederholungen wäre es sicher nicht getan, bis die Erklärungen mich erreichen würden.
Umso überraschter war ich, dass es mir gelang, durch einmaliges entspanntes Lesen bei Tee und Kuchen das Wesen der Formeln zu begreifen. Ich hätte noch tiefer einsteigen und die von der Autorin beschriebenen Papierfaltübungen machen können, aber auch ohne das weiß ich jetzt, wieso zum Beispiel die Formel für die Berechnung der Fläche eines Dreiecks oder eines Vierecks gerade so und nicht anders lautet. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir jemals vorher jemand (in der Schule schon gar nicht) erklärt hat, woher die Zahl π stammt und wieso man gerade sie nimmt, um den Umfang eines Kreises zu berechnen.
Mein Fazit: ein sehr gelungenes Buch für Leseratten mit Matheschwäche.
Entsprechend schwierig war auch später das Rechnen mit Formeln für mich. Ich konnte sie zwar mit Mühe auswendig lernen, aber verstanden habe ich sie nie. Und ob sie uns jemals von den Lehrern erklärt wurden, weiß ich nicht mehr – vielleicht, ich will niemandem Unrecht tun. Wenn, dann vermutlich so, dass ich als „visueller Lerner“ es nicht verstehen konnte. Vor Klassenarbeiten habe ich mir die Formeln oft irgendwo versteckt hingeschrieben, um sie nicht zu vergessen, zumal ich sowieso regelmäßig ein Blackout hatte, wenn es an Prüfungen jeder Art ging. Wie ich durch die Schule gekommen bin und mein Abi geschafft habe, weiß ich nicht – irgendwie hat es funktioniert.
Als ich von dem eBook Magica Mathematica von Franziska Wolf hörte, war ich entsprechend neugierig, aber auch skeptisch. In eine Geschichte eingebunden, sollte Matheschwächlingen wie mir erklärt werden, was es mit geometrischen Formeln auf sich hat – und das auch noch so, dass wir es verstehen. Nun war ich in Geometrie zwar nicht ganz so schlecht wie in anderen mathematischen Disziplinen, aber das lag keineswegs an der Verständlichkeit der Formeln, sondern daran, dass man alles schön nachmessen und damit etwas tricksen konnte. Also war ich gespannt, ob ich anhand der Erklärungen in dem Buch irgendetwas verstehen würde. Und ich war überzeugt, dass es anstrengend sein würde, das Buch – zumindest den „Erklärteil“ – zu lesen, denn mit weniger als drei Wiederholungen wäre es sicher nicht getan, bis die Erklärungen mich erreichen würden.
Umso überraschter war ich, dass es mir gelang, durch einmaliges entspanntes Lesen bei Tee und Kuchen das Wesen der Formeln zu begreifen. Ich hätte noch tiefer einsteigen und die von der Autorin beschriebenen Papierfaltübungen machen können, aber auch ohne das weiß ich jetzt, wieso zum Beispiel die Formel für die Berechnung der Fläche eines Dreiecks oder eines Vierecks gerade so und nicht anders lautet. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mir jemals vorher jemand (in der Schule schon gar nicht) erklärt hat, woher die Zahl π stammt und wieso man gerade sie nimmt, um den Umfang eines Kreises zu berechnen.
Mein Fazit: ein sehr gelungenes Buch für Leseratten mit Matheschwäche.
Montag, 12. November 2012
"Abtauchen in fremde Welten" - Interview mit der Autorin Brigitte Tholen
Informationen über die Autorin ...
Brigitte Tholen ist geborene Westfälin, lebt mittlerweile in Ostfriesland, ihrer Wahlheimat. Bereits in der Schule las sie alles, was ihr in die Finger kam. Sie liebte die Sprache, spielte mit Worten und schrieb kleine Geschichten.
In Düsseldorf arbeitete sie als Sekretärin, zog für 3 Jahre nach Marbella, kehrte zurück nach Düsseldorf. Als sie die Chance bekam im Irak auf einer englischsprachigen Baustelle zu arbeiten, überlegte sie nicht lange. 3 ½ Jahre blieb sie dort, bevor sie nach Ostfriesland kam und hier ihren späteren Mann heiratete. Mit ihm befuhr sie Deutschlands Wasserstraßen mit dem eigenen Binnenschiff, auf dem sie ernsthafter zu schreiben begann.
... und ihre Bücher
Sie veröffentlichte 2 Kriminalromane und einen Fantasy-Roman beim Gipfelbuch-Verlag, sowie mehrere Kurzgeschichten in Anthologien, zuletzt als Herausgeberin und Autorin. Ihre Kurzgeschichten wurden in Zeitungen und Zeitschriften-Verlagen veröffentlicht. 2011 gab sie ihre ersten E-Books heraus.
Im Oktober 2011 das 1. Buch „Schuld“ mit mehreren Kurzgeschichten. Es folgte „Schatten“, „Verborgen“, ebenfalls Kurzgeschichten. Der Verlag „Droemer & Knaur, übernahm den Vertrieb ihrer E-Books „Der Reeder“ (Kriminalroman) und „Verrat“ (Kriminalgeschichten).
Vor einigen Monaten erschien dann ihr neuester Kriminalroman „Flügelschlag der Angst“, der von ihr zunächst als E-Book und vor einigen Wochen auch als Printbuch beim Mysteria-Verlag veröffentlicht wurde.
Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?
Wie viele Autorinnen, habe auch ich schon früh mit dem Schreiben begonnen. Zunächst nur für mich, für Freunde und Bekannte. Ich liebe das Abtauchen in fremde Welten, liebe rätselhafte und geheimnisvolle Geschichten. In meiner Freizeit las und lese ich überwiegend Kriminalromane. Als ich zur Ruhe kam, begann ich mich mehr mit dem Handwerk Schreiben zu beschäftigen. Ich besuchte Seminare, lernte das Kreative Schreiben und tauschte mich mit Gleichgesinnten in Schreibgruppen aus, um konstruktive Kritiken zu bekommen.
Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?
Drei oder vier Stunden am Tag, damit meine ich aber auch das Ausarbeiten des Plots, die Recherche, die Überarbeitung. Es hat sich so ergeben, dass ich gegen 20 Uhr beginne und dann bis Mitternacht schreibe. Allerdings gibt es da auch Pausen. Zwischendurch, wenn es überhaupt nicht laufen will, twittere ich oder werbe bei Facebook für meine Bücher. Leider gibt es manchmal auch Schreibblockaden, das sind Zeiten, an denen ich glaube, dass alles was ich schreibe nur für den Papierkorb taugt. Dann habe ich das Gefühl, nie wieder eine Geschichte oder einen Roman beginnen oder weiter schreiben zu können.
Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du die Geschichte von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?
Der ungefähre Plot muss in meinem Kopf fertig sein, bevor ich ihn dann ins Reine auf meinem Computer schreibe. Bei einem Roman erstelle ich auch ein Step-Outline, damit ich weiß, was in jedem einzelnen Kapitel passieren soll. Allerdings ändert sich beim Schreiben noch einiges, weil die Figuren sich verselbständigen, einen anderen Weg einschlagen als geplant. Es ist eine spannende Sache, neue Möglichkeiten und Ideen entstehen dadurch. Allerdings das Ende bleibt wie geplant.
Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?
Ich schreibe überwiegend Kriminalgeschichten, vielleicht weil ich sie selber gerne lese. Ich liebe Ostfriesland und meine Geschichten und Romane spielen fast alle auch in diesem Landstrich. Wenn ich die Vermarktung dabei im Auge hätte, würde ich wahrscheinlich auf den jeweiligen Trendzug springen und Vampir- oder Gothic-Romane schreiben.
Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?
Zurzeit schreibe ich an einem neuen Kriminalroman. Auch hier ist der Schauplatz wieder „Dannerfehn“ in Ostfriesland. Diesmal werden Hauptkommissar Kröger und Uta aus dem Roman „Flügelschlag der Angst“ einen weiteren Mörder fassen müssen. Allerdings wird der Roman wahrscheinlich erst Anfang des nächsten Jahres fertig sein. Ein Cover ist noch nicht vorhanden.
Hier findet man weitere Informationen über Brigitte Tholens Bücher:
http://www.kimberry.eu
Dienstag, 23. Oktober 2012
"Mich faszinieren Menschen" - Interview mit der Autorin Elsa Rieger
Informationen über die Autorin ...
Elsa Rieger, Wien, Jahrgang 1950, arbeite im Hauptberuf als Atemtrainerin. Nach Schauspielausbildung und Buchhandelslehre war ich in der Inspizienz und Abendregie des Theater der Courage beschäftigt.
... und ihre Bücher
Mich faszinieren Menschen. Wie sie lieben, leiden, wie sie Konflikte lösen oder darin untergehen. Oft spielt die Psychologie eine Rolle in meinem Romanen und Geschichten. Ich habe Romane, zahlreiche Kurzgeschichten, Gedichte, zum Teil veröffentlicht als e-books und Taschenbuch.
Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?
Ich begann mit Lyrik und Kurzprosa 1989. Dazu gekommen bin ich durch eine Lebenskrise, da platzte der Knoten und ich stellte fest, dass Schreiben eine tolle Wirkung auf meine Entwicklung hatte.
Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?
Ich schreibe ungefähr 4 Stunden täglich.
Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du die Geschichte von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?
Bei Geschichten lasse ich mich gern von den Mitwirkenden an der Hand nehmen. Bei Romanen mache ich mir eine genaue Plotline, um mich nicht zu verzetteln. Dass sich dann in Kleinigkeiten etwas ändern kann, weil die Protagonisten sich unvorhergesehen entwickeln, ist ok, aber der Hauptstrang sollte so bleiben, wie ich mir das ausgedacht habe. Klappt auch.
Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?
Ich schreibe ausschließlich über Themen, die mich selbst faszinieren. Ich wäre sicher viel erfolgreicher, würde ich Mainstream schreiben, also über Vampire, Dämonen, Serienkiller und dergleichen. Das ist aber nicht mein Wunsch, ich bin auch nicht in der Lage dazu, nach Publikumsgeschmack zu schreiben, um besser vermarktet werden zu können.
Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?
Eben habe ich meinen neuen Roman vollendet: Helene sucht eine große Zehe und findet die Wirklichkeit.
Hier findet man weitere Informationen über Elsa Riegers Bücher:
http://www.elsarieger.at/
Samstag, 6. Oktober 2012
„Vielleicht nicht massentauglich“ – Interview mit der Autorin Simone Ehrhardt
Informationen über die Autorin …
Mein Name ist Simone Ehrhardt, ich bin 45 Jahre alt und komme aus Mannheim. Im Moment lebe ich mit meinem Mann in einem kleinen Ort im Rhein-Pfalz-Kreis. Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht, in meinem Beruf gearbeitet und später ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert, danach wieder gearbeitet. Inzwischen bin ich freiberufliche Autorin.
… und ihre Bücher
In den letzten Jahren schrieb ich hauptsächlich Krimis, aber auch einige Liebesromane und Kurzgeschichtensammlungen, z.B. mit Weihnachtsgeschichten. Es sind schon ziemlich viele Veröffentlichungen in verschiedenen Verlagen zusammengekommen. Regelmäßig veröffentliche ich bei SCM R. Brockhaus bzw. SCM Collection (die gehören zusammen). Eine kommende Publikation im nächsten März ist ein Thriller mit dem Titel „Die Angst im Spiegel“ beim bookshouse Verlag. Ich veröffentliche aber auch gelegentlich selbst bei BoD, so wie mein demnächst erscheinender Krimi „Mörderisch glänzet der Wald“. Unter dem Pseudonym Sara Winter möchte ich mich zukünftig mehr dem Liebesroman widmen.
Seit wann schreibst du Geschichten / Bücher und wie bist du dazu gekommen?
Mit eigenen Texten fing ich schon als Teenie an. Die früheste Geschichte, die ich aufgehoben habe, drehte sich um Pferde. Worum auch sonst? Ich verschlang ja ein Pferdebuch nach dem anderen. Später begeisterte ich mich für Krimis und beschloss, selbst eine christliche Krimireihe anzufangen. 2006 erschien der erste Band davon, „Tote Pfarrer reden nicht“.
Wie lange schreibst du etwa pro Tag an deinen Geschichten / Büchern?
Leider kann ich nicht sagen, dass ich konsequent jeden Tag schreibe. Das hängt sehr davon ab, ob es einen Abgabetermin gibt oder etwa eine Idee, die mich so begeistert, dass ich sie unbedingt umsetzen will. Wenn ich schreibe, dann etwa vier Stunden am Stück, danach brauche ich eine längere Pause. Es ist ziemlich unmöglich für mich, zu schreiben, wenn ich an einem Tag andere Termine oder Verpflichtungen habe. Ich darf mir für die Schreibtage nichts anderes vornehmen, damit das klappt. Andere Unternehmungen lenken mich zu sehr ab, erschöpfen mich vielleicht, sodass mir kreatives Arbeiten im Anschluss sehr schwer fällt, und meistens habe ich auch das Gefühl, dass es sich nicht lohnt, mit dem Schreiben anzufangen, wenn ich nicht ein paar Stunden dran bleiben kann. Das ist natürlich nicht richtig. Ich könnte auch produktiv sein, wenn ich nur eine oder zwei Stunden habe. Ich habe aber auch schon von anderen gehört, dass es ihnen so geht.
Wie beginnst du deine Geschichten? Hast du sie von Anfang bis Ende im Kopf, machst du dir vorher eine Struktur oder schreibst du einfach drauf los und schaust dann, wie es endet? Bist du manchmal selbst überrascht über den Fortgang der Handlung oder das Ende, oder weißt du alles schon vorher?
Gewöhnlich habe ich zuerst den Anfang im Kopf. Ich weiß nicht, wieso, aber erste Sätze und Absätze fliegen mir einfach so zu. Vom Ende habe ich eine vage Vorstellung, wenn ich einen Roman beginne, auch von der Handlung, obwohl ich oft einfach anfange zu schreiben und dann später einen Plan entwickle, wo es genau hingehen soll, mit allen Zwischenstationen. Viele Schriftsteller machen sich riesige Pläne zuhause mit Karteikarten zu allem Möglichen oder entwickeln den kompletten Plot noch bevor sie den ersten Satz schreiben – so etwas habe ich bisher nicht getan. Ich lasse mich beim Schreiben gern auch selbst überraschen. Und ja, so bleibt den Figuren mehr Raum, sich zu entwickeln, wohin sie wollen. Gelegentlich merke ich, dass eine eingeschlagene Richtung nicht funktioniert, dann muss ich sie ändern. Das ist dann so, als würden die Charaktere tun, was sie wollen, aber eigentlich ist es nur das Gespür für ihre wachsende Persönlichkeit und was dazu passt und was nicht. Mitunter kann sich das Schreiben ohne einen allzu festen Fahrplan aber auch zäh gestalten, dann muss man den Figuren jedes Wort und jede Handlung abringen. Ich glaube, der Leser merkt davon bei der Lektüre nichts mehr. Das ist ein rein subjektiver Eindruck des Autors.
Schreibst du vor allem über das, was dir Spaß macht, oder hast du beim Schreiben bzw. beim Überarbeiten deiner Geschichten immer auch im Auge, dass du möglichst viele Leser erreichen möchtest? Machst du aus „Vermarktungsgründen“ Abstriche an deine eigenen Vorlieben?
Bisher habe ich immer Spaß an dem gehabt, was ich schrieb, auch wenn es sich um Auftragsarbeiten handelte. Ich könnte mir auf Anhieb auch nichts vorstellen, was mir überhaupt keinen Spaß machen würde, weil ich so viel Verschiedenes schreibe. Ich möchte natürlich gern viele Leser erreichen, am liebsten mit dem, was mir auch gefällt. Man sagt ja immer, man soll das schreiben, was man selbst gern lesen würde. Aber vielleicht ist mein Geschmack auch nicht massentauglich. Ich glaube, ich mache keine Abstriche an meine Vorlieben oder Überzeugungen. Es gibt Bücher, die sind Garanten für einen Massenerfolg – wenn es um viel Sex geht, am besten verschiedene Praktiken an sich selbst ausprobiert, Krimis mit Gewalt an Kindern oder besonders eindrücklich geschilderten Gewaltszenen und solche Bücher. Es gibt sicher noch mehr Beispiele. Ich denke zwar oft, das ist eine billige Masche, um schnell Erfolg zu haben und das könnte ich auch, aber ich mache es trotzdem nicht. Solche Darstellungen widerstreben mir, das möchte ich nicht schreiben.
Was ist dein neuestes Projekt, das gerade fertig geworden ist oder kurz vor dem Abschluss steht?
Im Moment arbeite ich an „Mörderisch glänzet der Wald“, einem Weihnachtskrimi. Das Cover gibt es leider noch nicht, es ist noch in Arbeit, aber der Krimi soll im November erscheinen, also schon sehr bald und noch pünktlich zur Weihnachtszeit. Zuletzt erschienen ist „Neue Schwester, neues Glück“ unter meinem Pseudonym Sara Winter. Es ist ein Liebesroman und er ist seit einem Monat auf dem Markt.
Hier findet man weitere Informationen über Simone Ehrhardts Bücher:
http://www.simone-ehrhardt.de
Abonnieren
Posts (Atom)



